Dem Heinerhofbauern sein Knecht über die „menschliche Gesellschaft“

Dem Heinerhofbauern sein Knecht (Foto: Pixabay)

Die „menschliche Gesellschaft“ wollen sie immer schaffen, die Linken, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Das genaue Gegenteil davon erreichen sie, meint er. Die Reportage vom Land.

von Max Erdinger

„Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden“, habe Erhard Eppler, einer der SPD-Senioren, einst gesagt – und die SPD habe es glatt in ihr Parteiprogramm übernommen. Ich habe nachgesehen. Dem Heinerhofbauern sein Knecht hat recht. Genauso ist es gewesen. Es brauche nur ein bißchen Böswilligkeit, sagt der Knecht, um zu behaupten, Eppler habe damit gesagt, daß Männer keine Menschen seien oder daß sie auf jeden Fall nicht „menschlich“ wären. In dem Fall hätte die SPD dann die Ansicht eines Unmenschen in ihr Parteiprogramm aufgenommen. Was ihn wiederum nicht so sehr wundern würde, weil er zur Menschlichkeit der Linken schon eine Meinung hat.

Der Grundfehler, den die Linken machen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, ist der, daß sie grundlos unterstellen, der Mensch sei an sich schon gut und erst seine Sozialisation mache ihn mitunter zu einem Mitbürger mit einem „sozialethisch fragwürdigen Charakter“. Er selbst verwendet für Unmenschen einen einfacheren Begriff. Basierend auf diesem Grundfehler machen die Linken einen Zweitfehler, sagt er. Sie nehmen an, daß Frauen schon ab der Geburt noch einmal bessere Menschen seien, als die, die sowieso schon gut sind.

Er habe sich einmal genau umgesehen, wie weit die Linken bei ihrem Versuch der Schaffung einer „menschlichen Gesellschaft“ schon gekommen sind. Das Ergebnis ist ernüchternd, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. „Menschliche Gesellschaft“ können sie auch nicht. Und daß es kein Wunder sei, sagt er, wenn man es damit probiert, Frauen als Vorbilder zu installieren. Frauen sind keine Vorbilder, sagt er. Für Männer auf gar keinen Fall. Weil Frauen keinen Sinn für kämpferische Fairness haben, sagt er, was man ihnen nicht vorwerfen kann. Für die längste Zeit der Menschheitsgeschichte haben Männer gegen andere Männer gekämpft und haben sich deshalb das Konzept der Fairness mühevoll angeeignet. Gnadenlosigkeit ist weiblich, sagt er. Weil Männer für sie gekämpft haben, mussten sie keine Fairness entwickeln, sagt er. Ein männlicher Sieg, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, ging zwar oft mit dem Tod des Feindes einher, aber das war nicht der Sinn des Kampfes, sondern oft eben ein unvermeidliches Nebenergebnis. Kampf hatte immer den Sinn, Klarheit in Macht – und Einflußfragen herzustellen, um so wieder zum Frieden zu kommen. Wenn Frauen kämpfen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht – und zwar egal, um was – wollen sie immer die Vernichtung des Feindes, egal ob ihnen die am Ende auch etwas nützt. Die Klärung von Machtfragen, um zum Frieden zu kommen, darum ginge es ihnen nie. Dem Unterlegenen dann, wenn er seine Niederlage eingesehen hat, die Hand zu reichen, um ihm wieder auf die Füße zu helfen und nach Klärung der Machtfrage friedlich nebeneinander weiterzuleben, – das habe er bei Frauen noch nie beobachtet, sagt der Knecht. Männer, sagt er, wollen durch den Kampf etwas beweisen, Frauen wollen etwas erreichen.

Die unglaubliche Verrohung, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, von welcher er in zunehmendem Maße im Kreisboten lese, habe wohl damit zu tun, daß das Konzept der Fairness nicht mehr weitergegeben werde an die nachwachsenden Generationen. Daß einer einem bereits Geschlagenen, der mit Nasenbluten auf dem Boden liegt, auch noch mit den Stiefeln auf den Kopf springt, sagt der Knecht, habe er in seiner eigenen Jugendzeit nie erlebt. Damals sei klar gewesen, wann ein Kampf entschieden war. Heute sei oft nicht eher Schluß, als bis einer der Kontrahenten lebensgefährlich verletzt oder gar tot ist. Zu seiner Jugendzeit, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, hätten die meisten Buben auch noch einen Vater gehabt, der sie zur Fairness erzog. Außerdem seien sie mit anderen Buben zusammen gewesen, die ebenfalls Väter hatten, die sie erzogen haben. Individuelle Erziehungsdefizite hinsichtlich der Fairness wären damals also spätestens in der Gruppe korrigiert worden.

