Abt. Unglaublich: „Die Zeit“ über Journalistenwatch

Foto: Collage
Alte Gegenöffentlichkeit, neue Gegenöffentlichkeit (Foto: Collage)

Die „Zeit“ hat sich mit Journalistenwatch beschäftigt. Ein gewisser Nico Schmidt berichtet unter der Schlagzeile: „Die Amerika-Connection der Neuen Rechten“ über angebliche Finanzierungsprobleme von Journalistenwatch und diffamiert uns als braunlinks. Eine Erwiderung.

Von Max Erdinger

Wenn Nico Schmidt schon schreibt: „Die Website „Journalistenwatch“ mausert sich zu einer einflussreichen Plattform der Neuen Rechten„, dann muß er auch damit rechnen, daß die einflußreiche Plattform seinen Artikel auseinandernimmt und nach letzten Resten von Wahrheit sucht. Nun denn, frisch ans Werk.

Eine Vorbemerkung

Man könnte es auch kurz machen. Ursprünglicher Anlaß für die ZEIT, diesen Artikel überhaupt zu bringen, war eine Kritik von mir am Zentralrat der Juden in Deutschland. Sein Vorsitzender Schuster hatte gefordert – und das ist für das weitere Verständnis extrem wichtig – Besuche in KZ-Gedenkstätten für deutsche Schüler verpflichtend (!) zu machen und die verbindlichen Lehrpläne dahingehend zu ändern. Wer behauptet, man dürfe den Zentralrat der Juden dafür nicht kritisieren, weil er ein derartig fundamental anderer Teil von „die Menschen“ sei als alle anderen, könnte wohl ein Antisemit sein. Er will offensichtlich nicht, daß man heute lebende Juden als ganz normale Menschen begreift. Ganz normale Menschen darf man nämlich kritisieren. Das aber nur nebenbei.

Nico Schmidt über die Website Journalistenwatch: „Finanziert wird sie auch aus den USA. Nun tauchen Probleme auf.

Einmal abgesehen davon, daß Schmidt weiter unten in seinem Artikel einräumen wird, daß er gar nicht weiß, ob diese Probleme auftauchen: Sollten da Probleme aufgetaucht sein, dann wären die nicht einfach so aufgetaucht, sondern sie wären Journalistenwatch mit den Mitteln von Verleumdung und Faktenunterschlagung mutwilligst gemacht worden. Einfach so aufgetaucht wäre da gar nichts.

Nico Schmidt:“( … ) schoss Journalistenwatch ausgerechnet am 9. November gegen den Zentralrat, der eine „bigotte Ansammlung von Selbstgerechten“ sei. Und weil das noch nicht reichte, warf der Autor dem Zentralrat der Juden hinterher: „Mach’ dich endlich ehrlich, halt’ endlich deinen impertinenten Mund.

Das ist richtig. Und davon habe ich auch nicht ein Wort zurückzunehmen. Etwas konzilianter formulieren hätte ich es vielleicht können. Aber da es hier nicht um die Form, sondern um die Sache geht – der in der „Zeit“ fehlende Bezug: Wer als ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, gemeint war Charlotte Knobloch, diejenige Partei zu einer Gefahr für den gesellschaftlichen Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erklärt, die sich am vehementesten gegen den massenhaften Import der schlimmsten Judenfeinde der Welt stellt, vertritt ganz offensichtlich höchstpersönliche – und keinesfalls jüdische Interessen in Deutschland. So dumm kann man nicht sein, als daß man die Verhältnisse bspw. in Paris übersehen könnte. In Seine-Saint-Denis läuft derzeit bereits der Exodus der Juden. Dümmstenfalls vertritt so jemand halt eine Attitüde, von der er annimmt, daß sie das Bild seiner gesellschaftlichen Etabliertheit schön und folgenlos schmückt. Sie steht ihm halt irgendwie. Gesellschaftliche Etablierung und persönliche Dummheit schließen sich gegenseitig aber nicht unbedingt aus. Das ist wahr. Und wenn es wahr ist, dann reicht das. Die Wahrheit gilt auch für Frau Knobloch. Weitere Rechtfertigungen meinerseits sind in dieser Sache daher erläßlich.

