Weihnachten 2017: „Mer bewache dä Dom en Kölle“

Foto: Collage
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Der Kölner Dom wird Weihnachten zur Festung. Auch andere „Gotteshäuser“ in Nordrhein-Westfalen werden bewacht. Schutzmaßnahmen gegen „Schutzsuchende“ oder „Kampf gegen rechts“?

Von Volker Kleinophorst

Nie sind die Kirchen voller als an Weihnachten. Denn in die Christmesse drängen auch jene auf die Kirchenbank, die sonst nicht so regelmäßig in den Gotteshäusern vorbeischauen.

Nach den vielen islamischen Terroranschlägen, medial abgeschwächt Terroranschläge genannt, in Deutschland und Europa wollen sich viele Menschen einem Anschlagsrisiko nicht mehr aussetzen – oder wenn doch, dann nur unter Sicherheitsvorkehrungen, weiß die Rheinische Post.

„Der „hohen abstrakten Gefährdungslage“ möchte auch das Kölner Domkapitel Rechnung tragen, auch wenn die Kölner Polizei derzeit keine Hinweise auf Störungen hat, wie ein Sprecher mitteilte. Besucher der Weihnachtsgottesdienste müssen sich aber im Dom auf Einlass- und Taschenkontrollen einstellen. Das hatte das Domkapitel bereits am Sonntag mitgeteilt. Am Heiligen Abend findet die Christvesper um 17 Uhr statt, zwei Stunden vorher können Besucher bereits in den Dom, damit es mit den Sicherheitskontrollen zeitlich nicht eng wird.“

Größere Gepäckstücke wie Koffer, Reisetaschen oder Wanderrucksäcke müssen draußen bleiben. Handtaschen sind erlaubt. Dompersonal und zusätzliche Sicherheitsbedienstete dürfen Taschen jederzeit kontrollieren.

Auch andere große Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben sich den bunten Realitäten angepasst:

  • In  Aachen hat man  die Domschweizer angewiesen, besonders wachsam zu sein und verdächtige Gegenstände oder Gepäck zu kontrollieren.
  • In der Düsseldorfer Johanneskirche wird der Zugang zu den Gottesdiensten durch einen Sicherheitsdienst kontrolliert.
  • Im Bistum Essen sind keine gesonderte Taschenkontrollen geplant. Man verlässt sich auf die Polizei.
  • Im Altenberger Dom im Bergischen Land darf man keine eigenen Stühle mehr zur Messe mitbringen. Sie blockieren die Fluchtwege.

Der Bläck Fööss Song „Mer losse d’r Dom en Kölle“ wird wohl bald umgetextet, raunen „Experten“. Ein erster Vorschlag soll bereits eingegangen sein:

„Mer bewoche d’r Dom en Kölle,

det muss hück woll so sin,

doch sacht ener worans liecht,

da hörn mer gor nit hin,

mer singen all von Vielfalt, un hör nit dä Schuss

Mer singe immer weiter, dä Mullah lacht uns uss“

Trotz der „großen Gefahr von Rechts“, werden „Terroranschläge“ aus dieser Richtung nicht erwartet.

Drei Stimmen dem rp-online Forum zu: „Heiligabend in NRW“:

 

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