Wenn Idiotie und realitätsferne Ideologie Hand in Hand gehen

Foto: Privat
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oder: Die geplante „naturnahe Spielfläche“ in Steinbach und warum wieder mal keiner ahnt was daraus wird….

Von Michael Dill, AfD-Abgeordneter des Kreistags Hochtaunus

Liebe Steinbacher Bürger und Steuerzahler,

haben Sie sich nicht auch schon gefragt, warum die Politiker, wenn es um das Thema „Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche“ geht, fast nie dazulernen und immer wieder die gleichen teuren Fehler begehen und – was noch viel schlimmer ist, nicht einsehen möchten, dass die Klientel für das es diese teuren Maßnahmen vollführt, dieses Engagement weder würdigt noch offensichtlich überhaupt möchte, sondern im Gegenteil alles daran setzt, das Neue und Schöne schnellstmöglich entweder zu beschmieren oder zu zerstören?
Ja, warum verstehen das auch und gerade die Steinbacher Politiker der Altparteien (CDU,SPD, FDP, Grüne) nicht, obwohl man es doch anhand allerlei Erfahrungen besser wissen müsste?

Die „einfache Antwort“ auf nicht komplexe Fragen: Weil man sonst generell mit einigen Lebenslügen aufräumen und Probleme benennen müsste, die jeder, auch die Politiker in Steinbach zwar täglich in steigendem Maße erkennen, sich aber nicht getrauen diese auszusprechen.
Der Grund: Diese Wahrheiten auszusprechen, dass es einfach schlicht sinnlos und dazu auch noch alles andere als „sozial“ den Steuerzahlern gegenüber ist solche Projekte zu finanzieren, stellt ein von immerzu bewegten und pseudo-gutmenschlich daherkommenden Sozialromantikern vermintes Gelände dar, das schnell EDEKA bedeuten kann – „Ende der Karriere“ sowie Ansehen im Ort kosten kann bei denen, die bestimmen was in Steinbach läuft und was gesagt werden darf. Und da man sogar eine weitgehend als persönlich nutzlos einzustufende „Karriere“ als Stadtverordneter oder ehrenamtlicher Stadtrat nicht einfach so aufs Spiel setzen möchte, schon gar nicht an „Ansehen“ verlieren möchte hält man statt endlich Tacheles zu reden und dieses Irrsinn auch als solchen zu bezeichnen lieber den Mund, heult mit den Wolfsrudeln der Lebenslügner, die sich die Lufthoheit über das was noch offen gesagt werden darf in Steinbach erschlichen haben und findet das immerzu einfach nur „klasse“, wenn etwas dergleichen gemacht wird, vor allem wenn es nach „sozialem“ riecht, nach Beruhigungspille aussieht und nach Selbstbetrug schmeckt – aber das schluckt man schnell runter.

So soll also nun zwischen Berliner Straße und der Apotheke bzw. den Lebensmittelversorgern im Feld eine „naturnahe Spielfläche“ entstehen, auf der die „Steinbacher Jugendlichen“ dann „chillen“ können. Nebenbei können sie auch noch Streetball spielen sowie auf der Wiese bolzen.
Hört sich erst einmal klasse an und wenn dieser Plan vor 30 Jahren hervorgebracht worden wäre, hätte das dazugehörige Holzplakatschild vor Ort, auf dem sich stilisiert alle Jugendlichen sportlich betätigen, schaukeln, freundlich entspannt um das Feuer (ja, Feuer!) im Weideniglu sitzen sogar der Realität entsprechen können.
Nur sind wir nun am Ende des Jahres 2017 und nicht mehr in einer Zeit und auch nicht mehr in einem Land, in dem man gut und gerne lebt indem man sich als Jugendlicher (in Steinbach) grenzenlos freut, wenn die Stadt für teures Steuergeld Spielgeräte, Iglus, Feuerstellen und Freizeitflächen baut und dieses dann vorbildlich behandelt – ganz im Gegenteil, das zeigte die Vergangenheit und zeigt die Gegenwart nur allzu oft.

Nun wird es wieder Menschen geben, es soll sich dabei hauptsächlich um Pfarrer handeln, die direkt wieder Verdächtigungen wittern, die den Verfasser als Menschenfeind sehen und am liebsten dafür sorgen würden, dass dieser sich ruhig verhält, damit alle weiterschlafen können und zwar so lange bis die Realität nicht mal mehr mit viel Geld übertüncht werden kann.

