Deutschlandweiter Kontrollverlust: Polizisten Silvester zum Abschuss freigegeben

Symbolfoto: Gorb Andrii/ Shutterstock
Welcome to hell (Symbolfoto: Gorb Andrii/Shutterstock)

„Neujahrsnacht weitgehend friedlich“ vermeldete die Bild Zeitung. „Köln holt sich sein Silvester zurück“, freute sich der Kölner Express, der vor zwei Jahren die Story der berüchtigten Kölner Silvesternacht als erstes gebracht hatte. Polizisten und Rettungskräfte haben das etwas anders erlebt.

von Collin McMahon

Wer in den Innenstädten unterwegs war, bekam ein ganz anderes Bild, wie Blogger David Berger nachzeichnete: Marodierende Männerhorden, die keine Regeln zu kennen scheinen, Polizisten und Rettungskräfte, die mit Sprengkörpern beschossen werden und deutsche Frauen, die sich gar nicht oder nur noch in Begleitung aus dem Haus trauen.

In Nordrhein-Westfalen sind 25 Polizisten verletzt worden, meldete der Focus: „So waren unter anderem in Oberhausen zwei Polizisten mit einer Silvesterrakete beschossen worden, als sie an einem Tatort eintrafen. Beide hätten ein Knalltrauma erlitten, der mutmaßliche Täter wurde in Gewahrsam genommen. In Köln wurde eine Polizeibeamtin am Auge verletzt, als ein Böller in Höhe ihres Kopfes explodierte. … 4300 Mal wurde die Polizei in Nordrhein-Westfalen bis zum Neujahrsmorgen alarmiert, 500 Mal häufiger als beim vergangenen Jahreswechsel.“ Auch in Bochum wurden Passanten und Polizisten mit Böllern angegriffen.

In Berlin wurden Polizei und Feuerwehr mit Böllern und Schusswaffen beschossen, meldete die B.Z.:  „Die Feuerwehr (berichtete) von 57 Angriffen auf die Einsatzfahrzeuge und 8 Angriffen auf einzelne Einsatzkräfte.“ Dabei seien auch zwei scharfe Schusswaffen sichergestellt worden, zwei Feuerwehrleute seien verletzt worden. „In der Nacht zu Silvester attackierte ein 20-Jähriger aus einer 30- bis 40-köpfigen Gruppe heraus mit Böllern Berliner Polizisten. Der Tatort: Pallasstraße Ecke Potsdamer… Der 20-Jährige zielte mit einer Feuerwerksbatterie in Richtung der Polizisten – und traf einen der Beamten. Von der Menge angefeuert, versuchte der Angreifer dann zu flüchten, wurde aber von den Polizisten geschnappt“, hieß es außerdem. In der Nacht vom 1.1. haben in Berlin-Neukölln Jugendliche mit Schreckschusswaffen auf einen Streifenwagen geschossen. Ein nahes Fahrzeug ging in Flammen auf, meldet die B.Z. heute. Bei der Silvesterfeier am Brandenburger Tor wurden bisher 10 sexuelle Übergriffe bekannt.

In Bonn feuerten Unbekannte aus einem fahrenden Auto heraus Raketen auf Passanten, meldete die Bild Zeitung. „Die unglaublichen Szenen wurden aus einem Wohnhaus gefilmt, sie spielten sich vermutlich in der Nähe eines Einkaufszentrums im Stadtteil Bonn-Tannenbusch ab. In dem knapp eine Minute langen Video ist zu sehen, wie ein roter Pkw ins Bild fährt und die Feuerwerksraketen aus einem geöffneten Fenster direkt auf Menschen geschossen werden.“ Der Bonner Rapper „SSIO“ hatte die Aufnahmen am Samstagabend bei Facebook geteilt, so Der Westen.

In Bremen haben Randalierer Polizisten mit Raketen beschossen und mit Böllern beworfen. Die Polizei rückte insgesamt zu mehr als 300 Einsätzen aus, meldet Buten un Binnen: „Einen größeren Zwischenfall gab es am Bremer Bahnhofsplatz. Dort wurden am Abend Sicherheitsmitarbeiter der Bahn von etwa 50 Menschen angegriffen. Als die Polizei eintraf, warfen die Angreifer Böller auf die Beamten und beschossen sie mit Raketen. Gegen mehrere Männer wurden Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Auch an der Sielwallkreuzung im Viertel wurden Polizisten mit Böllern und Raketen angegriffen – ein Polizist wurde verletzt. In der Innenstadt haben mehrere Männer zwei junge Frauen sexuell bedrängt. Gegen einen 20-jährigen Syrer wird ermittelt.“