Was Nico Schmidt natürlich verschweigt, obwohl er es bei gründlicher Recherche hätte leicht herausfinden können: Meine Kritik am Zentralrat der Juden war zentral an dessen Forderung aufgehängt, die Besuche in KZ-Gedenkstätten verpflichtend (!) zu machen. Zum Zwecke meiner Diffamierung und der finanziellen Schädigung von Journalistenwatch übersetzte Clemens Heni (*1970), seines Zeichens Direktor des Berliner Instituts für Antisemitismusforschung und ehemaliger Student an der ultrarotlinksversifften FU Berlin, Teile meines Artikels für die „Times Of Israel“ ins Englische, um den unführbaren Beweis dennoch zu führen, ich sei ein Antisemit – und forderte dann, daß Journalistenwatch von der Liste der Unterstützten aus Mitteln des Middle-East-Forums gestrichen werden sollte. Nico Schmidt komplettierte diese Bemühungen in der „Zeit“ nun mit seinen Bemühungen, unserem Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit die steuerliche Vergünstigung für unsere volksbildende Funktion abspenstig zu machen.

Aufgepasst, Schmidt: Wenn jemand das Volk bildet, dann sind wir das. Wir müssen im Interesse der Volksbildung den ganzen Mist wieder geraderücken, den deinesgleichen verzapft. Wir haben deinen Dank verdient und nicht die Verleumdung durch dich.

Der Gipfel der Infamie

Mit Leichtigkeit hätte Nico Schmidt die Übersetzung von Clemens Heni in der „Times Of Israel“ finden können. Er wird wissen, warum er das unterlassen hat. Hier wäre er fündig geworden. Dann hätte er auch gemerkt, daß der Punkt, um den es bei der ganzen Sache im Kern ging – nämlich meine Kritik an der Forderung einer VERPFLICHTUNG (!) zum Besuch von KZ-Gedenkstätten – von Heni absichtlich falsch übersetzt wurde! Heni hatte mein „verpflichten“ übersetzt mit „to urge“ (ermahnen, dazu anhalten). Zu keinem Zeitpunkt hatte ich mich jedoch dagegen ausgesprochen, den Besuch von KZ-Gedenkstätten nicht mehr anzumahnen. Jedenfalls schrieb Heni in der „Times Of Israel„, daß jemand wie ich, der den Zentralrat der Juden dafür kritisiert, daß er diese Besuche anmahnt, ein glasklarer Antisemit sei – und forderte deswegen die Einstellung unserer Förderung durch das Middle-East-Forum.  Kurz danach schrieb ich die erste Erwiderung hier bei Journalistenwatch, wo ich auf diese Verleumdung hinwies.

Das hat er also unterlassen, der Herr Nico Schmidt von der „Zeit“: Er hat den zeitlichen Verlauf der Debatte nicht verfolgt, sondern sich blind auf Clemens Heni verlassen. Das ist der heutige „Qualitätsjournalismus“ von Erzeugnissen wie „Die Zeit“. Der Begriff „Lügenpresse“ hat seine Berechtigung.

Schmidt in der „Zeit“: „Das niedrige Niveau“ schadete allerdings nicht, im Gegenteil: neurechte Websites begannen, auf Journalistenwatch hinzuweisen, mehrere AfD-Landesverbände verbreiteten Böhms Inhalte. Aber wer finanziert das Portal?“

So, und jetzt mal zum „niedrigen Niveau“ als solchem, Herr Schmidt: Die Fähigkeit, journalistische Schlampigkeit auf Kosten der Wahrheit hinter wohlgesetzten Worten in der renommierten „Zeit“ zu verstecken, ist genau gar kein Niveau, sondern die Erzeugung einer Illusion von Niveau. Es gibt keine niveauvollen Lügen. Dem steht die Lüge in ihrer Seinshaftigkeit diametral entgegen. Wohl nicht gut erzogen worden, zuhause, wa´?

Der „Die Zeit“ – Schmidt: „Während einige der Beiträge auf Journalistenwatch eher verwirrt daherkommen („Hitler war links. Rechte können damit keine Neonazis sein“), können andere nur als rechtsradikal und geschichtsrevisionistisch bezeichnet werden. Und das könnte für Böhm und Pipes zum Problem werden.

Schmidt, schlau werden und Geschichtskenntnisse aufpolieren! Zwei Tipps: 1. Viel lesen. Jan Fleischhauers „Unter Linken – von Einem, der aus Versehen konservativ wurde“ ist auch für Laien wie dich leicht verständlich geschrieben und liefert u.a. eine Fülle an essentiellen Fakten zur Einführung in das Thema. 2. Historikerstreit 1987/ Ernst Nolte googeln. Hundertmal schreiben: „Hitler war links“. Aber in Schönschrift, wenn ich bitten darf.

