Clemens Heni und der Antisemitismus

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Ein harmonisches Bild, oder? (Foto: Collage/Shutterstock)

Clemens Heni ist Direktor des von ihm selbst im Jahre 2011 gegründeten Berlin International Center for the Study of Antisemitism. Er hat Philosophie, Geschichte, Empirische Kulturwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen, Bremen und an der FU Berlin studiert. 2008/09 war er Post-Doc in Yale, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Sein neuer Essayband heißt „Eine Alternative zu Deutschland“, was natürlich wegen des „zu“ schon den krassen Gegensatz zeigt, in dem Heni mit seinen Positionen zur „Alternative für Deutschland“ steht. In der Frankfurter Rundschau ist ein Interview mit ihm erschienen, das ich im Folgenden auseinandernehmen werde. Eine Medienkritik.

von Max Erdinger

Es gibt ein paar krisensichere Geschäftsideen. Alles, was mit Essen, Trinken, Fortpflanzung und Tod zu tun hat, trägt die ewige Nachfrage bereits in sich. Da kommt es nur darauf an, sich clever in einem heiß umkämpften Markt zu behaupten. Das ist überall so. Speziell in Deutschland allerdings ist noch etwas anderes besonders krisensicher: Der Antisemitismus, der behauptete Antisemitismus und natürlich die Erforschung des Antisemitismus. Wie gesagt: Das Berlin International Center for the Study of Antisemitism wurde von einem, der sich künftig als Antisemitismusforscher einen Namen zu machen gedachte, selbst gegründet. Das ist Clemens Heni (*1970).

Für Heni wäre es überaus schlecht, wenn ihm der Antisemitismus ausginge. Der Mann lebt dafür und davon, daß es Antisemitismus gibt. Je subtiler der Antisemitismus versteckt ist, den er erforscht, je schwieriger er aufzudecken ist, desto größer der Lorbeerkranz, den Heni sich aufsetzen darf. Meint er. Das ist ein Punkt, den man bei der Lektüre des Interviews mit ihm keine Sekunde aus den Augen verlieren darf. Da redet keiner aus reiner Überzeugung, sondern einer, der ein existentielles Interesse daran hat, daß Dritte die Dinge so beurteilen, wie er sie darstellt. Und ich mache ihm jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Mit der Antisemitismusforschung scheint es sich ähnlich zu verhalten wie mit der „feministischen Wissenschaft“: Man lebt nicht wirklich von „Forschung“, sondern von der gesellschaftlichen Debatte um die „Forschung“. Ebene und Metaebene, sozusagen. Heni also im Interview mit der Frankfurter Rundschau:

Die FR fragt: „Herr Heni, zurzeit gibt es antisemitische Demonstrationen zumeist von Muslimen und Arabern. Ihr neues Buch befasst sich hingegen vor allem mit der Neuen Rechten, der AfD und dem Antisemitismus aus der Mitte der Gesellschaft. Ist es falsch, wenn behauptet wird, Antisemitismus sei primär gegen Israel gerichtet?

Antwort von Clemens Heni: „Das ist auf den ersten Blick nicht falsch. Man sieht immer wieder, wie Tausende völlig fanatische Muslime, die offen und aggressiv antijüdisch hetzen, Juden oder Israelis den Tod wünschen. Was aber ist mit den fast sechs Millionen AfD-Wähler*innen, die eine Partei wählen, die stolz ist auf die Leistungen deutscher Soldaten in „zwei Weltkriegen“? Und somit indirekt auch auf den Holocaust, der ohne die Wehrmacht unmöglich gewesen wäre? Ich halte es für einen sehr großen wissenschaftlichen und politischen Fehler, den Antisemitismus nur im Gewand des Antizionismus zu erkennen. Er ist viel weiter verbreitet.“

Erstens einmal war die Äußerung über die „Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ klar auf die militärische – also die kriegshandwerkliche – Leistung bezogen, die speziell von Militärs und Militärhistorikern seit jeher getrennt von der moralischen Kategorisierung des Krieges als solchem bewertet wird. Um eine solche Äußerung, bezogen auf „die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“ zu finden, hätte er sich auch nicht auf Alexander Gauland (AfD) kaprizieren müssen. Da wäre er auch bei Generälen der deutschen Kriegsgegner fündig geworden, bei George S. Patton zum Beispiel.

