Proteste im Iran: Merkel schweigt – Trump zeigt Solidarität

Foto: Screenshot/Youtube
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Die Proteste im Iran gehen weiter. Nachdem sich der amerikanische Präsident Trump auf Twitter zu den Protesten im Iran geäußert hatte, schlägt das Regime nun erstmals öffentlich zurück.

Von Marilla Slominski

Während die Bundeskanzlerin und andere führende europäische Politiker sich zu den Protesten im Iran aus Angst um ihre Wirtschaftsbeziehungen in abwartendes Schweigen hüllen, zeigt der amerikanische Präsident offen seine Solidarität mit den Protestlern.

Trump hatte sich gestern mehrfach geäußert und gemutmaßt, die Demonstranten würden sich auch gegen die finanzielle Unterstützung von Terror durch das Regime wenden und das nicht länger hinnehmen wollen.

In einem zweiten Tweet hatte er noch einmal nachgelegt, den Iran den Nummer 1 Staat in der Terrorunterstützung genannt und beklagt, dass das Regime den Zugang zum Internet lahmgelegt habe, um die friedlichen Demonstranten an der Kommunikation untereinander zu hindern.

Der Zugang zu den Online-Diensten Instagramm und Telegramm waren laut iranischem Innenministerium beschränkt worden.

Die Antwort aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani sprach Trump das Recht ab, sich auf die Seite von Iranern zu stellen: „Dieser Mann in Amerika, der heute mit unseren Leuten sympathisiert, hat wohl vergessen, dass er noch vor wenigen Monaten die iranische Nation Terroristen genannt hat. Dieser Mann, der bis in den Kern gegen die iranische Nation ist, hat nicht das Recht mit Iranern zu sympathisieren“, so die verquere Logik Rouhani´s.

Kurz zuvor waren 200 Demonstranten, unter ihnen 40 „Anführer“ verhaftet worden. Auch im von Teheran rund 300 Kilometer entfernten Arak seien 80 Menschen festgenommen worden.

Die Proteste hatten am vergangenen Mittwoch begonnen, als tausende Menschen auf die Straße gingen und „Tod dem Diktator“ forderten.

Das Regime war mit Wasserwerfern gegen die Menge vorgegangen. Das Regime werde keine Gruppen tolerieren, die sich an öffentlichem Eigentum vergehen und die öffentliche Ordnung stören würden, hieß es vom Regierungsapparat in Teheran.

Trotz der Internet-Beschränkungen scheinen sich die Proteste weiter auszubreiten. Auch aus Khoramdareh in der Provinz Zanjan im Nordwesten und aus Kermanshah in Westen des Landes werden Demonstrationen gemeldet.

Der Iran hat den Widerständlern eine „eiserne Faust“ versprochen, mit der er die Proteste zerschlagen werde. In Dorud sollen bereits zwei Demonstranten erschossen worden sein.

 

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