Polizisten packen aus: „90 Prozent unserer Klienten haben keinen deutschen Pass“ – Auffallend gute Reportage im Südkurier

Symbolfoto: Durch PT-lens/Shutterstock
Werden von SPDCDUGRÜNELINKE im Stich gelassen... Symbolfoto: Durch PT-lens/Shutterstock

Medienkritik meckert. „In diesen Zeiten“ besonders, weil es so viel zu meckern gibt. Auf den Streifzug durch die Lokalzeitungen stieß ich auf eine Reportage, die heute schon auffällt, weil der Autor schreibt, was ist

Von Volker Kleinophorst

Erstaunlicherweise hat die Reportage „Eine Nacht mit der Polizei unterwegs“ im Südkurier keine Autorenzeile. Das wundert, denn eine eigene Handschrift ist zu erkennen. Die Bilder der Nacht sind alle von Kevin Rodgers.

Der Südkurier begleitet die Polizisten Werner Hepp und Sascha Hoffmann, die an einem verregneten Montag von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens rund um Friedrichshafen am Bodensee Dienst tun und als Leser fährt man mit. In der Zentrale sitzt Peter Sohn. Ein Lesestück. Und auch sonst beschreibend, nicht (oder je nach Empfindlichkeit: wenig) wertend.

Die Polizisten nehmen kein Blatt vor den Mund:

„Man kann die Drogen verschiedenen Nationalitäten zuordnen. Das ist ganz klar verteilt. Die Ghanaer handeln zum Beispiel mit Kokain.“

„90 Prozent unserer Klienten haben keinen deutschen Pass. Bei Alkohol am Steuer ist es umgekehrt.“

„Die Kriminalstatistiken sind niedriger, weil wir nicht jeden gleich verhaften. Aber diejenigen, mit denen wir es auf der Straße zu tun haben, haben fast alle einen Migrationshintergrund.“

„Wir merken auch, das die Aggressivität und die Respektlosigkeit gegenüber uns Polizisten zugenommen hat. Und zwar nicht nur von Asylbewerbern.“

„Wir haben viel zu wenig Personal und operieren meist an der untersten Grenze. Oder wann haben Sie zuletzt die Polizei Streife laufen sehen?“

„Demnächst geht ein Drittel der Belegschaft in Pension. Ich weiß nicht, wie das kompensiert werden soll.“

„Die Kollegen im Streifendienst bekommen alles ab und werden verhältnismäßig schlecht bezahlt“

„Die Polizei wird beschimpft und beleidigt, teilweise bespuckt. Vor allem am Bahnhof treibt sich mittlerweile ein übles Pack herum, man kann es nicht anders sagen. Die rufen dann Verstärkung und dann sind selbst vier oder sechs Polizisten schnell in der Unterzahl.“

„Das letzte Mal, als wirklich in die Polizei investiert wurde, war zur Zeiten der RAF. Da hat man investiert. Seitdem wurde von allen Landesregierungen nur gestrichen, mal mehr –mal weniger.“

Damals hat man investiert. Da stand ja auch die Machtelite im Fadenkreuz. Heute sind es ja „nur“ die Bürger, man selbst hat Security. Und der Bürger ist schon überrascht in „den Medien“ Reportagen zu lesen, die seine Wirklichkeit beschreiben und nicht von Wunschdenken geprägt sind.

Ein Lob dem unbekannten Autor. (VK)

 

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