Zweitens ist es von Heni glatt gelogen, wenn er behauptet, der AfD als Gesamtpartei wäre Gaulands Äußerung zuzuschreiben. Will er Sigmar Gabriels Äußerung, der zufolge es „ein demokratisches Recht gibt, rechts oder deutschnational zu sein“ (Quelle: stern 2015) ebenfalls der Gesamt-SPD in die Schuhe schieben? – Wohl kaum.

Abgesehen davon hätte Heni, anstatt sich auf die AfD einzuschießen, mit wesentlich größerer Berechtigung auf diejenigen hinweisen können, die sich dem Boykott israelischer Waren anschließen oder sich anläßlich der Intifada im Sommer und Herbst 2014 bedingungslos auf die Seite der „Palästinenser“ gestellt hatten. Im gesamten deutschen Medien-Mainstream samt seinen Lesern und Fernsehzuschauern wäre er fündig geworden. Und das dürften deutlich mehr sein, als die sechs Millionen, die in Deutschland die AfD gewählt haben. Ist Heni etwa „konservophob“, um hier einmal eine weitere Phobie zu erfinden, mit der man einen Zettel beschriftet, den man seinem politischen Gegner dann als Etikett auf die Stirn klebt, um unter Verweis auf das Etikett zu „begründen“, warum man auf sein „Geschwätz“ nichts zu geben braucht, ihn mundtot macht und zensiert?

Frage FR: „Im Zusammenhang mit der Banalisierung des Holocaust sprechen Sie von sekundärem Antisemitismus. Was meinen Sie damit?

Allein schon zu dieser Frage: Hat sich außer mir eigentlich schon einmal jemand gefragt, ob es von der Dauer jedweder Antisemitismusforschung abhängt, wann der dritt- und viertrangige Antisemitismus (usw.) entdeckt ist? Aber gut, was antwortet Heni?

Heni: „Den sekundären Antisemitismus würde ich als Erinnerungsabwehr an die Shoa begreifen. Erinnerungsabwehr kann sich auch in einer Trivialisierung äußern, indem man alle möglichen Aspekte mit dem Holocaust vergleicht. Das haben Sie bei der Abtreibungsdebatte durch christliche Fanatiker oder auch bei radikalen Tierschützern. Das ist zwar keine explizite Leugnung, jedoch spricht die Forschung hier von einer Softcore-Leugnung, denn durch diese Vergleiche wird der Holocaust in seiner Dimension entwirklicht. Insofern ist der sekundäre Antisemitismus der zentrale Aspekt im Antisemitismus-Diskurs überhaupt. Der herkömmliche Antisemitismus ist weniger en vogue.“

Gut, jetzt darf ich aber mal: Henis „sekundären Antisemitismus“ würde ich als seine eigene Abwehr der Tatsache begreifen, daß noch jeder grauenhafte Sachverhalt in der Menschheitsgeschichte zu einem geschichtlichen Faktum verblasst ist, zu dem Gebildetere der nachfolgenden Generationen einen Bezug über Daten bekommen. Kein Deutscher wird je wieder so eindrücklich durch das Grauen in den Konzentrationslagern erschüttert werden, wie diejenigen, die unmittelbar nach der Befreiung der KZs zu einer Besichtigung der Leichenberge gezwungen worden sind, wie etwa in Dachau oder in Buchenwald. Das ist der Lauf der Dinge in jedem Zusammenhang. Mit Erinnerungsabwehr hat das nichts zu tun, sondern mit einer gnädigen Gesetzmäßigkeit, welcher der Spruch von der Zeit, die alle Wunden heilt, zutreffend Rechnung trägt.

Abgesehen davon, daß ich mich schwer dagegen verwahre, jemanden, der Abtreibungen als Ungeborenenmorde bezeichnet, einen „christlichen Fanatiker“ zu nennen, obwohl er einfach nur Christ –  und Jesus Christus selbst alles andere als ein Relativist gewesen ist: Es gibt durchaus eine Gemeinsamkeit zwischen dem Holocaust und den millionenfachen Ungeborenenmorden, die man – aus verständlichen Gründen – auch schon durch den Begriff „Schwangerschaftsunterbrechung“ euphemisiert hat: Es ist die Verachtung dem Leben als solchem gegenüber. Das ist eine Gemeinsamkeit, die allen Unterschieden im Detail trotzt. Im Übrigen war der Holocaust wirklich – und was wirklich ist, kann gar nicht „entwirklicht“ werden. Die „Entwirklichung“ ist zielgerichtetes Soziologengeschwätz, welches unterstellt, erst individuelle Disponiertheiten würden Realität formen.

