Die Scheiße steht uns bis zum Hals

Foto: Durch Bildagentur Zoonar GmbH/Shutterstock
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Weil der Dauerregen die Böden in Norddeutschland extrem aufgeweicht hat, können die Bauern keine Gülle auf den Feldern verteilen. Mit fatalen Folgen

Von Volker Kleinophorst

Die Felder im Herbst mit Gülle zu besprühen, ist die einfachste Möglichkeit die Verdauungsreste von Kühen und Schweinen aus der Massentierhaltung loszuwerden.

Doch die regennassen Äcker sind seit Wochen nicht befahrbar, werden es auch im Januar aller Wahrscheinlichkeit nicht sein. Deswegen steigen die Pegelstände in den Gülletanks auf den Bauernhöfen.

In Schleswig-Holstein hat Grünen-Landwirtschaftsminister Robert Habeck reagiert. Bauern können jetzt auf Antrag provisorische Gülle-Erdlager errichten. Damit sich die Schweinerei in Grenzen hält, sind strenge Auflagen einzuhalten, Grundwasser und Oberflächengewässer zu schützen. Außerdem müssen die Gruben mit Spezialfolien abgedichtet und wieder zurückgebaut werden. Denn auf die Äcker kommt die Gülle dennoch, nur später. Anders wird man sie nicht los. Die Güllung vor dem Winter hat keinen Einfluss auf das Pflanzenwachstum, es ist eine Verklappung. Man käme sowieso insgesamt mit weniger Gülle aus.

Doch immer größere Tierfabriken treffen besonders in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf immer weniger landwirtschaftliche Anbaufläche, die überhaupt „gedüngt“ werden könnte. Der „Dünger“ ist durch schiere Masse zu einem Schadstoff geworden.

Kann diese Gülle-Überproduktion nicht über die Äcker entsorgt werden, steht den Bauern schnell die Scheiße bis zum Hals.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/der-grosse-guelle-notstand-krise-in-norddeutschland-15331116.html

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