Die Linken mit ihrer „menschlichen Gesellschaft“ machten es sich zu einfach, sagt der Knecht. Die Verherrlichung alles Weiblichen bei gleichzeitiger Verteufelung alles Männlichen schaffe ja den Buben als solchen nicht aus der Welt. Er ist nach wie vor da. Aber in der „menschlichen Gesellschaft“ der Linken wird ihm vom Kindergartenalter an eingeredet, daß er ein Problem ist und besser ein Mädchen geworden wäre. Wenn er dann kämpfen muß, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, dann kämpft er eben auch wie ein Mädchen. Schon in dem Punkt hätten die Linken mit ihrer „menschlichen Gesellschaft“ die Unmenschlichkeit großgemacht. Aber das sei noch lange nicht alles.

Die Linken verstaatlichen soviel wie sie können, sagt der Knecht. Auch die Privatheit. Überall mischen sie sich ein. Mit der zunehmenden Staatsermächtigung, sagt der Knecht, wächst logischerweise auch die Bürokratie. Immer größere Teile des Lebens werden durch Paragraphen, Verbote und Bestimmungen erfaßt. Die Bürokratie aber, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, kennt sich mit dem Wortlaut von gesetzlichen Bestimmungen besser aus als mit den Menschen. In Norderstedt, bei den Preußen, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, habe die Bürokratie im Rahmen einer Gehwegvermessung festgestellt, daß die Bewohner einer Reihenhaussiedlung Teile ihrer kleinen Vorgärten auf öffentlichen Grund ausgedehnt hatten, seit Jahrzehnten schon. Hübsch habe das ausgesehen, sagt der Knecht. Niemand habe sich je daran gestört, allen habe es gefallen – nur der Bürokratie nicht. Die wollte plötzlich Pacht haben für die teilweise Nutzung öffentlichen Raumes als Gartenfläche. Wer das nicht eingesehen hat und die Pacht nicht zahlte, dem schickte die Stadt einen Bautrupp vorbei, der ihren Vorgarten teilweise plattmachte und die Fläche zubetonierte. Da könne man einmal sehen, wie die „menschliche Gesellschaft“ der Linken daherkommt.

Gerade hier, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, beim hemmungslosen Ausbau der Bürokratie, räche es sich, daß überproportional viele Frauen einen Bürosessel in den Ämtern bekommen haben. Weil: Frauen interessieren sich im allgemeinen nicht dafür, wie sie im Job funktionieren, sondern dafür, wie der Job für sie selbst funktioniert. Er habe die Probe aufs Exempel gemacht und bei verschiedenen Stellen angerufen, um sich Auskünfte einzuholen. Überall dasselbe, sagt der Knecht. Entweder hätten die Damen mit seiner Frage nichts anfangen können oder sie erklärten sich für unzuständig, waren heute nicht im Haus, mussten erst einmal nachfragen oder wollten nichts entscheiden. Auf zwei Fragen allerdings konnten sie antworten wie aus der Pistole geschossen. Wieviel Urlaub haben Sie dieses Jahr noch? Und: Wieviele Stunden sind es heute noch bis zu Ihrem Feierabend?

Bürokraten, die nicht mehr in der Lage sind, darüber zu reflektieren, was Bürokratie dem Bürger gegenüber ist, sondern die sich ausschließlich auf die Vorzüge konzentrieren, welche die Bürokratie ihnen selbst bringt, sind ein weiterer Baustein hin zur unmenschlichen Gesellschaft, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Und daß Linke absolute Vollidioten sind. Während Männern von alters her beigebracht worden ist, daß sie in öffentlichen Ämtern im Sinne der Öffentlichkeit zu fungieren haben, ist den Frauen eingeredet worden, es ginge bei ihrer Anstellung um ihr höchstpersönliches Recht auf einen Arbeitsplatz zum Zwecke ihrer Selbstverwirklichung und ihrer Befreiung aus dem unterdrückerischen Patriarchat, welches sie viel lieber als unbezahlte Gebärmaschinen gehalten hätte.

Was Weibspersonen in öffentlichen Ämtern im Extremfall für einen Schaden anrichten, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, könne man eindrucksvoll an der Bundeskanzlerin sehen. Einen Mann, der ein so desaströser Kanzler wäre, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, hätte man längst geteert und gefedert über die Grenze gejagt. Warum? Weil einem dafür niemand Frauenfeindlichkeit nachgesagt hätte. Die Merkel, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, ist der beste Beweis dafür, wie grotesk die Linken mit ihrer Einschätzung daneben liegen, ihre menschliche Gesellschaft sei nur durch die Überwindung der männlichen zu erschaffen. Das genaue Gegenteil ist der Fall, sagt der Knecht. Je weiblicher, desto unmenschlicher.

Ich warf ein, daß er das wohl nicht so pauschal sagen könne. Doch, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht, das könne er. Ausnahmen bestätigten schließlich die Regel. Und er kenne auch Ausnahmen.

 

 

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