Und was soll das überhaupt heißen: „Die Forschung spricht“. Welche Forschung? Henis eigene? „Die Forschung spricht“ auch von Geschlecht als einem sozialen Konstrukt. Klar: Es wird wohl mehr Soziologen als Biologen geben in Deutschland. Bei den Nazis „sprach die Forschung“ von der Überlegenheit der arischen Rasse. „Die Forschung spricht“ – ich glaub´s ja nicht mehr. „Softcore-Leugnung“? Da scheint es wohl noch Forschungsbedarf hinsichtlich der „Semi-Softcore-Leugnung“ zu geben, welche uns einen unterhaltsamen wissenschaftlichen Disput darüber liefern wird, ob es sich bei ihr nicht eigentlich um eine „Semi-Hardcore-Leugnung“ handelt. Schließlich ist ja heute alles eine Frage von Standpunkt und Perspektive und der dazugehörigen Meinung.

Frage FR: „Erinnerung an den Holocaust ist ja generell nicht mehr en vogue …

Ja, wie jetzt? Ist die Erinnerung an den Holocaust auch noch eine Modefrage?

Heni antwortet: „Besonders weit verbreitet ist hierzulande die sogenannte „Auschwitz-Keule“. Die Erinnerung wird als eine von den Juden aufgezwungene betrachtet, was von dem Psychoanalytiker Zvi Rix in ein bekanntes negatives Bonmot – „die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“ – umgewandelt wurde. Das ist der Kern des sekundären Antisemitismus. Die Deutschen fühlen sich von den Juden belästigt, diese Umdrehung ist zentral. Bezeichnend, dass die AfD den Begriff des sekundären Antisemitismus ablehnt. Natürlich, weil sie selbst permanent sekundär-antisemitisch daherreden.

Natürlich wird sie als aufgezwungen betrachtet. Warum auch nicht? Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Schuster, hat erst kürzlich gefordert, den Besuch von KZ-Gedenkstätten für deutsche Schulklassen verpflichtend zu machen. Die Erinnerung wird also nicht als aufgezwungen betrachtet, sondern sie soll tatsächlich aufgezwungen werden. Ganz großer Unterschied! Und dieses sarkastische Bonmot von Zvi Rix hat auch etwas, nämlich etwas Unvollständiges: Es geht nicht um „die Deutschen“, die „den Juden“ Auschwitz nie verzeihen würden, zumal die Unterscheidung zwischen „Deutscher“ und „Jude“ falsch ist. Es gibt schließlich deutsche Juden. Was bestimmte Deutsche – und zu denen zähle ich mich – ganz bestimmten jüdischen Funktionären langsam aber sicher nicht länger mehr verzeihen, das ist, von ihnen grundlos dafür in moralische Geiselhaft genommen zu werden, daß ihre – oft noch nicht einmal persönlichen – Vorfahren am Holocaust schuldig sind. Ich kann nichts für das, was vor meiner Geburt passiert ist. Deswegen weigere ich mich auch, den jüdischen Toten in den Leichenbergen der Massenmörder des zwanzigsten Jahrhunderts auf ewig eine herausgehobene Stellung in der Opferhierarchie einzuräumen. Millionen ermordeter Chinesen, Kambodschaner und Ukrainer entsetzen mich kein Stück weniger als Millionen ermordeter Juden.

Was einem wie Clemens Heni ganz offensichtlich nicht passt, das ist, daß meinereiner sich in der Geschichte nicht an einem wesentlich anderen Platz verortet, als an dem, wo er auch die unschuldigen Nachkommen anderer Massenmörder sieht. Das ist nämlich schlecht fürs Geschäft. Und über das Geschäft hat Finkelstein („Die Holocaust Industrie“) das Wesentliche gesagt. Ich denke gar nicht daran, Leute wie Heni als meine „Erlöser“ von einer Schuld zu akzeptieren, die gar nicht die meine ist, zumal sie erstens gar nicht daran dächten, mich zu erlösen – und weil sie sich von dem schlechten Gewissen, das ich haben soll, selbst ganz prächtig ernähren. „Die Holocaust Industrie“ wurde gottlob von einem Juden verfasst. Nicht auszudenken, ein nichtjüdischer Deutscher hätte das Buch geschrieben. Heni wurde 1970 geboren, ich zehn Jahre vorher. Wie käme ich dazu, mir von einem, der mit dem Holocaust so wenig zu tun hat wie ich, vorschreiben zu lassen, wie ich ihn zu werten habe? Danke, Clemens Heni, kein Bedarf. Anständig bin ich von ganz alleine.

