»Studie« von Christian Pfeiffer: Staatspropaganda als Geschäftsmodell

Foto: Imago
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Christian Pfeiffer, seit 1969 ununterbrochenes Mitglied der SPD und unter anderem SPD-Justizminister in Niedersachsen, wird dem Medienkonsumenten seit Jahrzehnten als unabhängiger Experte verkauft. Wenn immer es darum geht, Ausländer- oder Flüchtlingskriminalität kleinzureden, diese zu relativieren, dann ist er zur Stelle.

Von Stefan Schubert

12 Jahre lang stand der »unabhängige« Christian Pfeiffer dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) E.V. als Direktor vor. Ein Blick auf die Eigenauskunft des Instituts zu deren Finanzierung reicht eigentlich bereits aus, um die »Unabhängigkeit« der verbreiteten Studien einordnen zu können. Auf dem Internetauftritt des Instituts ist zu lesen: »Für seine Grundfinanzierung erhält das KFN im Rahmen seiner institutionellen Förderung gegenwärtig pro Jahr vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur 1,5 Mio. Euro. Für fast alle Forschungsprojekte, an denen das KFN gegenwärtig arbeitet, hat es ferner in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang Drittmittel eingeworben. Drittmittelgeber waren bzw. sind insbesondere die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), verschiedene Stiftungen, Bundes- und Landesministerien, Kriminalpräventionsräte, Städte, Landkreise und Kommunen

Also, pauschal gibt es erstmal jedes Jahr 1,5 Millionen Euro Steuergelder, die von der SPD-geführten Landesregierung, an das »Institut« des SPD-Mannes Pfeiffer überwiesen wird. Bedingungen oder gar Arbeitsnachweise scheint es für diesen Geldsegen nicht zu geben. Doch damit nicht genug, wenn dann mal tatsächlich gearbeitet wird, eine der politisch gewünschten Studie erstellt wird, dann wird der Steuerzahler ein weiteres Mal zur Kasse gebeten.  »Drittmittel einwerben« nennt sich diese Art der Steuergeldumleitung. Oder liegt hier bereits der Tatbestand einer Steuerveruntreuung vor?

Auffällig ist, dass hauptsächlich die öffentliche Hand bereit ist, für diese Studien viel Geld zu zahlen. Denn dieses Geschäftsmodell wird bereits seit 1979 von Amtsträgern finanziert. Die Ergebnisse, die Herr Pfeiffer dann bei Maischberger, im heute journal und den Tagesthemen vor einem Millionenpublikum verbreitet, scheinen den politischen Auftraggebern demnach bestens in ihre eigene politische Agenda zu passen, sonst wäre nämlich der immense Geldfluss längst versiegt.

Wissenschaftliche Studie auf dem Niveau eines Jusos Flugblattes

Die aktuelle Studie »Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland« ist kaum zu lesen, so schlecht ist diese ausgearbeitet. Die meisten herangezogenen Datensätze sind veraltet und es sind keinerlei Abgrenzungen zwischen den persönlichen Meinungen, den politischen Standpunkten der Autoren und wirklich belastbaren Fakten zu erkennen, auf jeden Fall war mir dies beim Lesen nicht möglich. So liest sich diese Studie, an der laut Impressum drei Professoren und vier Doktortitel mitgewirkt haben, streckenweise wie ein Arbeitsblatt der Jusos oder von Flüchtlingslobbisten wie Pro Asyl verfasst.

Gleich zu Beginn der Studie wird die Bevölkerung erstmal belehrt. So ist dort zu lesen, dass »Die mediale Berichterstattung über zum Teil sehr schwere Gewalttaten kann in der Bevölkerung den Eindruck entstehen lassen, dass in Deutschland ein Anstieg der Gewaltkriminalität zu verzeichnen ist… Dass die Entwicklung der Gewalt, gerade mit Blick auf die Jugendlichen, in Deutschland im letzten Jahrzehnt stark rückläufig gewesen ist, …« Fakten, die diese Behauptungen an dieser Stelle belegen – Fehlanzeige. Ein Hinweis darauf, dass das BKA die Straftaten von 600.000 Flüchtlingen vertuscht, diese nicht in der Statistik zur Flüchtlingskriminalität ausweist – auch hierzu kein Wort.