Nächster Punkt: „Böhm und Pipes“. Oben hieß es doch noch, „es tauchen Probleme auf.“ Die brauchen aber lange zum auftauchen, bis sie endlich an der Oberfläche sind, findest du nicht? Womöglich tauchen sie gar nicht auf, sondern unter. An dieser Stelle deines verleumderischen Artikels bist du nämlich schon bis zum Konjunktiv herabgesunken: „Das könnte für Böhm und Pipes zum Problem werden.

Und dann kommst du auch noch damit an: „Ebenfalls nicht äußern will sich Daniel Pipes. Detaillierte Fragen von ZEIT ONLINE, etwa zu der Förderung von Journalistenwatch, beantwortet er nicht. Stattdessen teilt er mit, dass es wichtigere Probleme gebe als die neurechte Plattform: etwa die „unkontrollierte Einwanderung in Europa“. Offenbar fällt es Pipes schwer, zwei Themen gleichzeitig zu bearbeiten – oder aber er will sich nicht von seinen deutschen Schmuddelkindern distanzieren.“

Für das „Schmuddelkinder“ habe ich jetzt aber einen frei, ja? Du miserabler Schmiergriffel. Du siehst: Es gibt in diesem Zusammenhang genau gar keine Probleme, die hinsichtlich der Finanzierung von Journalistenwatch auftauchen. Und du selbst schreibst das weit unterhalb deines eigenen Teasers auch noch so auf. Dein Teaser ging so: „Die Website „Journalistenwatch“ mausert sich zu einer einflussreichen Plattform der Neuen Rechten. Finanziert wird sie auch aus den USA. Nun tauchen Probleme auf.“ – Also, Schmidt, wo tauchen sie jetzt auf, die Probleme? Oder tauchen sie unter?

Hier aber hast du den Vogel gar abgeschossen: „Und der Autor Max Erdinger verteidigte im September AfD-Chef Alexander Gauland, der gefordert hatte, wieder „stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“. Selbst Gaulands Kritiker würden nicht behaupten, dass die Wehrmacht nichts geleistet habe, so Erdinger. „Im Nachhinein betrachtet haben sie halt das Falsche geleistet. Aber die Leistung als solche war nicht übel, so von 1939 bis 1941.

Weißt du, Schmidt, solche Sachen schreibe ich, damit sich die Pimperlwichtigs dieser Republik, Abt. Zeitpimperl, aufregen. Es ist mir ein „innerer Reichsparteitag“ – *jessers* – , wenn es mir gelungen ist, daß die Schmidts dieser Republik in Schnappatmung verfallen. Ich liebe es. Jetzt paß´mal auf, Schmidt, was das Allerschönste daran ist: Daß ich auch noch recht habe! Tatsächlich – und selbst von alliierten Generälen so bestätigt – die Leistungen der Wehrmacht zwischen 1939 und 1941 sind unter militärischen Gesichtspunkten beachtlich gewesen. Schön waren sie halt nicht. Aber Krieg ist allgemein nicht für Schönheit bekannt. Und derjenige der Wehrmacht schon gar nicht. Daß Leistung und Schönheit nichts miteinander zu tun haben, sieht man ja auch an deinem von mir hier kritisierten Artikel. Es ist schon eine Leistung, daß du ihn geschrieben hast – nur schön ist er halt nicht. Weil er nicht wahr ist. Weil du wahrscheinlich vom Verlag für deine Artikel bezahlt wirst und deswegen nicht schreiben darfst, was wahr wäre. Wenn du die Wahrheit schreiben wolltest, müsstest du dich z.B. bei Journalistenwatch bewerben. Ich geb´dir Brief und Siegel: Den Versuch kannst du dir sparen. Wenn einer wie du Geld mit Schreiben verdienen will, dann muß er lügen, weil er von einem Ehrlichen keinen Cent bekommt. So schaut´s aus, Schmidt.

Lassen wir´s einfach dabei. Du kannst dir jetzt die Hosen wieder hochziehen, nachdem ich sie dir runtergelassen habe. Gab eh keine Eier zu sehen. Ein Drama: Ich und mein niedriges Niveau. Nichts zu danken, Schmidt.

 

 

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.