Frage der FR: „Wer von der AfD sagt das?

Clemens Heni: „Das geht aus dem Antrag zum vergangenen Bundesparteitag hervor, der von Wolfgang Gedeon und anderen eingebracht wurde. Dort heißt es, „‘Antisemitismus‘ ist eine Einstellung, die Juden pauschal verunglimpft. Die AfD distanziert sich… . Im Gegensatz zu dieser eindeutigen Definition ist ‚sekundärer Antisemitismus‘ bzw. ‚Antisemitismus im modernen Sinn‘ eine begriffliche Neukonstruktion diverser sog. Antisemitismusforscher.“ Gedeon sitzt nach wie vor im Stuttgarter Landtag.“

Natürlich ist der „sekundäre Antisemitismus“ eine „begriffliche Neukonstruktion diverser sog. Antisemitismusforscher“. Besonders das „sog.“ vor „Antisemitismusforscher“ finde ich extrem passend. Der „sekundäre Antisemitismus“ ist ein Euphemismus, der Funktionärsverantwortlichkeit leugnet. Dieser „sekundäre Antisemitismus“ verschleiert, worum es geht. Was Leute wie Heni einen „sekundären Antisemitismus“ nennen, ist im Grunde eine Reaktion auf den institutionalisierten Antisemitismus-Verdacht. Ein „Antisemitfunktionärismus“ sozusagen, der sich wiederum auf ganz bestimmte Funktionäre beschränkt. Mit Antisemitismus, auch mit einem „sekundären Antisemitismus“, hat der „Antisemitfunktionärismus“ nichts zu tun. Als „Antisemitfunktionärist“ bin ich aber Philosemit, weil mich die Überzeugung trägt, daß bestimmte jüdische Funktionäre in ihrer Funktion alles mögliche sind, außer eben gedeihlich für das Zusammenleben heutiger deutscher Juden mit heutigen, nichtjüdischen Deutschen. Und ich schwöre, daß es Juden in Deutschland und in Österreich gibt, die das kein Stück anders sehen als ich selbst. Ich kenne welche. Ob meine jüdischen Freunde wohl ebenfalls vom „sekundären Antisemitismus“ angekränkelt sind?

Dieses ganze Interview dient einem einzigen Zweck: Konservative zu verleumden. Wir werden später noch sehen, wen Clemens Heni als „konservativextremistisch“ bezeichnet.

Frage FR: „Hierzu passt der Hitler-Stalin-Vergleich. Warum hinkt der?

Heni: „Hierzulande hat das eine enorme Entlastungsfunktion – historisch ausgehend vom rechtsextremen Geschichtsrevisionisten Ernst Nolte, der von einer Reaktion Hitlers auf die Sowjets sprach. Das sagte er bereits 1986, doch seitdem haben wir eine inflationäre weltweite Gleichsetzung von Rot und Braun.

Aha. Der linksextreme FU-Berlin-Geschichtsklitterer zum eigenen Wohl und Frommen darf also Ernst Nolte einen „rechtsextremen Geschichtsrevisionisten“ nennen. Wie das denn? Wenn das stimmt, daß wir seit dem Historikerstreit – wer von Verstand würde sich eigentlich mit „rechtsextremen Geschichtsrevisionisten“ streiten? – eine „inflationäre Gleichstellung von Rot und Braun“ hätten – meinereiner hätte jeden Tag Jubeltag. Tatsächlich sind die Unterschiede in ihren desaströsen Konsequenzen so marginal, daß man nicht müde werden sollte, die verblüffende Ähnlichkeit von Rot und Braun immer wieder herauszuarbeiten und zu betonen. Tatsächlich dürfte nämlich nicht der Nationalismus, sondern allenfalls zu Teilen ein zum Nationalchauvinismus verkommener Nationalismus – , hauptsächlich aber das sozialistische Element im Nationalsozialismus ursächlich für den ignoranten und völlig verwahrlosten Umgang mit dem Leben der Anderen verantwortlich gewesen sein. Das sozialistische wäre nämlich das verbindende Element zwischen den Nationalsozialisten, den Internationalsozialisten und den Leichenbergen des zwanzigsten Jahrhunderts.

