Berliner Posse: Die Rechte der Täter

Symbolfoto: Durch Zastolskiy Victor/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Zastolskiy Victor/Shutterstock

Wenn Straftäter in Berlin aus dem Gefängnis ausbrechen, wird mit aller Sensibilität gefahndet. Da gilt: Du sollst mit keinem Bildnis fahnden, bis die Ex-Knacki nicht endgültig abgetaucht sind

Ausbruch in der JVA Berlin-Plötzensee. Vier „Männer“ zwischen 27 bis 38 Jahre, die seit diesem Jahr in der JVA wegen Straftaten wie Diebstahl, räuberischer Erpressung oder schwerer Körperverletzung einsaßen, hauen ab, und man merkt es nicht einmal. Noch besser: Ein weiterer Gefangener (ist das in dem Fall überhaupt noch der richtige Ausdruck?) fehlt.

Mit Fotos fahnden will man nicht. Auch (ich denke manchmal nur) Täter haben Persönlichkeitsrechte.

„Rechtlich können Experten einwandfrei erklären, warum nach den vier Häftlingen, die unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung einsitzen, nicht öffentlich gefahndet wird. Für so einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Straftäters braucht man einen richterlichen Beschluss, und den gibt es erst, wenn alle anderen Ermittlungsansätze ausgeschöpft sind“, schreibt Alexander Dinger in seinem Kommentar „Die Persönlichkeitsrechte der Ausbrecher gehen vor“ in der Berliner Morgenpost.

Bei Menschen, die keine Rechts­experten sind, entstehe so das Gefühl, dass hier Täter- vor Opferschutz gelte. Denn das seien ja schon ziemlich schwere Jungs gewesen. Aber Berlin ist eben nicht nur arm und sexy sondern hier ist man auch blöd wie Nuss und verwechselt mal wieder Lässigkeit mit Schlamperei. Berliner Folklore.

Dinger empört sich weiter: „Es kann einfach nicht sein, dass mitten in der deutschen Hauptstadt Häftlinge mit Hammer und Flex aus einem Gefängnis fliehen und das keiner merkt. Es kann auch nicht sein, dass beim Durchzählen auffällt, dass ja noch ein weiterer Häftling fehlt. Es kann noch viel weniger sein, dass in Berlin mal wieder keiner die Verantwortung dafür übernehmen soll. Außerhalb von Behörden wäre all das undenkbar.“

Noch fataler sei das Bild, das Berlin wieder abgebe: „Man muss die Menschen in den anderen Bundesländern verstehen, die neben allen Pannen-Nachrichten aus der Hauptstadt solche Geschichten lesen und über die Berliner lachen und die Hauptstädter einfach nicht mehr ernst nehmen können.“

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer dem Hinweis: Det is Rot-Rot-Grün liebe Bärliner. Habter jewählt, ihr Vollpfosten! (VK)

PS.: Sehr schön zu Berlin die Serie „Hauptstadt der Verwahrlosung“ von Alexander Wallasch auf Tichys Einblick.

Wandere aus, solange es noch geht!
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