Dass, trotz dieser Statistikmanipulation, das BKA jedoch 700.000 Straftaten nur durch Flüchtlinge in den letzten 2,5 Jahren bestätigen musste, auch dazu kein Wort bei Genosse Pfeiffer.

Wissenschaftliche Studie entpuppt sich als »Eigenplagiat«

Ich habe am heutigen Tage Prof. Dr. Christian Pfeiffer und Prof. Dr. Dirk Baier per E-Mail angeschrieben, um die Kosten für die Studie zu erfahren. Erfreulicherweise haben mir beide geantwortet. Herr Pfeiffer erläuterte mir zudem, wie diese Studie praktisch entstanden ist. Ich zitiere aus unserer heutigen Mail-Korrespondenz: »Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat die von uns erbetene Sonderauswertung der Daten zu Flüchtlingen völlig kostenlos durchgeführt und erfreulicherweise dann auch noch im Detail überprüft, ob wir die Ergebnisse der Recherche korrekt wiedergegeben haben. Das war eine großartige Zusammenarbeit.«

Dies bedeutet, dass das LKA, die von ihnen zuvor manipulierten Statistiken noch einmal bearbeitet haben – kostenlos.

Eine wirklich tolle, unabhängige Studie.

Viele Bürger werden sicherlich so naiv sein, dass sie davon ausgehen, durch ihre Steuergelder die Arbeit des LKAs zu finanzieren, damit diese sie und ihre Familien vor der Kriminalität schützen. Jetzt wissen wir es besser. Das LKA verschwendet personelle Ressource um an fragwürdigen Studien mitzuwirken, die bereits doppelt vom Steuerzahler bezahlt wurden.

Jetzt kommen wir aber zu meinem Lieblingsteil von Herrn Pfeiffers E-Mail. Ich hatte mich beim Lesen der Studie über viele veraltete Zahlen und Statistiken gewundert. Als Vergleichswert dienten zum Teil Statistiken aus dem Jahre 1998. Selbst das BKA hat bereits Zahlen zur Flüchtlingskriminalität im 1. Halbjahr 2017 veröffentlicht.

Warum ist diese Studie so veraltet? Vor allem, weil es doch angeblich um die aktuelle Flüchtlingskriminalität gehen soll. Woher stammen die alten Zahlen?

Herr Pfeiffer hat dies in seiner Mail an mich freimütig eingeräumt: »Alle anderen Befunde, die wir dargestellt haben, stammen aus großen KFN-Projekten der vergangenen zehn Jahre.« Zitatende.

Dies bedeutet, dass in dieser millionenfach verbreiteten Studie so gut wie keine neuen Erkenntnisse zu erfahren sind.

Aktuelle Studie hat »nur« 50.000 Euro gekostet

Ich fasse zusammen, die »aktuelle« Studie »Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland: Jugendliche und Flüchtlinge als Täter und Opfer« wurde zum Teil vom LKA Niedersachsen erstellt und zusätzlich mit Material von bereits veröffentlichen (und bezahlten) Studien der letzten zehn Jahre zusammengebastelt.

Im Promotionsverfahren dürfte man diese Arbeitsweise wohl als 100% Eigenplagiat bezeichnen und umgehend den Doktortitel aberkennen. Bei den deutschen Qualitätsmedien von Maischberger bis Slomka, reicht dies vollkommen aus, um minutenlang als unabhängiger Experte seine eigene »wissenschaftliche Studie« zu verbreiten.

Nach übereinstimmenden Aussagen von Prof. Dr. Christian Pfeiffer und Prof. Dr. Dirk Baier hat dem deutschen Steuerzahler dieses »Eigenplagiat« 50.000 Euro gekostet. Herr Pfeiffer nennt diese Summe in seiner Mail, »…ein extrem kostengünstiges Projekt.«

Stefan Schubert, Ex-Polizist und Bestsellerautor, ist bundesweit als Experte für Themen rund um die innere Sicherheit bekannt. Sein aktuelles Buch lautet: »No-Go-Areas: Wie der Staat vor der Ausländerkriminalität kapituliert«

Hier kann man das Buch erwerben:

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