Drei Jahre vor der Wannseekonferenz und drei Jahre nach den Nürnberger Rassegesetzen wurde Hitler im Vorwort eines Buches aus dem Nibelungenverlag – von Staat und Partei unwidersprochen – als „größter Sozialist aller Zeiten“ gepriesen. Der Faschist Mussolini behauptete in einer seiner Reden gar von sich, der Sozialismus sei ihm „in die Knochen eingraviert“. Nicht wenige Nazis waren vorher Kommunisten. Nichts war den Nazis verhasster als das konservative Bildungsbürgertum. Nirgendwo hatten sie bei den Reichstagswahlen 1932 weniger Stimmen als in stark katholisch geprägten Gegenden.

Braun und Rot sind zwei Spielarten ein- und desselben Ungeistes. Nolte hat vollkommen recht. Und das ist es auch, was heutige Rotlinke mehr fürchten als alles andere: Daß sie selbst die „Nazikeule“ übergezogen bekommen. Verdient hätten sie es endlich. Die Gemeinsamkeiten sind frappierend. Es ist auch bezeichnend, daß ausgerechnet diejenigen, denen sonst keine sprachliche Umstandskrämerei (Mitbürger*innen_und_Mitbürger* mit und ohne Hintergründen aller Art im Vordergrund) zu dämlich ist, ausgerechnet beim „Nationalsozialisten“ immer vom „Nazi“ reden. So läßt man den Sozialisten im Wort verschwinden. Von wegen „rechtsextremer Geschichtsrevisionist“. Das kann er sich abschminken, der Herr Heni, daß er sich im Besitz der historischen Wahrheit befindet.

Der feine Herr Heni hatte auch kein Problem damit, einen Text von mir falsch zu übersetzen, um mich in der „Times Of Israel“ als Antisemiten zu porträtieren. Ein für alle mal, Heni: Die Definition dessen, was Antisemitismus ist und was nicht, wird meinereiner niemals irgendwelchen sog. Antisemitismusforschern in selbst gegründeten Instituten überlassen. Zumal dann nicht, wenn sie ihre sog. Antisemitismusforschungen instrumentalisieren gegen diejenigen, die mit dem Antisemitismus der Nationalsozialisten  das allerwenigste zu tun hatten: Die bürgerlich Konservativen nämlich, die noch heute weder mit Rot noch Braun besonders viel am Hut haben.

Frage FR: „Welche Rolle spielen die Religionen in dieser Debatte?

Clemens Heni: „Auf eine perfide Art wird ein christlich-jüdisches Abendland herbeizitiert, das vom Islam bedroht sei. Da wird sehr viel instrumentalisiert, nicht nur von christlichen Kreisen, sondern häufig von solchen, die nur vorgeben, christlich zu sein, man denke an Pegida. Das Christentum ist alles andere als eine judenfreundliche Religion, insofern ist das jüdisch-christliche Abendland Humbug. Es ist ein christliches Abendland, das im Wesentlichen anti-jüdisch strukturiert war. Natürlich ist der Islamismus eine große Gefahr, jedoch weigern sich seit 9/11 viele, zwischen dem Islam und Islamismus zu unterscheiden. Diese Unterscheidung kann man historisch nachzeichnen, ohne zu leugnen, dass ohne Islam kein Islamismus existieren könnte. Generell jedoch wären weniger Religion, mehr Aufklärung und Kritik für alle sehr hilfreich, es würde das Konfliktpotential enorm reduzieren.“

Was, bitteschön, hätte die Frage, ob es ein christlich-jüdisches Abendland gibt, damit zu tun, daß das Christentum „im Wesentlichen antijüdisch strukturiert“ war? Gibt es kein Deutschland, weil Bayern im Wesentlichen antipreußisch strukturiert sind? Gibt es keine Automobilindustrie, weil ein LKW im Wesentlichen antisportlich strukturiert ist? Was soll dieser Quatsch? Anders herum wird ein Schuh daraus. Der lutherische Judenhass z.B. – und von 1517 läßt sich über 1789 bis 1917 eine gerade Linie ziehen – beweist geradezu, daß es ein christlich-jüdisches Abendland gibt. Der schöne Brunnen auf dem Nürnberger Hauptmarkt beweist – wenn man die Geschichte dazu kennt – daß es ein christlich-jüdisches Abendland gibt. Er steht nämlich auf einem Platz, der bis zum Ende des 15ten Jahrhunderts das jüdische Wohnviertel der Stadt gewesen ist, welches die Nürnberger mit Genehmigung des Kaisers niedergebrannt haben. Ob es ein christlich-jüdisches Abendland gibt oder nicht, hängt mitnichten an der Frage, wer unter wem zu leiden hatte. Ist das logisch?

