Duden: „Richtig gendern“ in der/die/das Deutschland

Da ist er. Der Ratgeber für alle 32 Geschlechter, wie man die deutsche Sprache bis zur Unkenntlichkeit weiter verhunzt. Der „Gender-Duden“. Albern und dennoch kein Witz

Von Volker Kleinophorst

12 Euro, so viel muss man ausgeben, wenn man sich mit dem neuen Standardwerk „Richtig gendern“ aus der Duden-Redaktion über den Irrsinn der Sprachpantscher und deren obskure Regeln informieren möchte.

Der Ankündigungstext des Verlages fasst die Ziele eindrucksvoll zusammen:

„Gendern ist in vielen Institutionen und Firmen zum Standard geworden, aber wie macht man es richtig?

Die Dudenredaktion klärt auf ein allen Zweifelsfragen:

Männer, Frauen und wie viele Geschlechter noch?
Welche sprachlichen Möglichkeiten gibt es für das Gendern?
Welche wähle ich für meine Institution, Firma, für meinen Text?
Wie vermeide ich, dass der Text zu sperrig wird?“

Das Neue Deutschland ganz ohne Ironie: „Der Ratgeber ist dringend notwendig, denn die Zahl der Geschlechter hat zugenommen. Es gibt mittlerweile mindestens 32 Zuordnungen, vom einfachen Mann (Mann), Frau (Frau) und Bigender (also jene, die Mann und Frau in sich vereinen) über Transgender (Menschen, deren Geschlechtsidentität von der abweicht, die ihnen bei der Geburt aufgrund körperlicher Merkmale zugewiesen wurde) bis zu Demiboys und Demigirls (Personen, die sich teilweise als Mann/Junge oder Frau/Mädchen identifizieren, egal welches Geschlecht bei der Geburt bestimmt wurde). Es gibt zahlreiche Zwischenstufen; etwa mehrere Ausprägungen des »fließenden Geschlechts« (Genderfluid), bei denen sich das Geschlecht manchmal, sehr oft oder nur sehr selten ändert (auch mehrmals am Tag). Die Skala ist nach oben hin offen.“

Selber hat man mit dem gendern aber noch so seine Probleme wie Sprachpolizistin Fatma Aydemir in der Taz ausführt:

„Wer den Genderduden online bestellen will, wird sich beim Blick in die Autor*innenzeile wundern: „von Dudenredaktion (Herausgeber), Anja Steinhauer (Autor), Gabriele Diewald (Autor)“.  Selbstverständlich ist es möglich, dass Anja Steinhauer das er-Pronomen verwendet und somit als „Autor“ bezeichnet werden möchte. Dasselbe gilt für Gabriele Diewald.

Dass aber DIE Dudenredaktion nicht Herausgeber*in ist, sondern Herausgeber, geht dann doch zu weit für ein Sprachlexikon, das traditionell großen Wert auf die jeweiligen Artikel deutscher Substantive legt. Wieso schaffen wir dann der/die/das zur Freude aller Deutschlernenden nicht gleich ab?“

Bei Amazon gibt es für den Gender-Duden zu 100% die negativste mögliche Bewertung (15 insgesamt) 1 Stern. Aus den Kommentaren:

Bilder: Screenshots Amazon (VK)

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