Exodus: Juden verlassen Seine-Saint-Denis

Foto:Durch Jacky D/shutterstock
Vor den Toren von Paris - Migrantenstadt Seine-Saint-Denis (Foto:Durch Jacky D/shutterstock)

Immer mehr französische Juden fliehen regelrecht aus den Pariser Vorstädten vor dem steigenden islamischen Antisemitismus. In diesem Jahr habe ein regelrechter Exodus aus Seine-Saint-Denis stattgefunden, berichtet die französische Tageszeitung 20 Minutes.

Mit der steigenden Islamisierung Europas hält der Judenhass von Seiten der muslimischen Bevölkerung immer mehr Nahrung. So sieht sich eine steigende Zahl jüdischer Franzosen gezwungen, in gut bürgerliche teure Wohnviertel umzuziehen, die für sie noch etwas mehr Sicherheit bieten.

„Der Exodus ist schwer zu beziffern, doch es ist klar, dass viele Synagogen in Seine-Saint-Denis wegen sinkender Mitgliederzahl inzwischen geschlossen sind,“ so 20 Minutes. In Perrefitte habe der Rabbi einen Rückgang der Gläubigen um 50 Prozent seit seiner Ankunft vor 13 Jahren verzeichnet. Ähnlich sei die Situation im nahegelegenen Bondy, wo am Yom Kippur Fest statt der in den letzten zehn Jahren üblichen 800 nur noch 400 Menschen teilgenommen hätten.

„Es ist schwer zu erklären, aber an vielen Orten fühlen wir uns nicht länger willkommen“, beschreibt der Präsident der Bondy Synagoge die andere Atmosphäre.

Sein Kollege Rabbi Moshe Lewin aus Raincy fürchtet bereits, zu den letzten Rabbis in Seine-Saint-Denis zu zählen: „Was mich wirklich aufregt ist, dass in Gebieten, nur fünf Minuten von meinem Zuhause entfernt, Juden ihre Kippa oder ihre Kette mit dem Davidstern ablegen müssen“, erzählt er.

Zehntausende Juden haben Frankreich inzwischen für immer verlassen. Gingen 2014 noch 7.231 Juden, waren es ein Jahr später bereits 7.900. Im vergangenen Jahr folgten ihnen noch einmal 5000. Insgesamt sind seit 2006 mehr als 40.000 französische Juden ausgewandert. (MS)

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