Natürlich weigere ich mich, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden. Hans ist Christ, Erich ist ein frommer Christ. Ist Erich am Ende ein Christist? Opa war ein nationalsozialistischer Mitläufer, ein Nationalsozialist also. War Goebbels womöglich Nationalsozialistist? Das läuft nicht mehr, daß ihr Linken differenziert, wann es euch in den Kram passt – und daß ihr es bleiben lasst, wenn es eure Diffamierungsagenda stört. „Die AfD hat die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen – bla-bla-bla“, aber: „Islam und Islamist, Antisemit und sekundärer Antisemit“. Für wie blöd haltet ihr eigentlich den Rest der Welt? Wenn der Islam harmlos wäre und nur der Islamist gefährlich: Warum wäre dann nicht nur der Nationalsozialistist gefährlich, sondern auch der Nationalsozialist? Weil euch das besser gefällt? Ist das ganze Leben ein einziges Facebook-Gefällt-mir? Gelten die Gesetze der Logik nicht mehr für euereinen? Gab es eine demokratische Abstimmung gegen die Logik? Und wie kommt es eigentlich, daß Himmler zwischen dem Islam und dem Nationalsozialismus große Ähnlichkeiten erkannte, so groß, daß es sogar islamische SS-Verbände gegeben hat? Hat Himmler womöglich unschuldige Moslems mit mörderischen Hardcore-Nationalsozialististen in einen Topf geworfen? Geh´ doch nachhause! Diese relativistische Rosinenpickerei hält doch kein Vernunftbegabter im Kopf mehr aus!?

Und was soll der Quatsch mit „weniger Religion, mehr Aufklärung – weniger Konfliktpotential“? Was interessiert es den Dschihadisten, wie schön Herr Heni denken kann? Das ist doch der Grundirrtum überhaupt: Daß unsere christlich abendländischen, meinetwegen auch aufgeklärten Wertvorstellungen irgendeine Relevanz hinsichtlich dessen hätten, wie ein Fundamentalmoslem die Welt sieht. Der läßt die Nagelbombe gänzlich unaufgeklärt und völlig desinteressiert an einer Reduzierung des Konfliktpotentials auf dem Weihnachtsmarkt explodieren. Und wenn es ihn sein eigenes Leben kostet. Man komme einem solchen Menschen mit „weniger Religion, mehr Aufklärung und weniger Konfliktpotential“. Das ist einfach nur lächerlich! Abgesehen davon reicht schon ein Blick auf die Alltagswirklichkeit in der islamischen Welt, um mit Fug und Recht zu fordern, daß das zur Reduzierung des Konfliktpotentials im eigenen Land keinesfalls Raum greifen darf. Genau das tut es aber bereits.

Frage FR: „Auch Teile der vormals konservativen Intelligenzia, beispielsweise Henryk M. Broder oder Matthias Matussek, haben den Islam als Feindbild für sich entdeckt.

Clemens Heni: „Broder schippert längst in braunen Gewässern und möchte insbesondere mit Hamed Abdel-Samad den Islam zum Hauptfeind des Westens stilisieren. Er verweigert ebenso wie die AfD die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus. Und Matussek zeigte seinen Deutsch-Nationalismus eigentlich schon in einem Buch 2006. Die sogenannte „Nazi-Keule“ wird von allen drei in unterschiedlicher Form verwendet. Abdel-Samad berief sich darauf, weil er mehrfach bei AfD-Veranstaltungen aufgetreten ist. Da meinte er, als Ägypter könne man ihm gar nichts anhaben. Das sei eine „Nazi-Keule“, wobei er weiß, dass Rechtsextreme diesen Begriff zur Abwehr benutzen.

Heni müffelt längst in seinem eigenen Institut und möchte insbesondere mit der Frankfurter Rundschau die AfD zum Hauptfeind der Juden stilisieren. Er verweigert ebenso wie Charlotte Knobloch und Josef Schuster die Unterscheidung zwischen Nationalsozialist und Nationalsozialistist. Und Heni zeigt seinen Anti-Deutschismus bereits im Titel seines aktuellen Essaybandes „Alternative zu Deutschland“. ( … ) Das Maschinengewehr ist eine Palästinenser-Keule, wobei Heni weiß, daß Israelis Maschinengewehre zur „Abwehr benutzen.“ – Noch Fragen? Braune Gewässer, aber ganz seichte. Was ist übrigens eine Verweigerung? Die unerwartete Reaktion auf einen Befehl, oder? Wie sagt da der wackere Antifaschist: Heni befiehl, wir folgen (nicht)! Und Hamed Abdel Samad meinte tatsächlich, man könne ihm nichts anhaben, weil er Ägypter ist? Tja, darum geht es Heni: Daß er untadeligen anderen Leuten etwas „anhaben“ kann. Je größer die Anhabe, desto fetter die Einnahme für das selbstgegründete Institut. Das stinkt übrigens nach einer Notgründung im Jahre 2011, weil ihm damals Drittmittel gestrichen worden waren.

