Der Lanz der kann’s auch weihnachtlich antisemitisch

Foto: Von Kurt Kulac - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37071199
Foto: Von Kurt Kulac - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37071199

Über Weihnachten reiste Markus Lanz im ZDF durch das „Heilige Land“. Dort traf er so tolle Muslime. Aber die bösen Juden machen Ihnen das Leben schwer. Ist das Journalismus, oder kann das weg?

Von Volker Kleinophorst

Der Lanz? Ich fand den Kerner schon öde. Aber Schlimmer geht immer. Oder zumindest gleich schlimm. Fand ich von denen schon mal einen gut? Schmidt? Nä! Egal. Nach „Kuli“ Kulenkampff (verlink ich mal lieber) ist da niemand mehr gekommen. Am Schlimmsten, wenn solche Replikanten auf die Suche nach der Seele gehen. Bei Peinlichkeiten gibt es keine Untergrenze. Auch nicht den Antisemitismus?

Gemeinsam mit einem Pater Nikodemus (Wussten die Eltern bei der Geburt schon, dass er Pater werden würde?) bereiste Markus Lanz das sogenannte Heilige Land, in dem ja andauernd vor allem Heiliger Krieg ist. „Mit Markus Lanz im Heiligen Land“ gab es an Weihnachten im „Auf dem Zweiten sieht man auch nichts“-ZDF und gibt es noch ewig in der Mediathek. (Nur für Masochisten)

In Bethlehem ist Markus überrascht: Man sieht ja ganz viele Muslime hier.“ Toll nä. Fast wie in Hamburg. Das er keine Juden sehe, fällt ihm nicht auf, fragt der Blog „Tapfer im Nirgendwo“ in dem Artikel: „Warum so einseitig, Markus Lanz?“

Juden würden in Bethlehem verfolgt, heißt es weiter im Blog (und auch hier), denn es wird von der Hamas kontrolliert. Doch Judenhass ist kein Thema für „Pater Lanz“. Er sieht im wesentlichen die aufrechten Palästinenser und die bösen, bösen Juden (hier Israelis genannt. Das ist man der Geschichte schuldig).

„Markus Lanz lässt Ramzi Aburedwan ausgiebig erzählen, dass Israelis Kinder erschießen. Einem kleinen Mädchen soll sogar (SOLL SOGAR reicht heute als Recherche vollkommen aus) in den Kopf geschossen worden sein. Markus Lanz schüttelt daraufhin entsetzt den Kopf. Verifiziert werden diese Horrorgeschichten nicht.“

Kein Jude kommt in dem Reisebericht in Bethlehem zu Wort.

Wie man eine Stimmung erzeugt, zeigt besonders schön die folgende Stelle:

„Von Bethlehem reist Markus Lanz nach Nazareth. Dort erklärt er: „Hier leben Muslime, Christen und Juden zusammen ohne trennende Mauern.“(Toll oder? Welt ohne Mauern, Scheißtrump…) Er erklärt jedoch nicht, warum es dort keine Mauern gibt. Dabei ist der Grund ganz einfach: Nazareth liegt in Israel und dort herrscht Religionsfreiheit. In Bethlehem wird der Judenhass gepredigt und gefördert, in Nazareth aber gilt die israelische Unabhängigkeitserklärung.“

Lanz war auch im Arafat Museum. Ich find ihn am Besten, wenn er vorgibt zu denken. Der König des vorgetäuschten Tiefgangs.

Manchmal geht das dünnblütige Ohrenpulver aber auch daneben:

Screenshot: https://tapferimnirgendwo.com/2017/12/29/warum-so-einseitig-markus-lanz/

Kenntnislos im Meinungskosmos. Hauptsache man weiß, wer einem den Futternapf füllt. Wenn es darum geht, der abgeforderten Meinung hinten rein zu kriechen, zeigt Lanz seine wahre Klasse. Frohe Weihnachten.

Wandere aus, solange es noch geht!
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