Viel Lärm um Nichts

Foto: Collage
Foto: Collage

(oder: Wie man die Volksmeinung subtil (?) manipuliert)

Wer Augen hat um zu sehen, weiß, dass zwischen dem (noch) herrschenden, verkrusteten und selbstherrlichen Geflecht der bundesdeutschen Altparteien und einem Großteil der  Informations-Medien des Landes ein (natürlich ungeschriebenes) Abkommen besteht, die (inzwischen zu Nemesis des besagten Parteien-Geflechts gewordene) AfD in jeder nur erdenklichen Weise anzugreifen und zu diffamieren, mit dem Ziel, die öffentliche Meinung gegen den existenz-bedrohenden newcomer zu beeinflussen.

Von Quo usque tandem

Ein erprobtes Mittel zu einem solchen Zweck ist, Meldungen, welche das Hassobjekt betreffen, mit Schlagzeilen zu versehen, welche zwar vom Gehalt her nicht unwahr, aber dank ihrer reißerischen Formulierung geeignet sind, der der Meldung zugrundeliegenden Situation eine völlig überzogene (negative) Konnotation zu geben. Da sehr viele Konsumenten von Medien-Information lediglich Überschriften lesen, ist diese Taktik ein äußerst wirksames Instrument.

Im nachfolgenden einige Kostproben solcher perfider Meinungs-Beeinflussung; zuvor jedoch etwas Hintergrund-Information zum Anlass der betreffenden Meldungen:

Eingedenk der völlig außer Kontrolle geratenen Ausschreitungen in der Kölner Innenstadt während der Vergnügungen der Silvesternacht 2015/16 sowie (in geringerem Maße) während  der Silvesternacht 2016/17 und wohl mit der Absicht, im Vorfeld der diesjährigen Feiern ein „versöhnliches“ Klima zu schaffen, veröffentlichte die Kölner Polizei einen Tweet, in dem sie  allen Feiernden im Rheinland einen guten Rutsch wünschte und diesem Wunsch – unter dem Motto „Friedlich feiern, Respekt zeigen“ –  Informationen zu den Silvesterfeierlichkeiten in der Stadt hinzufügten  – dies alles auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch.

Dies veranlasste die stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende und MdB, Beatrix von Storch, sowohl auf Twitter wie auch auf Facebook zu posten: „Was zur Hölle ist in diesem Land los? Wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf arabisch?“,gefolgt von der Frage „Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“

Ich habe vergangene die Aussagen von Frau von Storch nicht durchweg als glücklich empfunden, muss aber im vorliegenden Fall zu ihren Gunsten doch Folgendes zu bedenken geben:

  • Das herrschende politische System preist als eines der Wundermittel zu Förderung der Integration des von ihr (mit der Aussicht auf üppige Sozial-Leistungen und weitgehende Narrenfreiheit) ins Land gelockten (mehrheitlich arabisch-sprechenden) Flüchtlings/Asylanten-Tsunami das schnelle Erlernen der deutschen Sprache an. Inwieweit wird die Erreichung dieses Ziels durch Verlautbarungen in Arabisch gefördert?

 

  • Im islamischen Kulturkreis und – spezifisch – in den Bevölkerungsschichten, aus welchem die Mehrheit der so Angesprochenen ursprünglich kommt, gilt Konzilianz und Dialogbereitschaft als Zeichen von Schwäche, welche gnadenlos auszunutzen ist. War der polizei-seitige Tweet vor diesem Hintergrund ratsam?

 

  • Die in den beiden vorausgegangenen Silvester-Nächten in der Kölner Innenstadt wütenden Berserker-Horden waren mehrheitlich muslimisch, sie waren nach abendländischem Verhaltens-Kodex barbarisch und sie waren unzweifelhaft auf Gruppen-Vergewaltigung versessen – oder habe ich hinsichtlich dieser Vorfälle irgend etwas falsch verstanden? Ich kann ferner in der oben zitierten Frage von Frau von Storch nichts erkennen, was auf eine Absicht hindeutet, die muslimische Männlichkeit als Spezies mit den von ihr gebrauchten Ausdrücken zu katalogisieren.

Und nun zu den weiter oben angekündigten Kostproben tendenziöser, zielgerichteter Artikel-Überschriften:

Ermittlungen gegen von Storch wegen Volksverhetzung (ZEIT ONLINE – 01.01.2018)

Polizei erstattet Strafanzeige gegen Beatrix von Storch  (SPIEGEL ONLINE – 01.01.2018)

Polizei prüft Volksverhetzung (ntv – 01.01.2018)

Kölner Polizei erstattet Anzeige gegen Beatrix von Storch (Osnabrücker Zeitung – 01.01.2018)

Muslim-Tweet: Strafanzeigen gegen AfD-Politikerin von Storch (Westfälische Nachrichten – 02.01.2018)

Während der prinzipielle Wahrheitsgehalt dieser Überschriften nicht bestritten wird, muss man doch zu der Vermutung gelangen, dass hier bei dem weniger analytisch veranlagten Teil der jeweiligen Leserschaft der Eindruck erweckt werden soll, dass sich die AfD-Politikerin bereits so gut wie hinter Gittern befindet sowie, dass die Partei, der sie angehört bereits so gut wie auf dem Kehrichthaufen der Geschichte gelandet ist. (Dies Letztere ein frommer – bei 14% Umfragen-Akzeptanz – aber wohl illusorischer Wunsch)

Das Manager Magazin ist unter dem 02.01.2018 nicht so zimperlich, sondern fließtextet rundheraus: „Mit rassistischen Einträgen provozier[t] die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch  …. . Twitter und Facebook reagieren. Zugleich hat die Kölner Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen von Storch eingeleitet.“

Ein „Experte“ namens Kost verkündet im Textteil eines der Artikel, bei der Berliner Morgenpost gar triumphierend: „Laut Gesetz können bei Volksverhetzung Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahre verhängt werden.“

Um die Hoffnungen auf  baldige Inkarzeration von Storchs nicht allzu sehr ins Kraut schießen zu lassen, sei hier ein Google-Kommentar zur Immunitäts-Regelung beim Deutschen Bundestag zitiert (Hervorhebung stammt von mir):

Abgeordnete des Bundestages genießen Immunität, was sie vor Strafverfolgung schützt. Die Polizei darf nur wegen einer mutmaßlichen Straftat ermitteln und einen Parlamentarier verhaften, wenn der Bundestag dem zustimmt und die Immunität aufhebt, es sei denn, er wird unmittelbar oder am Tag nach der Tat festgenommen.“

Von Storch scheint nach ihrem Post nicht festgenommen worden zu sein und ich bezweifle, dass ein deutscher Bundestag (selbst einer, bei dem – wie bei dem derzeitigen – die Grundsätze des demokratischen Parlamentarismus bereits stark angeknabbert sind) sich bereit finden wird, die Immunität eines Mitglieds wegen eines Posts aufzuheben.

Von Storch wird somit vermutlich noch einige Zeit im unserer Legislative präsent sein, um dort unangenehme Fragen zu stellen und unangenehme Wahrheiten zu sagen.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...