Zitat wikipedia: „2008/2009 war Heni als Post-Doktorand („Post-Doctorate Associate“) an der Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism (YIISA) der Yale University in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut angestellt. Das Zentrum wurde 2011 nicht weiter finanziert. Heni warf der Yale University daraufhin vor, ein weiterer „unbedeutender Platz“ für die Verbreitung von u.a. Postkolonialismus, Kulturrelativismus, als „Toleranz oder Multikulturalismus verkleidetem“ Islamismus, Anti-Amerikanismus und der Verharmlosung von Antisemitismus zu werden, wie dies die Humboldt-Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, Columbia University, die University of California oder die Berkeley University schon seien.

Das sieht schwer danach aus, als ob Heni eine dieser Personen wäre, die blindwütig sämtliche Vorwürfe zusammenkratzen, um sie allen um die Ohren zu dreschen, die ihnen kein Geld mehr geben wollen. Was muß der Mann sauer gewesen sein, als das Middle-East-Forum seiner Verleumdung von Jouwatch und meiner Wenigkeit nicht glaubte – und in der Folge nicht uns, sondern seinem eigenartigen Berliner Institut die Unterstützung strich!?  Schadenfreude ist nicht schön. In dem Fall allerdings …

Frage FR: Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Sommermärchen von 2006? Und welche im Speziellen die Deutschland-Fahne?

Kleine Zwischenfrage: Warum stellt in diesem Zusammenhang ausgerechnet die linksgestrickte Frankfurter Rundschau einem wie Clemens Heni solche Fragen? Aber gut, was weiß er also?

Clemens Heni: „Meine These ist: Ohne 2006 wäre es nicht in diesem Ausmaß zu Pegida gekommen, und ohne Pegida gäbe es keine AfD in dieser Form. Die Deutschland-Fahne bei der WM hat eine unglaubliche Bedeutung für das Zusammenschweißen von atomisierten Einzelnen, die sich zu großen Teilen gar nicht für Fußball interessiert haben. Insofern war das Thema nicht Sport, sondern nationale Identität.

Weswegen die Mannschaft im Jahre 2006 auch noch „Nationalmannschaft hieß“. Und klar: Atomisierte Einzelne sind das Bild, das sog. Antisemitismusforscher mit selbstgegründeten Instituten am liebsten sehen, wenn sie auf Deutsche herabschauen. Ob die, so wie ich, mit den Braunlinken oder mit dem Antisemitismus irgendetwas zu tun haben, ist ihnen doch völlig schnuppe. Im Dritten Reich gab es dieses absolut üble Machwerk „Der ewige Jude“ als Film. Einer wie Heni würde – jede Wette – heutzutage den Film „Der ewige Deutsche“ drehen. Der Mann hat eine veritable Neurose.

Und das hier ist der Beweis.

Frage FR: „Vielleicht sollten wir einmal die Begriffe klären, wenn wir von Konservativen und Rechten sprechen.

Und jetzt gut aufpassen, es wird äußerst aufschlußreich – hinsichtlich Henis gedanklicher Schubladenwelt. Begriffsklärungen sind eine Lieblingsbeschäftigung von Relativisten und linken Begriffsverformern (Diskriminierung, Chauvinismus etc.).

Der Antisemitismusforscher aus Berlin: „Geht es um die Neue Rechte, reden viele häufig von Rechtsextremen. Es gibt eine extreme Form von Konservativ, in der ersten Stufe wären das CDU/CSU…

Jauuul! Herr Seehofer, haben Sie das gehört? Sie sind die erste Stufe eines Konservativextremisten! Das hätten Sie wahrscheinlich noch nicht mal selbst für möglich gehalten, obwohl Sie doch gern daneben liegen, oder?

Heni weiter: „… die extreme Form ist demnach die AfD, Pegida und noch Extremere.

