Wenn Sprache auf den Strich geschickt wird: Beziehungstat

Foto: Durch Rawpixel.com/Shutterstock
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Aus aktuellem Anlass drängt sich ein Wort in den Blickpunkt, dass in letzter Zeit immer häufiger auftaucht „Beziehungstat“. Doch was heißt das? Und was unterscheidet eine „Tat“ vor einer „Beziehungstat“?

Von Volker Kleinophorst

Immer wieder kommt es zu Fällen, in denen ein Lebenspartner den anderen tötet. Meist geschehen solche Beziehungstaten in einer längeren Partnerschaft. Der sogenannte Intimizid ist schon seit „Othello“ Prototyp der Affekttaten an einem vormals „wichtigen“ Menschen.

Dieser Definition aus Psychiatrie und Psychologie ist eine erstaunliche Erweiterung hinzugekommen, die voll an der Wissenschaft vorbeigeht und einer Vertuschung gleichkommt. Denn heute ist eigentlich jedes Verbrechen, bei dem sich Täter und Opfer kannten, eine solche Beziehungstat: Nachbarn, Freunde, Mitschüler, die Kassiererin im Supermarkt, der Drogendealer, an dem man morgens auf dem Weg zur U-Bahn vorbei muss. Beziehungen überall. Was soll das?

Da fallen zuerst einmal strafrechtliche Gründe auf. Und ja in Schilda Deutschland kann so etwas strafmildernd sein. Bring also besser einen um, den du kennst. Ist billiger.

Und dann kommt es auch der Staatspropaganda gut zu passe. Denn bei Beziehungstaten wird nicht berichtet. Alle – auch die Polizei – ganz sensibel. Geht uns ja gar nichts an. Beziehung. Da sind wir jetzt mal ganz zurückhaltend. Man kann halt nicht Alles mit „regionale Bedeutung“ aus den Medien raushalten. Propagandistische Zahlenspiele sind ja auch bei Arbeitslosenstatistik längst übliches „Verfahren“.

In der Psychologie werden die Beziehungs-Täter häufig als unterlegene, chronisch gekränkte, lebensbankrotte Intimpartner beschrieben. Eine hinzukommende narzisstische Persönlichkeitsstörung gepaart mit antisozialem Verhalten, einer Ich-bezogene Aggression oder Sadismus gegen andere und eine ausgeprägt paranoide Haltung, geben der „Beziehungstat“ noch mal richtig Schwung.

Nun gut, nach der Täterbeschreibung sind die Messermorde ja wirklich Beziehungstaten. Nur das diese Täter dafür immer öfter nicht einmal ein Beziehung brauchen. Also unbedingt „merkeln“:  Wer seine Freundin meuchelt, bereinigt die Statistik. Wie „hilfreich“!

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