Linker Wirbel um Preisverleihung an Ken Jebsen

(Bild: James Rea; CC BY-NC-ND 2.0; siehe Link
Moustafa Kashefi alias Ken Jebsen (Bild: James ReaCC BY-NC-ND 2.0; siehe Link)

Der Internetblog „Neue Rheinische Zeitung“ (NRhZ) will am 14. Dezember einen Preis an den ehemaligen Journalisten Moustafa Kashefi verleihen. Kashefi, besser bekannt unter dem Pseudonym Ken Jebsen, gilt vielen Kritikern als Verschwörungstheoretiker und Antisemit. Nun halten prominente Linke ihre schützende Hand über Jebsen, nachdem der Genosse Kultursenator die Ehrung verhindern wollte.

Für Jebsen waren die Anschläge vom 11. September inszeniert. Israel begeht systematischen Massenmord an den Palästinensern und die Medien sind allesamt von den Zionisten unterwandert. Mit pro Asyl zeigt er sich ebenso solidarisch, wie mit den linken Regierenden in Griechenland. Wegen angeblicher Holocaustleugnung und offenem Antisemitismus verlor Jebsen 2011 seinen Job als Moderator beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Seither betreibt er das Online-Portal KenFM.

Fans und Anhänger, mehrheitlich aus dem linken Lager jedoch sehen in Ken Jebsen einen kritischen Journalist, der aktuelle gesellschaftliche Fragen beleuchtet. Er sei ein Pazifist und Aufklärer.

Genosse Kultursenator versucht Verleihung zu verhindern

Jebsens Standpunkte und Meinungen müssen in einem liberalen Land, das die Meinungsfreiheit als eines seiner höchsten Güter einstuft, öffentlich vertreten werden dürfen. Ob solche Positionen jedoch einen Ehrenpreis rechtfertigen, darf und muss angezweifelt werden. Das zweitere sah wohl sogar einer aus den eigenen linken Reihen so.  Der linke Berliner Kultursenator Klaus Lederer wollte dies verhindern und bekam nun mächtig Prügel von seinen „israel- und kapitalismuskritischen“ Genossen.

Die Veranstaltung zur Verleihung des „Kölner Karls-Preises für engagierte Literatur und Publizistik“ im Kino Babylon durch die „Neue Rheinische Zeitung“ – an die die durch Karl Marx in Köln redigierte kommunistisch-sozialistische Neue Rheinische Zeitung angeknüpft – wurde zunächst abgesagt. Nun soll sie doch wie geplant stattfinden. Das bestätigte der „NRhZ“-Mitherausgeber Andreas Neumann der Welt auf Anfrage.

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Das Amtsgericht hatte zugunsten eines Antrages auf einstweilige Verfügung geurteilt. Die durch Druck des Senats erfolgte Absage sei als rechtswidrig eingestuft worden, heißt es hierzu. Lederer wurde politische Einflussnahme vorgeworfen. Und das wohl nicht ganz zu Unrecht.

Unterstützung von links oben

Auch der langjährige Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Oskar Lafontaine, zeigt sich als Ken-FM Unterstüzter und nimmt zur Karlspreisverleihung aktuell Stellung:  „Begriffe wie ‚Verschwörungstheoretiker‘ oder auch ‚Querfront‘ stammen aus dem Arsenal der Geheimdienste. Sie sind dazu geschaffen, die Aufklärung imperialer Verbrechen und Bündnisse, die sich dagegen richten, zu torpedieren. Es ist geboten, sich jeglichen offenen oder verdeckten Maßnahmen der Verleumdung zu widersetzen.

Neben der Unterstützung von Lafontaine kann Jebsen auch auf die eines weiteren Genossen zählen. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm sieht sich im Bestreben, die Preisverleihung zu verhindern, „an den Versuch führender Medien Ende der Siebziger“ erinnert, „die aufkeimende Friedensbewegung zu spalten“.

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2016 wurde der Linken-Politiker mit PDS- und IM-Vergangenheit dadurch bekannt, dass er den RAF-Terroristen Christian Klar als Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro beschäftigte. Der studierte Sonderpädagoge Dehm war in den 80er Jahren erfolgreicher Musiker und bis 1998 Mitglied der SPD. 1998 trat er bei den Sozialdemokraten aus und in die sozialistische Partei der PDS ein. Von 1999 bis 2003 war Dehm stellvertretender Bundesvorsitzender der Vorgängerpartei der heutigen Linke.

Aktuell macht er sich für Moustafa Kashefi alias Ken Jebsen stark, damit dieser am 14. Dezember in einer dreistündigen Zeremonie seinen Preis entgegennehmen kann. (SB)

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