Heni hat u.a. an der FU Berlin studiert. Er muß ein typischer Linker sein, weil ein Anderer es dort nicht lange aushält. Typische Linke können alles steigern. Demokratisch- demokratischer-am demokratischsten/gerecht-gerechter-am gerechtesten/frei-freier-am freisten/aktuell-aktueller-am aktuellsten – und eben auch „extrem“. Wer „extrem“ steigern kann, der kann auch „tot“ steigern: tot-töter-am tötesten. Passt irgendwie: Nach Heni sind die Toten des Holocaust töter als alle anderen Toten des globalen Massenmordes im zwanzigsten Jahrhundert. Sie sind am tötesten. Und die Deutschen sind am mörderischsten. Was absolut am empörendsten ist. Und deswegen muß er auch noch hundert … ach was rede ich … tausend Jahre über den Antisemitismus forschen. Sogar ein eigenes Institut hat er deswegen gegründet.Kein Wunder, daß er da etwas findet.

Heni weiter: „Es gibt andere Formen, die auch Neue Rechte sind, und sich im Dunstkreis um Kubitschek finden. Die haben einen viel stärkeren Bezug zum Nazismus, die sind völkisch-sozialistisch, nicht neoliberal.

Tja, um atomisierte Einzelne scheint es sich da nicht zu handeln. Teufel Fußball-WM aber auch.

Heni: „Gesellschaftlich ist auch immer von rechtsextrem und linksextrem die Rede. Dieses Gegensatzpaar würde ich so nicht aufmachen, sondern vielmehr von linksradikal sprechen. Radikal ist etwas ganz anderes, die Radikalen wollen eine andere Gesellschaft, während die Extremisten eine extreme Form des Vorhandenen anstreben. Rechtsradikal wäre dann eher der national-revolutionäre Zweig von Henning Eichberg bis Kubitschek und der Identitären Bewegung, der aber auch der Neuen Rechten zuzuordnen ist, sich aber am Nationalsozialismus orientiert. Die wollen auch die Verstaatlichung von Banken, das würde ein AfDler niemals wollen, der ist deutlich bürgerlicher.

Demnach wären Merkelwähler also Extremisten? Deutschland war vorhanden – und Merkel ist jetzt extrem vorhanden. Die Niederländer hingegen wären radikal, weil sie eine andere als eine titelgewinnlose Fußballgesellschaft anstreben? Na ja, radikal egal. Die werden sowieso nie Weltmeister. So viel steht – glaube ich – fest: Wenn Heni noch ein paar Jahre seine Forschungen betreibt, wird er jedem einzelnen Rechten und auch jedem fürchterlichen Braunlinken haargenau erklären können, was für ein Rechter, Konservativextremer oder Braunlinker er ist.

Wenn jetzt einer nicht Antisemitismusforscher, sondern Semitismusforscher wäre: Ob der sich wohl mit derselben Inbrunst der Linken annehmen würde? Das wäre bestimmt auch interessant: Was bin ich für ein Linker? Marxistisch, maoistisch, trotzkistisch, generalegalitaristisch, Bolschewist, Stalinist – oder eher befreiungstheologisch agnostisch links? Für den Fall, daß es nicht interessant sein sollte, schlage ich vor, einfach die alten Schubladen beizubehalten: Es gibt Braunlinke und Rotlinke auf der einen Seite – und die Realisten auf der anderen. Das wäre dann meine Seite.

Sein Interview in der Frankfurter Rundschau lasse ich mal einen befreundeten Psychiater lesen. Der weiß nämlich auch immer, wer genau welchen Dachschaden hat. Mein Tipp: Heni ist ein Sorgenvoller. Er macht sich Sorgen darüber, daß die Gesellschaft vielleicht bald schon nicht mehr so rotlinks ist, wie er sie braucht, um mit seinen höchst eigennützigen Differenzierungsorgien Gehör zu finden. Um die Juden in Deutschland macht er sich nämlich keine Sorgen. Das mache ich. Wäre es anders, dann würde er nicht so verleumderisch über diejenigen herziehen, die sich gegen den massenhaften Import der schlimmsten Judenfeinde überhaupt aussprechen.

Da kommt mir ein schrecklicher Verdacht: Ob es sich bei Clemens Heni wohl um einen Antisemiten handelt, der sich als Antisemitismusforscher verkleidet hat? Könnte das der Grund dafür sein, daß er das entspannte Zusammenleben heutiger deutscher Juden mit nichtjüdischen Deutschen so verbissen bekämpft? – Das sind so Fragen.

 

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