Gesinnungsterror im Adlertrikot: Die Angst der Eintracht vor den Rechten wird zum Eigentor!

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Nur linke Fans bei der Eintracht? (Foto: Durch Francesco Carucci/Shutterstock)

Eintracht Frankfurt Präsident Peter Fischer fischt in der rotbraunen Brühe totalitärer Staaten

Von Klaus Lelek

Für meine linke Lehrlings- und Schülergruppe war Fußball 1970 mitten in den Stürmen der Apo-Zeit im wahrsten Sinne des Wortes ein braunes Tuch. Da gab es die politische Plattitüde „Fußball ist Faschismus!“ oder die abfällige Kürzel-Formel „Ficken, Fußball, Fernsehen“. Womit der triste Alltag des ausgebeuteten Proletariats gemeint war. Alles in allem hat sich seitdem wenig auf dem grünen Rasen geändert. Fußball ist nicht unbedingt ein Sport für Zartbesaitete und intellektuelle Grübler. Sowohl die Mannschaft als auch die Fangemeinschaft – allen voran die Ultras –  müssen wissen, wo es langgeht. Das hat sich wohl auch Eintracht Präsident Peter Fischer gedacht, als er vor kurzem in einem Interview der FAZ die politische Marschrichtung vorgab. Die Eintracht soll in der Rückrunde – sie ist jedes Jahr eine qualvolle Zitterparty – nicht nur gegen den Abstieg, sondern vor allem gegen RECHTS kämpfen.

Damit sind freilich nicht die rechten Stürmer gegnerischer Mannschaften gemeint, die in letzter Minute mit einem Schuss ins rechte Eck einen Siegtreffer erzielen und den Adler auf den 15 Platz abstürzen lassen, sondern die Fans, die bei freien und geheimen Wahlen ihr Kreuz an der falschen Stelle machen. „Wer die AfD wählt kann bei uns kein Mitglied sein“, posaunt der Präsident selbstherrlich hinaus und droht damit einer Vielzahl der 50 000 Mitglieder, die er als „Braune Brut“ bezeichnet, indirekt mit einem Rausschmiss. Denn, dass bei einem hessischen AfD-Wahlergebnis von vierzehn Prozent etliche Eintracht-Mitglieder der nationalkonservativen Partei ihre Stimme gegeben haben, liegt auf der Hand. Wie wollen Sie wissen, wer AfD gewählt hat? Möchte man ketzerisch fragen. Den Eintracht Fans in der Wahlkabine über die Schulter schauen, wo die ihr Kreuzchen machen?

Fischers Plattitüden sind nicht nur dumm und unsportlich, sondern auch ein Frontalangriff gegen den Rechtsstaat, der es jedem Bürger erlaubt, einer Partei seiner Wahl die Stimme zu geben. Egal wem.  Peter Fischers Rechtsparanoia hat etwas von der Kommunistenhatz während der McCarthy-Ära, erinnert an die Stalinistischen Säuberungen oder lässt die Stasizeit der DDR wiederaufleben, wo politisch unliebsame Sportler mit Kontakten zum Klassenfeind oder subversiven Verhalten aus den Kadern flogen.

Dass Fischer sein Gründeln im vermeintlich braunen Sumpf ausgerechnet mit dem Antisemitismus vereinzelnd auftretender Fälle bei der AfD begründet, gleich einem politischen Treppenwitz, der nach dem Terror arabischstämmiger Jugendlicher gegen jüdische Schüler wie ein politischer Amoklauf rüberkommt und ernsthafte Zweifel am geistigen Gesundheitszustand des „Adlerführers“ aufwirft. Ist man mit 61 schon so dement, dass man die illegale Palästinenserdemo von 2014 vergessen kann, als ein islamitischer Mob lauthals „Tod Israel!“ über den Polizeilautsprecher brüllte? Ebenso signifikant antisemitisch ist die Frankfurter Antifa und ihr Sprachrohr Christoph Stoodt, der aus seiner Sympathie für die Hamas keinen Hehl macht, und selbst den IS gar nicht so schlimm findet.  Ungeachtet dessen, dass die Antifa bei den Krawallen um die EZB-Bank ganze Straßenzüge gründlich zerlegt hat.

Auch in anderer Hinsicht hinterlässt Fischers Kreuzzug für einen politisch korrekten Linksgrünen Fußball einen faden Beigeschmack. Unter den arabisch und türkischstämmigen Eintrachtfans gibt es vermutlich mehr Antisemiten als in der gesamten AfD.  Auf der Liste der „Randalemeister“ belegen die Adler einen stolzen 5. Platz und mussten 70 000 Euro Strafe abdrücken. Angesichts vieler interner Probleme riecht die Hexenjagd auf vermeintliche AfD-Mitglieder daher nach einem plumpen Ablenkungsmanöver und einer Wahlkampfhilfe für SPD-Bürgermeister Feldmann. Dass man in Frankfurt mit gutem Gewissen einer der beiden Rechtskonservativen Parteien (insgesamt 10 Prozent) seine Stimme geben kann, liegt auf der Hand. Nachts verwandeln sich Stadtteile wie Sachsenhausen, Bahnhofsviertel, Zeil, Allerheiligenviertel und vor allem Ostpark in No Go Areas. Von Vororten wie Höchst, Griesheim und Ben Gurion-Ring ganz zu schweigen. So mutiert der selbsternannte Fußball-Antifaschist am Ende zum Hexenjäger, zum Großinquisitor gegen die Meinungsfreiheit, der in der Tradition totalitärer Staaten unbequeme Mahner mundtot machen will. In Anlehnung an Handkes Erfolgsroman „Die Angst des Tormanns vorm Elfmeter“ könnte man sagen. Fischers Angst vor den Rechten wird zum Eigentor. Wer Andersdenkende als „braune Brut“ beschimpft, hat im politisch neutralen Fußball nichts zu suchen.

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