Jouwatch exklusiv: Die wahre Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten

Foto: Collage
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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger dieses Landes!

Es ist mir eine große Freude, Ihnen allen, die Sie hier leben, vom Schloß Bellevue aus ein fröhliches Winterweihnachtsfest zu wünschen.

Auf den Tag genau vor drei Monaten fand die letzte Bundestagswahl statt. Wie Sie sich denken können, ist es mein größter Wunsch zum Fest, dass dies auch die letzte Bundestagswahl für die nächsten vier Jahre gewesen ist.

Noch immer verfügen wir über keine stabile Regierung, weil die Karibik-Koalitionsverhandlungen ohne Beteiligung der Sozialdemokraten von vornherein zum Scheitern verurteilt waren.

Aus diesem Grunde habe ich im Vorfeld einer erneuten Regierungsbildung, bestehend  aus CDU und SPD, die Fraktionsspitzen aller im Bundestag vertretenen Parteien zu einem ernsten Gespräch eingeladen, sogar die Parteiführer der Linken und pro forma auch die der AfD. Fortan stehe ich in besonders engem Kontakt mit der Kanzlerin und den Entscheidungsträgern meiner eigenen Partei.

Es ist mir eine ganz persönliche Herzensangelegenheit, mich mit ganzer Kraft für eine Neuauflage der bewährten Koalition der letzten Legislaturperiode einzusetzen. Auch dies geschieht in Übereinstimmung mit der Kanzlerin, die, ebenso wie ich, Neuwahlen unter allen Umständen vermieden sehen möchte.

Meine Frau, von der ich Sie ebenfalls grüßen darf, ist der Meinung, dass wir uns über die Feiertage auch kulinarisch auf die kommenden Koalitionskooperationen der beiden Volksparteien einstellen sollten. Aus diesem Grund wird sie für den Heiligen Abend diesmal nicht Weihnachtskarpfen, sondern Coq au vin, also Huhn in Wein servieren lassen. Sicher ist den Kulturbeflissenen und Kinokennern unter Ihnen dieses Gericht ebenfalls als Kokowääh bekannt.

Außer meiner Frau gibt es allerdings niemanden in meinem Bekanntenkreis, der sich für eine Koko erwärmen könnte. Auch bezeichnen die meisten ernstzunehmenden Politiker, die ich kenne, die ins Spiel gebrachte Koko als Kokolores.

Ich selbst plädiere aus Respekt für die Kanzlerin und aus eigener Überzeugung für die GroKo.

Ich kenne die Bundeskanzlerin, der ich sehr viel zu verdanken habe, seit vielen Jahren. Für sie kann es nur eine Zumutung sein, wenn sie ohne mehrheitsbeschaffende Regierungsbeteiligung und ohne parlamentarische Rückendeckung des Bundestages ihre souveränen Entscheidungen treffen soll.

Deshalb appelliere ich noch einmal an das Verantwortungsbewußtsein der Mitglieder meiner Partei, besonders an die Basis: Werfen Sie den Entscheidungsträgern keine Knüppel zwischen die Beine und stemmen Sie sich nicht gegen eine erneute Große Koalition nach bewährtem Muster!

Wir benötigen so schnell wie möglich eine stabile Regierung, in erster Linie für alle europäischen Belange, um den Zusammenhalt der verbliebenen EU-Mitgliedsstaaten zu gewährleisten.

Auch für alle anstehenden innenpolitischen Fragestellungen ist eine  entscheidungsfähige sowie entscheidungsfreudige Regierung unabdingbar.

Anders lassen sich die Konflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die sich seit  jüngster Zeit auf unserem Boden abspielen, nicht in den Griff bekommen.

Der Hassprediger im Weißen Haus hat es tatsächlich verhindert, dass Araber und Palästinenser den Israelis in Zukunft mit Liebe begegnen können. Und zwar nicht nur im Heiligen Land, sondern weltweit und, wie gesagt, sogar hier bei uns.

Gerade zur Weihnachtszeit, mit der christlichen Botschaft im Hinterkopf, schmerzt diese Einsicht  ganz besonders.

Von politischen Rückschlägen, welcher Art auch immer, lassen wir uns aber nicht entmutigen. Wie die himmlischen Heerscharen in der biblischen Weihnachtsgeschichte den Frieden auf Erden verkünden, so leisten auch wir schon seit Jahrzehnten einen Beitrag zum Frieden unter den Menschen. Die historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel beispielsweise besteht darin, das nahöstliche Land ständig an seine Verantwortung der arabischen Welt gegenüber zu erinnern.

Getragen von unserer eigenen Versöhnungsbereitschaft blicken wir immer wieder mit Stolz auf den Erfolg beim Eurovision Song Contest des Jahre 1982 zurück, als die Sängerin Nicole mit ihrem Lied „Ein bißchen Frieden“ den ersten Platz belegte. Diesem Motto sind bei uns bis heute alle Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft treu geblieben.

Ich darf Sie deshalb darum bitten, wie meine Frau und ich es tun, in Ihrem persönlichen Umfeld alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um das Leben in unserem Land so friedlich und angenehm wie möglich auszugestalten.

Es soll ein Land bleiben, in dem es sich auch in Zukunft gut und gerne leben läßt.

Ein gesegnetes Winterweihnachtsfest Ihnen allen und bleiben Sie gesund, sofern Sie nicht krank sind!

(Eine satirische Aufzeichnung von Klaus Barnstedt)

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