Necla Kelek über schizophrene Linke und Grüne

Necla Kelek (Bild: Medienmagazin pro, CC BY 2.0; siehe Link)
Necla Kelek (Bild: Medienmagazin proCC BY 2.0; siehe Link)

Im „Tagesspiegel“ gibt es ein Interview mit der Berliner Sozialwissenschaftlerin und Publizistin Necla Kelek, die sich dabei auch sehr kritisch mit den „islamisierten“ Linken und Grünen auseinandersetzt. Hier ein Auszug:

…Im Mai hat der Bundestag Ehemündigkeit auf 18 Jahre heraufgesetzt, um Kinderehen zu verhindern. Widerstand kam damals von der Linkspartei und den Grünen: von Parteien also mit traditionell feministisch-progressiven Überzeugungen. Hat Sie der Widerstand verwundert?

Ganz und gar nicht. Bei dem Thema haben wir bei Terre des Femmes seit Jahren auch gegen Widerstände aus diesem politischen Milieu kämpfen müssen. Das ist eine traurige Realität: Die deutsche Linke fordert zwar seit Jahren, dass die Gesellschaft bunter und vielfältiger werden soll. Sie übersieht dabei aber, dass in den Gruppen, die das Land bunter machen sollen, Menschrechte permanent verletzt werden, besonders auf Kosten der Mädchen und Frauen. Eine offene, tolerante Gesellschaft wünsche ich mir auch, aber keine, in der Mädchen zwangsverheiratet werden und ein Kopftuch tragen.

Die ehemalige Landeschefin der Grünen, Bettina Jarasch, hat gewarnt, einen „Kulturkampf um das Kopftuch zu führen“, und deshalb gefordert, dass Lehrerinnen mit Kopftuch an Berliner Schulen unterrichten können – bislang verbietet das Neutralitätsgesetz das. Halten Sie das für einen richtigen Schritt in der Integrationspolitik?

Ein Blick in jedes beliebige islamisch geprägte Land reicht um zu sehen, dass die Verschleierung dort einzig ein Instrument ist, um Frauen zu marginalisieren und auszugrenzen. Als Frau möchte ich mich den Männerblicken aber nicht beugen und werde auch meinen Körper nicht verstecken. Wenn eine Politikerin in Berlin Frauen dazu ermutigt, sich zu verschleiern und die Verschleierung per Gesetz sogar legitimieren möchte, sendet das ein katastrophales Signal aus. Es ist geradezu schizophren, wenn deutsche Feministinnen die Freiheit in Deutschland auskosten und am Baggersee nackt ins Wasser springen, es dann aber befürworten, wenn muslimische Frauen einen Ganzkörperkondom überziehen sollen, bevor sie planschen gehen.

Ich kann nur mutmaßen. Es scheint, als würden viele von ihnen Muslime ausschließlich als Opfer des weißen, kapitalistischen Westens erkennen wollen, die man mit westlichen Werten nicht überfordern solle, weil sie arm sind. Dabei wird vergessen, dass auch in reichen muslimischen Ländern wie Saudi-Arabien Frauenunterdrückung fester Teil des Systems ist. Andererseits gibt es den Hang der Europäer, die Kultur und Gesellschaften des Orients romantisch zu verklären. Das trägt dann bisweilen rassistische Züge…

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