In Frankfurt „drohte die Stimmung immer mal wieder zu kippen, gab es gefährliche Scharmützel mit hin- und herfliegenden Böllern und Raketen. Ein Passant berichtete gar von Jagdszenen“, so die Frankfurter Neue Presse: „Am Bahnhof ließ ein 16-Jähriger eine Rakete „horizontal über den Bahnsteig fliegen, schoss mit einer Schreckschusswaffe sechsmal in die Luft und rief dazu “Ich knall’ euch ab!“. Die Polizei war schnell zur Stelle, denn einer ihrer Kollegen hatte die Jugendlichen in der Bahn beobachtet und sie alarmiert. Die jungen Männer stießen gegen die Beamten böse Drohungen aus.“

In Stuttgart schossen „über ein Dutzend Personen offenbar gezielt Feuerwerkskörper in die Menge und (verletzten) mehrere Menschen“, meldete die Stuttgarter Zeitung: „Auch mindestens zehn Polizeibeamte seien von pyrotechnischen Gegenständen getroffen und verletzt worden. Drei davon mussten im Krankenhaus behandelt werden, zwei von ihnen erlitten Verletzungen am Auge.“

In Leipzig-Connewitz waren es Linksradikale, die die Polizei in Atem hielten: „Autonome zündeten Mülltonnen und weitere Gegenstände an, und die Wasserwerfer rückten an. Diese seien zunächst zum Löschen der Brandherde genutzt worden, so die Polizeidirektion in ihrer Silvesterbilanz am Montag. 40 bis 50 Menschen haben dann laut Polizei Flaschen, Steine und Böller auf die Wasserwerfer und Einsatzkräfte geworfen,“ meldete die Leipziger Volkszeitung.

Am Dresdner Hauptbahnhof griff eine Gruppe von etwa 15 Migranten sechs deutsche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 an. „ Ein 17-Jähriger erlitt einen Lungeneinstich und musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden“, so die Sächsische Zeitung.

In Regensburg wurden ebenfalls Sprengkörper auf Polizisten abgefeuert, so die Mittelbayrische Zeitung: „Die Rakete explodierte direkt über den Köpfen der Polizisten, verletzt wurde dabei niemand. Der junge Mann rannte nach Polizeiangaben davon, wurde kurz darauf aber vorläufig festgenommen.“

In Remagen wurden drei Beamte bei einer Schlägerei verletzt. In Andernach warfen fünf Jugendliche im Alter von 16-17 Jahren mit Böllern auf Schiffe und Passanten nahe dem Rheinufer und widersetzten sich dann der Polizei. „Ein 16-jähriges Mädchen spuckte den Beamten ins Gesicht. Es fielen diverse Beleidigungen gegen die eingesetzten Polizisten.“

„Silvester mutiert zunehmend zu einer Veranstaltung erlebnisorientierten Irrsinns“, schrieb Keine Gewalt gegen Polizisten e.V., und verzeichnete auf dem Blog Galerie der Gewalt 68 Einträge in der Silvesternacht.

„Die Attacken gegen Einsatzkräfte haben lebensbedrohliche Ausmaße angenommen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt gegenüber der WELT: „Immer wieder würden Silvesterraketen gezielt auf Personen oder Fahrzeuge gerichtet und die Einsatzkräfte dadurch „mindestens in die Gefahr schwerster Verletzungen“ gebracht.“ Bundesjustizminister Heiko Maas twitterte: „Angriffe auf Rettungskräfte – egal wann, wo und von wem – sind völlig inakzeptabel.“ Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Sachsens Minister Roland Wöller (CDU), sagte der „Welt“: „Wer Rettungskräfte attackiert, greift unseren Rechtsstaat und die Demokratie an.“ Straftäter müssten die ganze Härte des Gesetzes erfahren.

Die Kölner Polizei war jedoch mehr damit beschäftigt, Strafanzeige gegen Beatrix von Storch zu stellen, weil sie vor „muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden“ warnte. Beatrix von Storch ist Mitglied des Bundestages und genießt Immunität vor Strafverfolgung.

Es gibt in Deutschland mittlerweile etwa 50 No-go-Areas, in die sich normale Streifen, aber auch Feuerwehr oder gar Notärzte, nicht mehr hineintrauen, meldet die Welt: „Jeden Tag kündigen im Schnitt drei Polizisten den Dienst – ausgerechnet vor allem jene unter 40.“

Anabel Schunke sucht Bilder und Videos der Silvesternacht um zu sehen ob auch deutsche Frauen unterwegs waren, oder nur randalierende Mobs. Bitte mithelfen!

 

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Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

 

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