Jouwatch fordert einen Zentralrat der Hässlichen

Foto: Durch Yulia Reznikov/Shutterstock
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Jedes noch so kleines Grüppchen hat in Deutschland mittlerweile eine Lobby, die sich auf Steuerzahlerkosten satt frisst und irgendwelche idiotischen Forderungen, wie zum Beispiel die Einführung von Quoten, stellt. Meist werden diesen stattgegeben, weil die Bundesregierung einfach den Überblick über sämtliche Minderheiten im Land verloren hat – Folgen des Multikulti-Gender-Wahns.

Eine Satire von Thomas Böhm

Ob Frauen, Schwule, Muslime, Behinderte, sexuell Verwirrte, Gelangweilte oder Unentschlossene, ob Linkshänder, Steuerberater, Bio-Bauern, Nackte und Dicke, oder Zahnärzte, jede Truppe kann mit einem Verband, einem Zentralrat, eben mit einer Lobby aufwarten.

Nur die Hässlichen nicht, die hat man mal wieder vergessen. Dabei gehören die Hässlichen wohl zur größten Minderheit in Deutschland überhaupt. Hässliche Menschen gibt es in jeder Gesellschaftsschicht, sie sind auf dem Land und in den Großstädten unterwegs, sie beschmutzen das Antlitz der Bundesregierung und ihre Vertreter machen fast jedes Parlament zu einer unästhetischen Angelegenheit. Hässliche gibt es bei der Antifa und bei den Neo-Nazis, in der „Spiegel“-Redaktion und beim provinziellen Tageblatt. Sie handeln an der Börse oder mit Drogen, hocken in Palästen und schlafen auf der Parkbank.

Doch bislang vertritt keiner ihre Interessen. Dabei haben es die Hässlichen, genau wie andere Minderheiten, mehr als verdient, dass sich jemand um sie kümmert, dass jemand ihre berechtigten Forderungen nach Anerkennung und Gleichbehandlung in dieser unbarmherzigen Gesellschaft der Schönen durchzusetzen versucht.

Es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass die Hässlichen in Deutschland eine mutige und schlagkräftige Interessenvertretung bekommen. Keine Minderheit wird nämlich dermaßen benachteiligt wie diese. Ob beruflich, oder Privat – die Hässlichen ziehen meistens den Kürzeren. In den Betrieben werden die Hässlichen hinter Maschinen gesteckt, in einigen Branchen, wie zum Beispiel beim Tanztheater oder in der Modewelt haben sie sogar Berufsverbot. Selten bekommt ein Hässlicher oder eine Hässliche die Gelegenheit, eine Schönheitskönigin oder ein männliches Model abzugreifen (es sei denn er oder sie sind millionenschwer).

Und auch beim Vergnügen kommen sie zu kurz. Sie bleiben fast überall draußen vor der Tür, kaum ein Türsteher erweist ihnen die Gnade der Einkehr. Dabei beginnt die Ungleichbehandlung, oftmals unter den Augen der Erzieher und Lehrer bereits in jungen Jahren. Sie werden in der Schule gehänselt, im Berufsleben verachtet und nur im Alter, wenn alle Menschen irgendwie hässlich werden und es nicht mehr so nach dem Äußeren geht, gibt es für sie ein Stück späte Gerechtigkeit. Asche zu Asche, Staub zu Staub.

Deshalb fordert Jouwatch jetzt einen Zentralrat der Hässlichen. Die Hässlichen brauchen endlich eine Lobby, die die Schönen das Fürchten lehrt. Als Kandidaten für den Vorsitz kämen da zum Beispiel Claudia Roth und Renate Künast in Betracht.

Und ich würde als Schatzmeister kandidieren.

 

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