Trump vs. Bannon: Reality-Drama auf offener Bühne

Sarah Sanders:"Die Aussage des Präsidenten ist sehr deutlich gewesen" / YouTube

Das Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ des Journalisten Michael Wolff über die chaotischen ersten Tage der Trump-Regierung im Weißen Haus wird vorgezogen und erscheint heute. Donald Trump schickte dem Verlag und seinem Ex-Chefstrategen Steve Bannon Unterlassungsklagen.

von Collin McMahon

Wenn man einen Reality-Star zum Präsidenten macht, wird’s in der Politik wenigstens nicht langweilig: Aufgrund von 200 Interviews im Weißen Haus und „dutzenden Stunden Tonaufnahmen“ enthüllt Journalist Michael Wolff in „Fire and Fury“ u.a., dass Steve Bannon das Treffen von Präsidentensohn Donald Jr. mit der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaya, die angeblich belastendes Material über Hillary Clinton anzubieten hatte, als „verräterisch“ und „unpatriotisch“ bezeichnet hatte.

Bannon hatte die angebliche Russland-Verbindung öffentlich immer als „Farce“ und „Hirngespinst“ dargestellt. Dass das ergebnislose Treffen mit dem russischen Kontaktmann im Wahlkampf keine gute Idee war, hat selbst Donald Trump Jr. im Juli eingeräumt und die E-Mails dazu veröffentlicht.

Trump schickte dem Verlag und Bannon eine Unterlassungsaufforderung wegen Verleumdung und Verschwiegenheitsbruch. Oder wie die ehemals seriöse FAZ fabulierte, „Trumps Anwälte wollen kritisches Buch verbieten lassen.“ Die FAZ musste die hanebüchene Schlagzeile ändern. Nun lautet die Überschrift „Enthüllungsbuch über Trump soll früher erscheinen“.

Trump hatte Bannon in einem Statement am 3.1. angegriffen: „Steve hat nichts mit mir oder meiner Regierung zu tun. Als er den Job verloren hat, hat er auch den Verstand verloren.“ Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Huckabee Sanders sagte in der Presekonferenz, Wolffs Buch enthalte viele Dinge die „völlig unwahr“ seien. Viele Quellen beklagten sich nun, falsch zitiert worden zu sein.

Bannon-Förderer Robert und Rebekah Mercer distanzierten sich von Bannon: „Meine Familie und ich haben seit Monaten keinen Kontakt zu Steve Bannon gehabt, noch unterstützen wir seine politische Agenda“, sagte Rebekah Mercer in einem Statement. Nach den Enthüllungen über die Zusammenarbeit zwischen den Mercers und Bannon durch den Journalisten Joshua Green (jouwatch berichtete) hatte Robert Mercer sich aus der Politik und der Geschäftsführung seines Hedgefonds Renaissance zurückziehen müssen.

JouWatch berichtete im Februar ausführlich über Bannons Weltbild.

Breitbart-Chefredakteur Steve Bannon hatte im November den erzkonservativen Senatskandidaten Roy Moore in Alabama gegen Trump durchgesetzt, der aber am 12.12.gegen den Demokraten Doug Jones verlor. (Nie um eine anti-Trump Überschrift verlegen machte die deutsche Presse daraus irgendwie eine „Niederlage für Trump“.)

Bannon schwor in seiner Radiosendung auf SiriusXM seinem Ex-Chef weiterhin die Treue: „Der Präsident ist ein großer Mann. Sie wissen, dass ich ihn Tag und Nacht unterstütze.“

Ex-Breitbart-Redakteur Ben Shapiro sagte über seinen Ex-Chef: „Steve Bannon ist absolut der schlimmste Mensch aller Zeiten. Er ist einfach menschlicher Abschaum. Zu sehen, wie der Präsident ihn fertigmacht, ist so genugtuuend wie die Szene im Thronsaal im neuen Star Wars Film mit Kylo Ren und dem Lichtschwert. Langfristig wird das nur gut für Trump sein. Kurzfristig werden alle sagen, Es herrscht Chaos im Weißen Haus. Aber das sagen die ja ständig.“

 

Ben Shapiro: Trump zerstört Bannon, hinterlässt verbrannte Erde

Stefan Molyneux: President Trump vs. Steve Bannon

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump, das im Mai im Antaios Verlag erscheint. Hier unterstützen.

 

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