SPIEGEL hält die Hand auf

Das deutsche Wahrheitsmedium (Foto: Collage)

Nach all den schlechten Nachrichten in der heutigen Zeit nun eine zum Schmunzeln. Wie das Handelsblatt meldet, möchte der SPIEGEL ab Januar 2018 Geld für die Nutzung seiner Bestseller-Logos haben.

Von Nils Kröger

Dann wird er mit einer Praxis brechen, die über viele Jahre als Kooperation zum gegenseitigen Vorteil von Buchbranche und Nachrichtenmagazin gut funktioniert hat.

 Anscheinend haben aber wohl nur die Buchhändler profitiert und bekanntlich hört bei Geld die Freundschaft auf. Weiterhin erfährt man auch gleich die Höhe der „Leistungsprämie“.

 Folgende Preise werden für Verlage fällig, die ihre Bestseller weiterhin in Verbindung mit der Medienmarke „Spiegel“ vermarkten wollen: 250 Euro pro Titel für die Verwendung der Logos in Vorschauen, Werbemitteln und Anzeigen, noch einmal 250 Euro für die Aufbringung auf Buchcovern. Für ein zusätzliches Premiumpaket „Spiegel-Bestseller Platz 1“ erfahren Kunden den Preis nur „auf Anfrage“.

 Dem SPIEGEL muss das Wasser wirklich bis zum Hals stehen, wenn er zu solchen Mitteln greift und seinen Partnern mit diesen Mondpreisen die Pistole auf die Brust setzt.

 Wie es aussieht, haben die Hamburger die Rechnung jedoch ohne ihre Partner gemacht. Die Reaktionen der Buchbranche fallen selten so deutlich und noch seltener so einhellig aus wie in diesem Fall.

 Von „inakzeptabel“ über „Zahlungsverweigerung“ war alles dabei. Trotzdem möchten die Verlage den Dialog aufrecht erhalten (vermutlich aus Mitleid). Somit verschwindet der SPIEGEL im Dunkel der Geschichte, wie die Karthager oder der Säbelzahntiger. Bis in eintausend Jahren ein SPIEGEL-Exemplar auf einer Baustelle in Hamburg gefunden wird. Bitte nicht lesen!

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