Türkei: Auf dem Weg in die Kinderehe

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Korankonform - Kinderehe (Foto: Durch Jarretera/shutterstock)

In der Türkei herrscht Verwirrung und Aufregung über Äußerungen der Religionsbehörde Diyanet, die verkündet hatte, Mädchen dürften schon ab neun Jahren verheiratet werden. Als die ersten Proteste in den sozialen Netzwerken laut wurden, ruderte die türkische Religionsbehörde halbherzig zurück.

In einem von der Diyanet veröffentlichten Online-Lexikon steht unter dem Stichwort „Pubertät“, Mädchen seien bereits ab neun und Jungen ab zwölf Jahren gebär- bzw. zeugungsfähig und somit im heiratsfähigen Alter.

Für Kritiker ist das ein weiterer Schritt zur Legalisierung der Kinderehe.

Am Dienstag dann veröffentlichte die Religionsbehörde eine Erklärung, in der es hieß, sie spreche sich gegen Kinderehen aus. Mädchen müssten nicht nur biologisch entwickelt, sondern auch psychisch reif sein, wenn sie verheiratet werden. Was das genau bedeuten soll, gab sie nicht bekannt.

„Schande – Diyanet erlaubt Kinderehen,“ kommentierte die türkische Zeitung „Sözcü“ die neueste Veröffentlichung der Religionsbehörde in Richtung Kinderehe.

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan setzt alles daran, die Türkei zu einem islamischen Staat unter der Scharia-Gesetzgebung umzubauen. Im vergangenen Herbst wurde ein Gesetz verabschiedet, nachdem vom Imam abgesegnete Ehen rechtsgültig sind. Bisher galt das nur für Ehen, die vor einem Standesbeamten geschlossen wurden. Dem Paar stand es anschließen frei, sich auch noch von einem islamischen Geistlichen trauen zu lassen.

„Ob ihr es wollt oder nicht, das Gesetz wird kommen,“ Erdogan erst entschlossen verkündet und dann gesetzlich umgesetzt. (MS)

 

 

 

 

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