Alice Schwarzer: „Islamismus ist eine politische Machtstrategie“

Foto: Imago
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Berlin  – Die Publizistin und Feministin Alice Schwarzer hat angesichts der antisemitischen Ausschreitungen in Berlin vor Eskalationen durch Fanatiker „aller drei monotheistischen Weltreligionen“ gewarnt. „Der Islamismus ist eine politische Machtstrategie, der den Glauben funktionalisiert“, schreibt Schwarzer in einem Gastbeitrag für die „Welt“ (Dienstagsausgabe). „So wie die Evangelikalen den christlichen Glauben missbrauchen und seine religiösen Gesetze vor die weltlichen stellen.“

So hätten „fundamentalistische Christen“ US-Präsident Donald Trump zur Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem gedrängt – neben „Hardlinern“ aus Israel. „Was nicht nur in die Revolte der Palästinenser Öl gießt, sondern die ganze islamische Welt und die westliche Linke in Aufruhr versetzt. Ihr Slogan lautet: Boycott, Divestment and Sanctions. Früher hieß das: Kauft nicht bei Juden“, schreibt Schwarzer. Die Publizistin sieht die Instrumentalisierung des muslimischen Glaubens für ideologische Zwecke in Deutschland als „relativ neu“ an. „In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es Millionen Türken in Deutschland. Die Deutschen identifizierten sie als Türken – aber nicht als Muslime.“ Der Glaube der Türken sei damals kein Thema gewesen, weder von ihrer Seite noch seitens der Deutschen. „Thema ist das erst seit dem ideologischen Feldzug des politisierten Islam, des Islamismus, der 1979 mit der Machtergreifung von Ajatollah Khomeini im Iran begann, in den 1980er-Jahren in den Metropolen Europas ankam und noch lange nicht am Ende ist.“ (dts)

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