Leider ist die harte Realität von Zerstörung und Verwahrlosung, die benannte links-bunte Mitbürger so gerne als Vorurteil und Phantasie der „Hetzer“ erkennen wollen, vielfach schon eingetreten und man hört von denen, die immer laut „Populismus“ schreien und andere diskreditieren in diesen Fällen dann meist nichts außer Durchhalteparolen oder seichte Erklärungsversuche. So auch im aktuellen Fall:
Direkt neben der nun geplanten „naturnahen Spielfläche“ wurde vor gut einem halben Jahr der Fußweg neu errichtet. Und wie sich das die freundlichen Stadtverordneten und die Verwaltung so gedacht haben, wurde der Weg flankierend auch mit Bänken und Tischen versehen. Es dauerte genau 3 Wochen, der Weg war noch nicht final asphaltiert, da waren sämtliche Tische beschmiert, angeschmort, eine Bank bereits angekokelt und der Müll türmte sich hinter den Tischen und Bänken, die beigefügten Bilder beweisen es. Dankbarkeit? Genau so sieht Freude, nachhaltiger Umgang mit fremden Eigentum und grenzenlose Dankbarkeit nach Steinbacher Art aus.

Oben schrieb ich, dass die anderen Parteien sich aus eigennütziger Sicht darum nicht weiter scheren, wie lange etwas in Steinbach hält das man für Jugendliche errichtet. Schließlich handelt es sich dabei nicht um eigenes, sondern um Steuergeld und hier zum größten Teil sogar, was noch besser ist, nicht mal um Steinbacher Steuergeld, sondern welches vom Land im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“. Das Anzapfen dieses Geldhahns, das der aktuelle Bürgermeister Dr. Naas vorwiegend in die Wege geleitet hat wurde als große Heldentag gefeiert, zeigt aber eben auch wie es um die soziale Frage bzw. um die Bevölkerungsstruktur in Steinbach bestellt ist – Kronberg, Oberursel oder Königstein haben kein Projekt das vom Land gefördert wird, warum wohl? In Steinbach wird damit eben versucht die sich aufgrund der Bevölkerungsstruktur immer angespanntere Stimmungslage mit diversen Sozialpflastern irgendwie friedlich zu halten um noch ein wenig Ruhe zu haben.

So ganz stimmt es aber nicht, dass sich niemand in der Politik um die Fakten schert. Die CDU, ja meine ehemalige Partei, der es jahrelang relativ egal war, dass Steinbach zusehends vermüllt, verdreckt und sich überall Türme von Sperrmüll und zerstörte Einrichtungen wie z.B. am Weiher breit machen, hat nun im aktuellen Infoblättchen der Partei, das als Beilage der „Steinbacher Information“ jedem Haushalt geliefert wurde genau darauf, nämlich auf Graffiti, Dreck, Zerstörung und ja, man kann sagen von Verwahrlosung ganzer Teile aufmerksam gemacht. Könnte es daran liegen, dass die CDU mit knapp 19% in der Opposition gelandet ist? Ich kann mich noch gut erinnern, als ich damals einmal als CDU-Vertreter im Sozialausschuss, als es wieder einmal um den bereits dutzendfach (von allseits bekannten Jugendgruppen) zerstörten Zaun am Weiher ging und nach verständnisvollen Gründen seitens der Vertreter der Grünen gesucht wurde, und ich von „Sozialgedöns“ sprach, ich auch aus den eigenen Reihen Kritik für diese Aussage erntete. Damals regierte noch die CDU mit der FDP, auch mit einem CDU-Bürgermeister, da war Kritik an der Entwicklung nicht gerne gesehen.
Da diese Zeiten vorbei sind, kann man als CDU nun endlich mal als Oppositionspartei so ganz ohne Risiko „Volkes Stimme“ vorgaukeln, und auf einige Drecklöcher und zerstörte Chancen für Steinbachs Jugendliche, wie den neuen Tischen und Bänken neben der geplanten „naturnahen Spielfläche“ verweisen. Glaubwürdig ist das alles nicht und noch durchsichtiger geht es kaum, denn man hat doch wohl auch der nun geplanten Spielfläche wider besseres Wissen zugestimmt, oder etwa nicht?

Zurück zum geplanten Spielfeld, das errichtet werden soll. Es sollen also allerlei Spielgeräte und auch ein Weideniglu entstehen. Wenn man sich die bereits genannten Tische und Bänke am Wegesrand anschaut kann man sich vorstellen, wie lange das Iglu als Iglu zu erkennen sein wird. Eine Feuerstelle gab es im Bereich des Steinbacher Weihers auch schon einmal. Nachdem dort an den Wochenenden regelmäßig die „chillige“ Stimmung eskalierte, genauso wie das Feuer und die kaputten Flaschen, wurde dieses Projekt eingeebnet. Also, jetzt ein neuer Versuch, jetzt und insbesondere an diesem Ort klappt es bestimmt!
Ebenso soll es, wohl für das Iglu ein „Mitbautag“ geben, an dem die Jugendlichen mitbauen können. Ob das Interesse daran größer sein wird, als der Aufruf an die Anwohner sich an der Neugestaltung der benachbarten „Thüringer Anlage“ zu beteiligen – man darf gespannt sein.

