Abt. Gabriel: Ist der Heimat-Sigi ein Identitärer?

Wem gilt Sigis Stinkefinger? (Foto: YouTube/Screenshot)

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Sigmar Gabriel mimt einen roten Regionalburschen, dem bei seinem täglichen Spaziergang über Mutter Erde wie aus dem Nichts heraus die Heimatliebe vor die Füße fällt, von woselbst aufgehoben er staunend sie einmal näher betrachtet.

Von Max Erdinger

Sigmar Gabriel fordert die SPD in einem Gastbeitrag im Spiegel auf, sich wieder mehr ihrer Kernwählerschaft anzunähern.“ – so steht´s in der Süddeutschen Zeitung. Der frühere Chef der Genossen dortselbst: „Ist die Sehnsucht nach einer ‚Leitkultur‘ angesichts einer weitaus vielfältigeren Zusammensetzung unserer Gesellschaft wirklich nur ein konservatives Propagandainstrument, oder verbirgt sich dahinter auch in unserer Wählerschaft der Wunsch nach Orientierung in einer scheinbar immer unverbindlicheren Welt der Postmoderne?

Niemand hält beim Heimatlauf den roten Heimat-Sigi auf. Der rote Heimat-Sigi wird doch wohl nicht von Pack gewählt werden wollen? Zum Glück kann er fast schon jeden Wähler persönlich fragen, ob er tief in sich drinnen den „ Wunsch nach Orientierung in einer scheinbar immer unverbindlicheren Welt der Postmoderne“ verspürt. So viele sind es ja nicht mehr. Danach wird er wissen, was er von seiner eigenen Wählerschaft halten soll. Wer jenen mysteriösen Wunsch hat in der „scheinbar immer unverbindlicheren Welt der Postmoderne„, muß für den roten Heimat-Sigi ein Spinner sein, der die absolut verbindliche Welt irrtümlicherweise für etwas anderes hält. Das heißt, der Heimat-Sigi weiß es schon wieder besser. Wenn viele Spinner etwas nur scheinbar für die Realität halten, heißt das aber noch nicht, daß der Heimat-Sigi der SPD auf ihre Stimmen zu verzichten braucht. Umerziehen kann sie die SPD später auch noch. Erst die Stimme, dann die Belehrung. So ist die Reihenfolge.

Aber wie stellt sich der voll orientierte Heimat-Sigi die Marschrichtung vor, die arg vernachlässigte? Sigmar Gabriel am 24.06.2013 im Gespräch mit der Vorsitzenden des Deutschsprachigen Muslimkreises: „Wenn Sie die erste ‚Tagesschau‘-Moderatorin werden, die so auftreten kann, mit einem Kopftuch, dann haben wir gewonnen!“ (Bild)

Gewinnen will er aber gegen die, für die gilt – Zitat ebenfalls vom Heimat-Sigi: „Es gibt ein demokratisches Recht darauf, rechts zu sein oder deutschnational.“ (stern) Er will also die Stimmen derjenigen für die SPD, gegen die er später gewinnen will. Das ist wieder typisch.

Heimat ist aber das, was man bereits hat, nicht das, was man erst noch bekommt. Deswegen kann sich der Heimat-Sigi seine alberne „Wunsch nach Orientierung in einer scheinbar immer unverbindlicheren Welt der Postmoderne“ – Nummer auch glatt sparen.

Es ist ein Wahnsinn: Ausgerechnet Sigmar Gabriel, Ex-Chef derjenigen Genossen, die seit Jahrzehnten beim Wort „Heimat“ epilepsieähnliche Anfälle bekommen, will mir weismachen, er könnte hier ein Thema „vernachlässigt“ haben. Wahrscheinlich auch noch aus Versehen. Wie er nur auf das schmale Brett kommt?

 

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