Brexit-Umfrage: Neuer Fake-News-Rekord der deutschen Medien!

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Großbritannien geht es wunderbar - dank Brexit (Foto: Pixabay)

Begeistert übernahmen deutsche Mainstreammedien die neueste Umfrage zum Thema Brexit. Die linksgerichtete britische Tageszeitung The Independent hatte sie in Auftrag gegeben und verkündet, dass die Mehrheit der Briten nun gegen den Austritt ihres Landes aus der EU sei.

Von Marilla Slominski

Jetzt stellt sich heraus, The Independent hat die BMG-Umfrage zu ihren Gunsten interpretiert und so eine vermeintliche „Fake-News“ verbreitet. Laut The Independent seien nun 51 Prozent aller Briten gegen den EU-Austritt, nur noch 41 dafür, erklärte die linke britische Tageszeitung sowie die deutsche Presse- und Fernsehlandschaft ihren Lesern und Zuhörern nahezu euphorisch.

Befragt wurden „1508 in Großbritannien lebenden Erwachsenen“ (jouwatch berichtete).

Der Vorsitzende des Instituts BMG Michael Turner stellt fest, dass gleich drei große Bereiche der Umfrage von der Presse falsch interpretiert worden seien.

„Die Leser sollten wissen, dass, wenn wir etwas tiefer in die Ergebnisse der Daten blicken, der vermeintliche Stimmungswechsel von den Befragten ausgeht, die 2016 an dem Referendum nicht teilgenommen haben. Bei den Wahlteilnehmern stehen 9 von zehn Befürwortern und Gegnern bis heute zu ihrer damaligen Entscheidung und haben die Seiten nicht gewechselt“ , erklärt Michael Turner.

„Außerdem muss man berücksichtigen, dass die Befragung zu einem Zeitpunkt stattfand, als die Presse ständig darüber berichtete, dass Großbritannien es nicht schaffen würde, die nächste Stufe der Austrittsverhandlungen zu erreichen. Daher ist es plausibel, dass in die Studie, die auf dem Höhepunkt der Spannungen zwischen der EU und Großbritannien stattgefunden hat, diese Auseinandersetzung, sowie die die Streitigkeiten über die irische Grenze miteingeflossen sind. Die Leser sollten aus dem Ergebnis der Umfrage auf keinen Fall schließen, dass die Mehrheit der Briten die Entscheidung über den Austritt aus der EU rückgängig machen will. In Wirklichkeit zeigt die Studie, dass es nur eine sehr geringe Unterstützung für ein zweites Referendum gibt,“ erklärt Turner weiter.

Die Studie habe sich der Methode der „Antworten unter Druck“ bedient.  Bei ihr werden den Befragten auch Antworten abgerungen, die sie eigentlich nur widerwillig geben wollen. Die Methode gilt als umstritten, weil man so auch Unentschlossenen Stellungnahmen abnötigt, die eigentlich nur den Befrager am Telefon wieder loswerden oder ihre Online-Umfrage so schnell wie möglich beenden wollen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass diese Form der Umfragen-Interpretation genutzt wird, um die eigene politische Kampagne erneut zu befeuern.

Und so haben die deutschen Medien die Fake News verbreitet:

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