Es ist für jeden normal denkenden Bürger Steinbachs und für jemandem, der diese wahr werdenden Sozialträume unglaublich naiver Politiker und Gutmenschen mit seinem Steuergeld bezahlen muss absolute Gewissheit, dass dies alles innerhalb weniger Tage oder Wochen beschmiert bzw. zerstört sein wird und es zu einem freitag- und samstäglichen Tummelplatz für Drogenhändler, Kiffer und Betrunkene werden wird, die es als letzte dort noch schön finden werden. Drogenhandel? In Steinbach? Wenn überhaupt doch nur am Bahnhof aus Richtung Frankfurt oder? Nein, auch im Hessenring kann man sogar als Laie, eben weil sich diese Personen ziemlich dämlich anstellen, regelmäßige Übergabeaktionen (Geld gegen Ware) beobachten, wenn man, dies ist Voraussetzung, mit offenen Augen und nicht nur beseelt von all den guten Menschen unterwegs ist. Und wenn man dazu noch mit offener Nase seinen Weg fortsetzt, strömt fast täglich, meist schon vor 7 Uhr auch der unverwechselbare süßliche, aber man munkelt, immer noch illegale Duft von „gedopten Zigaretten“ durch die Luft.
Ja, die neue „naturnahe Spielfläche“ wird ungeahnten Produkten der Natur neuen Raum geben, dies ist schon jetzt absehbar und dazu auch noch und dies ist der FDP/SPD-Koalition zu verdanken, auch mit freien WLAN. Dann kann der Händler des süßen Krauts wenigstens kostenlos per Mail kontaktiert werden.

Warum, und diese Frage sollte sich die Kommunalpolitik ebenfalls einmal stellen, ist es überhaupt notwendig für offensichtlich heutzutage nur noch gelangweilte Jugendliche, die nicht wissen was sie mit sich und ihrer Zeit sinnvolles anstellen sollen, für viel Geld solche immer und immer wieder gewährte „Chancen“ zu errichten, in der Hoffnung, dass die Jugendlichen endlich „danke“ sagen und das Areal (man wird ja noch träumen dürfen) vor Zerstörung durch Undankbare beschützen?

Für was gibt es eigentlich Kultur- und Sportvereine, die in Steinbach in vorbildlicher Weise massenhaft vorhanden sind? Früher war es normal zum FSV zu gehen oder in die TUS einzutreten, wenn man sich als Kind und Jugendlicher in der Freizeit betätigen mochte. Warum geht das in einer Zeit wie heute nicht mehr, in der so viel von dringend notwendiger „Integration“ geredet wird? Wäre es nicht viel förderlicher für diese ominöse „Integration“, wenn diese Jugendlichen nicht unter sich auf irgend einem aus Steuermitteln finanzierten Areal rumhängen und wieder Langeweile und damit einhergehende Zerstörungswut verspüren, sondern in gemischten Teams im Sportverein auf Torejagd gehen oder sich im Geschichtsverein betätigen, was ebenfalls zur Integration beitragen sollte, wenn sie denn tatsächlich gewollt wäre?
Wäre hier Steuergeld nicht besser und günstiger investiert, den Jugendlichen ggf. die Jahresmitgliedsgebühren von oftmals weit weniger als 100€ zu spendieren, als nun für zigtausende Euro solch einen Spielpark zu bauen der nach kurzer Zeit abbruchreif aussehen wird und dazu kein einziges Problem lösen, sondern nur verlagern wird? Wäre das für den Steuerzahler, die Vereine sowie auch für die Stadt in gleichem Maße nicht eine „win-win-win“-Situation?

Diese naheliegenden Fragen und Lösungsansätze für das Hauptproblem, nämlich gelangweilte und nicht integrierte Jugendliche, die aufgrund dessen zu oft auf Zerstörungstour gehen, werden entweder gar nicht mehr gestellt oder wurden schon negativ, weil von den Jugendlichen schlicht nicht gewünscht (dann stellen sich noch ganz andere Fragen), oder aber weil diese Möglichkeit eben eine „zu einfache Antwort“ auf „komplexe Fragestellungen“ wäre, negativ beantwortet.

Hauptsache ist offensichtlich heutzutage nicht mehr was Sinn ergibt, sondern ob man bereits etwas Gescheitertes eben gerade nochmal versucht, obwohl man weiß wie es ausgeht – koste es eben was es wolle, der Schein muss, und das ist das heute das Wichtigste, noch eine Weile

Wandere aus, solange es noch geht!
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