Gangster toppt Bausparer: Warum Frauen auf Böse „Jungs“ stehen?

Foto: Durch Uber Images/Shutterstock
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Die aktuelle Debatte zwischen #metoo und sexuellen Übergriffen durch „Männer“ mit Messerhintergrund lässt eines immer vollkommen außer Acht: Dass viele Frauen auf „Böse Jungs“ stehen. Ein geringfügig umgeschriebener Text von 2000, der heute noch viel zu gut passt

Von Volker Kleinophorst

Ob der unsinnigen #metoo-Diskussion folgt, feministische Blogs liest, „oldschool“ die gängigen Frauenzeitschriften durchblättert, immer die gleiche Leier: Mann ist nicht sensibel genug, Mann ist sexistisch, Mann versteht Frau einfach nicht. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Männer, die Ihnen Geld schuldig belieben, Verabredungen sausen lassen, fremd gehen und sich eine Dreck drum scheren, was Frau will und möchte, stehen bei Frau erstaunlich hoch im Kurs. Kurz: Frauen stehen auf Arschlöcher, die Jungs vor denen Mutti immer gewarnt hat. Jede Frau wird das vehement bestreiten, hat aber in der hintersten Kammer ihres Herzen einen Dieter, Uwe oder Günther sitzen, der eigentlich scheiße aussah, keine Knete hatte, ihr aber das Gefühl gab die tollste Frau der Welt zu sein, wenn er sie mal beachtete. Und der Sex……. Wenn der wollte, gab’s kein Nein. Und das war so schön. Endlich mal nicht mehr nachdenken. Natürlich erzählt Frau gerne wie furchtbar die Zeit war, aber was Frau sagt und was Frau meint…  Das erzählt sie nur, um es sich selbst einzureden. In Wahrheit wird ihr immer wieder ganz heiß, wenn sie an den alten Schlawiner denkt.

Problembewusste Mädels finden Rat und Trost in der Psychoecke der Buchläden. Maja Storch, Autorin von „Die Sehnsucht der Starken Frau nach dem starken Mann“: „Im Unbewussten hinken wir den Zielen der Frauenbewegung noch weit hinterher. Vom Kopf her wollen wir einen echten Partner – aber wir träumen von Mel Gibson, der uns beschützt. Die innere Vorstellung, wie ein Mann zu sein hat, wird von denen geprägt, die wir kannten, als wir klein waren. Leider waren darunter nur wenige Typen, die das Alice-Schwarzer-Gütesiegel verdient hätten.“

Doch was macht die „Bösen Jungs“ so unwiderstehlich, dass Fraus Arschlochrezeptoren so zuverlässig anspringen. Ihr bester Trick: Während der Standard-Macho auf die schnelle Nummer aus ist, lässt es der „Böse Mann“ langsam angehen, behaupten Angela Voß und Ingrid Jenckel, Autorinnen von „Böse Männer kommen in jedes Bett“.

Weitere Gründe für eine wiederholt falsche Partnerwahl:

– Böse Buben treiben Frau an Grenzen, rücksichtslos. Wenn und wie er sie wahrnimmt, so intensiv spürt sie sich selbst. Da hat es ein Bausparer schwer, der Frau nur auf Händen trägt. Das will der Kopf. Das Unterbewusstsein schreit nach Abenteuer. (Das Abenteuer gefährlich sind, weiß Frau bis heute nicht.)

– Ist eine Frau unabhängig und intelligent, ist sie es gewohnt „die Dinge hinzubiegen“. Also denkt man, dass würde auch mit dem flotten Desperado gelingen. Hat man nicht immer alles mit Bravour geschafft?

– Die Gene lassen Frau nach jemandem suchen, der Dominanz zeigt.

– 80 % aller Frauen beschreiben den idealen Mann als humorvoll, kinderlieb und zärtlich, aber 68 % könnten sich durchaus vorstellen mit jemanden ins Bett zu gehen, der „unabhängig, rücksichtslos und hart“ ist.

Das Dumme für alle Nicht-Arschlöcher: Auf „böser Bube“ umzulernen ist nicht einfach. Denn dazu muss einem Frau ein Tick gleichgültig sein. Das ist nichts für Romantiker und Kuschelrockhörer, eher für Zuhälter und Kleinkriminelle.

Und wenn sie nicht gestorben sind, verfahren sie so bis heute.

PS1: Der Mord in Kandel macht die Gefahr dieser Affinität zu „Bösen Jungs“ deutlich.

Nun wird natürlich auf die Eltern eingeprügelt. Doch so einfach ist das eben nicht. Unter dem Artikel: „Der Killer ist als Eroberer in ihr Haus gekommen“ habe ich das mal kurz angerissen:

Die Eltern anzuklagen, ohne sie zu kennen, ist einfach. Und einiges was da spekuliert wird von falschem Gutmenschentum, scheint sicher nicht ganz falsch. Ich möchte aber auch hier (mal wieder) auf die Rolle der Frauen und Mädchen zu sprechen kommen. Denn wer hier die Eltern anprangert, der weiß nicht wie schwierig es ist, Frauen vor ihrem Unglück zu bewahren, wenn die den Ali eben so süß finden. Nennt sich AMIGA (Aber Meiner Ist Ganz Anders). In meinem Umfeld ließ sich eine der besten Schülerinnen kurz vor dem Abi mit einem (damals noch deutschen) Zuhälter ein, und war nach sechs Wochen auf dem Strich. Alles war ihr Wille, die Eltern standen vor den Wahl akzeptieren oder Kontakt abbrechen. Sie sagte mir später einmal, sie habe wohl „ihren Eltern eins auswischen“ wollen. Wofür konnte diese höhere Tochter mir allerdings nicht erklären. Das Auto mit 18, der Klavierunterricht. Waren es die Reitstunden oder der Ballettunterricht. Die Zeit auf dem Strich die schönste Zeit ihres Lebens gewesen. Sie hätte sich ganz toll gefühlt, war ja die Lieblingsnutte des Luden. Zwei Jahr später stand sie wieder bei Mutti und Pappi vor der Tür. Die Eltern haben ihr erst mal vor Glück ein Haus gekauft. Schlimme Leute, nicht?

Das Frauen offenbar in großer Zahl einfach zu dumm sind, Gefahren zu erkennen, und mit viel Energie in ihr Verderben laufen, ist nicht mit ein paar Verboten so einfach zu lösen. Auch 15jährige Mädchen, die sich ja in dem Alter unheimlich reif und erwachsen vorkommen, sind nicht so einfach zu bändigen. Nicht alle, aber ziemlich viele.

Eigentlich kann man es am einfachsten lösen, wie in der islamischen Welt gehandhabt wird. Da passt man auf „seine Frauen“ auf. Und diese Bewachung hat ja auch eine ganz einfachen Hintergrund, der sich eigentlich durch fast alle Epochen zieht: Mann weiß halt gerne, ob er wirklich der Vater der Kinder ist, die unter dem eigenen Namen geboren werden.

PS2: Die Fernstenliebe der deutschen Frau ist auch absolut nichts Neues: Ein Bericht auch den frühen 80ern.

Wandere aus, solange es noch geht!
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