Eine Frau mit Rückgrat

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Amtierende Schach-Weltmeisterin Anna Muzychuk (Bild: Screenshot)

Im wahhabitischen Saudi Arabien findet die Tage die Schach-Weltmeisterschaften statt. Überglücklich verkündete der internationale Weltschachverband FIDE, dass der Veranstaltungsort das Apex Convention Center in KAPSARC (König Abdullah Petroleum Studien- und Forschungszentrum) sein wird.

Ebenso stolz sei der Schachverband darauf, in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter die Kleiderordnung neu geregelt zu haben. Somit ist es für die Teilnehmerinnen laut der Internetseite Schach-Ticker nicht mehr nötig, während der Spiele einen Hijab oder Abaya – ein sackartiges schwarzes Überkleid- zu tragen. T-Shirts und ausgeschnittene Kleidung indes sind jedoch weiterhin unerwünscht. Verlassen die Frauen die Veranstaltung, dann dürfen sich diese islamisch korrekt verhüllt und nur mit Begleitung bewegen.

Neben dem Faktum, dass Israel wie erwartet nicht eingeladen wurde, gibt es Teilnehmerinnen, von deren Geradlinigkeit sich das Heer der islamophilen Kampf-Feministinnen eine dicke Scheibe abschneiden könnte.

Keine devote Verbeugung vor dem Islam

Doppelweltmeisterin und Titelverteidigerin GM Anna Muzychuk (Ukraine) wird, ebenso wie ihre Schwester, an der WM nicht teilnehmen. Sie schrieb dazu auf Facebook:

In ein paar Tagen werde ich zwei Weltmeistertitel verlieren – einen nach dem anderen. Der Grund: ich mich entschieden habe, nicht nach Saudi-Arabien zu gehen. Ich habe mich entschieden, nicht nach den Regeln von anderen zu spielen, keine Abaya zu tragen, nicht begleitet zu werden um nach draußen zu kommen und nicht, mich wie ein minderwertige Kreatur zu fühlen. Vor genau einem Jahr habe ich diese beiden Titel gewonnen und war der glücklichste Mensch in der Schachwelt, aber dieses Mal fühle ich mich wirklich schlecht. Ich bin bereit, für meine Prinzipien einzustehen und die Veranstaltung zu überspringen, wo ich in fünf Tagen mehr hätte verdienen können, als in einem Dutzend Veranstaltungen zusammen. All das ist ärgerlich, aber das Ärgerlichste daran ist, dass es fast niemanden wirklich interessiert. Das ist ein wirklich bitteres Gefühl. Das Gleiche gilt für meine Schwester Mariya – und ich bin wirklich froh, dass wir diesen Standpunkt teilen. Und ja, für die Wenigen, die sich interessieren – wir kommen wieder!

Das gesamte Preisgeld ist mit zwei Millionen Dollar angegeben. Der Weltschachverband FIDE hat Saudi Arabien aus mutmaßlich einem Grund zum Austragungs-Ort ausgewählt: Saudi Arabien spendete sehr viel Geld. Hut ab vor den Muzychuk-Schwestern, die sich nicht von Islamfunktionären und ihren Handlangern haben kaufen lassen. (SB)

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