Rajoy – von hinten ins Knie…

Foto: Screenshot/Youtube
Foto: Screenshot/Youtube

Der Schuss ging mal ganz gewaltig nach hinten los und hat Rajoy von hinten in das Knie, durch das Auge, mitten ins Herz getroffen.

Von Holm Teichert

Das hat sich die spanische Regierung mal so was von ganz anders vorgestellt. Und sie haben nicht merken wollen, dass sie eine Lawine von Pleiten, Pech und Pannen losgetreten haben. Den ersten Rückhalt hat die spanische Zentralregierung nämlich schon mal blitzschnell in den Reihen der EU-Volksverräter verloren, als sie die Polizeischläger losschickten, um in Katalonien mit schwerster Gewalt alles nieder zu knüppeln, was sich an den Volksabstimmung beteiligen wollte.

Die Bilder, die davon um die Welt gingen, lösten schon einmal den ersten Aufschrei rings um den Erdball aus. Als sie dann noch Haftbefehle gegen die katalonischen Regierungsmitglieder ausgestellt haben, die Politiker, derer sie habhaft werden konnten, direkt in den Kahn steckten , andere zur Flucht nach Belgien zwangen, um dann auch noch den internationalen Haftbefehl doch wieder zurückzuziehen, da die belgische Regierung ganz vorsichtig hat durchdringen lassen, dass es verschiedene Anklagepunkte in Belgien gar nicht gibt, weswegen man weder verhaften, noch ausliefern würde, böckelte der bisher einmütige Zusammenhalt der EU-Verbrecher immer sichtbarer.

Außer Merkel, dem französischen Macron, der, der seine Mutter geheiratet hat, ach entschuldigt, es war, glaube ich, seine Oma, und ein paar Tulpen züchtenden Holländern war plötzlich keiner mehr so sicher, dass er sich selbst ins gute Licht rückte, wenn er weiterhin die unnachgiebige und nur aus Diktaturen bekannte Härte Rajoys offiziell unterstützte. Und trotzdem ordnete Rajoy Neuwahlen für das katalanische Parlament an. Was sollte ihm schon passieren, dachte er sich wohl.

Die eine Hälfte der Katalanen war durch seine uniformierten Schlägertrupps krankenhausreif geprügelt und noch damit beschäftigt, gebrochene Knochen und ausgeschlagene Zähne zu zählen, die andere Hälfte war gegen die Separierungspläne Kataloniens. Und dann noch Merkels aufmunternde Worte im Rücken, dass die spanische Zentralregierung die volle Unterstützung der deutschen Regierung hätte, ließen ihn in Siegesgewissheit verfallen.

Und zwar so sehr, dass er sich der völligen politischen Blindheit ergab. Hey, Merkel als Unterstützerin, pah, da sind aber schon weniger helle Köpfe, als Rajoy, nicht drauf reingefallen. In Deutschland weiß man, dass jeder Politiker, der von Merkel die ungeteilte Unterstützung ausgesprochen bekommt, politisch aber sowas von mausetot ist, dass er froh sein kann, wenn er noch genug Zeit hat, seine Schubladen im Ministeriumsbüro auszuräumen, bevor der Sicherheitsdienst ihn rauswirft. Na gut. Was weiß man schon in Spanien von Merkels Unterstützung?

Wohl nicht all zu viel. Aber wie auch immer: Nach den bisher aufgezählten Pleiten hätte ich, wäre ich Mariano Rajoy gewesen, schon mal einen Gang zurück geschaltet und doch versucht, die Krise durch Verhandlungen zu lösen. Aber eben nicht Rajoy.

Ok, stellen wir zu seinen Gunsten fest, dass selbst die europäischen Staatsmedien so felsenfest davon überzeugt waren, dass die pro-spanischen Parteien siegen werden, dass man schon gar nicht mehr anders konnte, als zu glauben, dass es so passieren würde. So, wie die Medien auch wussten, dass der Brexit-Entscheid scheitern wird und dass Trump mit lächerlichen 20 Plus Prozenten gegen Killary verlieren wird.

Oh Nachtigall, ick gloob, ick hör dir trapsen… Ob Merkel Dir die Unterstützung zusagt oder deutsche Medien schon mal siegesgewiss verkünden, dass die Separatisten verlieren werden, sind untrügliche Zeichen dafür, dass es genau umgekehrt passieren wird. Mensch Mariano, spätestens dann hätten doch alle Alarmglocken schlagen müssen, dass sogar die Nase blutet. Und so kam, wie es kommen musste. Die Seperatisten sind mit einem riesen Paukenschlag noch stärker aus den Wahlen hervorgegangen, als sie es vorher waren. Und Rajoy?

Der guckte heute ziemlich blöd aus der Wäsche. Sein politischer Plan ist zusammengebrochen, wie der BVB nach der Ära Klopp. Also ein Totalverlust. Und nun, liebe EU-Politiker: Erkennt die Zeichen der Zeit! Europa ist im Wandel. Die Zeit der Träume vom großeuropäischen Volk sind ausgeträumt. Die Separatisten werden immer mehr. Waliser und Flamen, Katalanen und Basken, Schotten, Iren und was weiß ich, werden immer lauter und deutlicher die Stimme gegen Eure Großmannsucht erheben.

Und wenn Ihr weitermacht wie bisher, wird man Euch, wie schon vor vielen hunderten Jahren üblich, mit Mistforken aus den Palästen vertreiben, um Euch dann im ungünstigsten Fall an irgendwelchen Baumästen aufzuknüpfen. Aber was erzähle ich Euch da eigentlich? Ein bisschen Rajoy seid Ihr ja schließlich alle. Und zwar bis zum bitteren Ende.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...