Die AfD endlich auf dem Weg in eine erfolgreiche Normalität?

Foto: Imago
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Partei distanziert sich von den rassistischen Plattitüden des Bundestagsabgeordneten Jens Maier

Von Klaus Lelek

Nun passiert wieder mal das, was ich seit zehn Jahren einigen narzisstischen Vollidioten immer wieder ohne Erfolg predige: Macht keine unnötigen Fässer auf, verzettelt euch nicht in bekloppte Nebenkriegsschauplätze. Wir haben genug eingesickerte Feinde und Eroberer in diesem Land, die unsere Frauen, Töchter und Enkel vergewaltigen und wie Schlachtvieh schächten, junge Menschen nach Partys in No-Go-Areas tottreten und dazu ein Heer von stockholmkranken Gutmenschen, die das alles mit Kulturrelativismus begründen und irgendwelche Bomben in Nah-Ost oder Trumps Jerusalementscheidung dafür verantwortlich machen. Leute, die statt konstruktiver Statement ihren beschissenen Privatrassismus raushauen sind angesichts dieser massiven Probleme, angesichts der Gefahr in dem sich unser Land befindet nicht nur kontraproduktiv, sondern auch gemeingefährlich.

Jens Maier hatte den Sohn von Boris Becker, Noah Becker als „kleinen Halbneger“ bezeichnet. Dümmlicher als dumm, und vor allem ein Schlag gegen gut integrierte Migranten aus Afrika, so wie Serge Menga, der im Fall der ermordeten Mia in Kandel deutlich Klartext redete und über die Netzwerke der Gegenöffentlichkeit große Verbreitung fand. Ob jemand ein Patriot ist, für Deutschland eintritt und die Grundwerte der Demokratie verteidigt oder ein Landes- und Hochverräter, entscheidet sicher nicht die Hautfarbe. Im Gegenteil: Die schlimmsten Gutmenschen, die uns aus Selbsthass und Dekadenz und zum Abschlachten freigeben, sind durchweg arische, blauäugige Biodeutsche mit wohlklingenden, deutschen Namen wie Roth, Schulz, Merkel und Göring-Eckard.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner AfD-Fraktion Frank Christan Hansel bringt es auf den Punkt: „Die AfD braucht keine Leute, die immer noch das Vokabular und den Duktus der 50ziger Jahre verwenden.“ Es könne nicht sein, dass einzelne AfD Funktionäre die Arbeit der ganzen Partei zu Nichte machen. (FAZ) Meyers krankes Bild vom reinrassigen Deutschland und der dümmlichen Warnung vor „Mischvölkern“ ist vor allem ein Arschtritt für die eigenen Wähler, zum Beispiel den Russlanddeutschen. Die meisten Mitglieder dieser Volksgruppe haben sowohl deutsche wie russische Vorfahren. Auch die Generation der Gastarbeiterkinder, Italiener, Spanier, Griechen, die nicht selten aus Binationalen Familien stammen und sich hundert Prozent mit Deutschland identifizieren, werden mit solchen Bezeichnungen unnötig diskreditiert. Es drängt sich der Verdacht auf, dass dümmliche Plattitüden geschickt vom Verfassungsschutz gestreut werden, um zu verhindern, dass die AfD in weitere Wählerschichten vordringen kann. Solche nämlich, die sich ähnliche Sorgen um den Anstieg der Kriminalität und Islamisierung machen, aber dann immer vom nationalistischen Getöse abgeschreckt werden.

Kleiner Trost. Junge Parteien haben immer Sondierungsphasen. Auch bei den Grünen gaben sich in der Anfangsphase so manche Politiker die Klinke in die Hand, bis die „Realos“ übrigblieben. Im Klartext: Nur wer Macht hat, kann was verändern. Und eines der Hauptregeln bei der Machterlangung lautet, sich nicht mit Dummheit zu schaden und für seinen politischen Kampf möglichst viele Mitstreiter zu gewinnen. In und Außerhalb von Parlamenten. Menschen wegen ihrer Hautfarbe auszugrenzen ist dabei sicher der falsche Weg.

 

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