Muttersprachler – Was man hört, wenn man es versteht

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"Flüchtlinge" haben natürlich Anspruch auf angemessenen Wohnraum. Andere nicht. (Foto: Durch ESB Professional/Shutterstock)

Menschen aus fernen Ländern, die schon lange bei uns leben, verstehen natürlich, was den vielen Einwanderern in Deutschland auf den Herzen liegt. Achmed ist entsetzt.

Von Hans Altmann

Achmed* kenne ich schon ziemlich lange. Er lebt seit den frühen 80ern in Deutschland. Wir lernten uns ziemlich bald nach seiner Ankunft kennen. Wie die Meisten aus Ländern des orientalischen Kulturkreises, beherrscht er mehrere Sprachen seines Sprachraums. Wenn er in der U-Bahn sitzt, kriegt er dadurch viel mit, was uns verschlossen bleibt, jedenfalls so lange Kurse in Paschtu, Urdu, Arabisch… noch nicht für Deutsche obligatorisch sind.

Achmed, ein ruhiger, freundlicher Mensch, ärgert sich über das Verhalten vieler Migranten, wie ich erfuhr. Das wollte ich genauer wissen und traf mich mit ihm.

„Manche sind kaum da, schon tönen sie rum, wie Scheiße Deutschland ist“, erzählt Achmed. Das höre der in der Bahn, oder auf den Migrantentreffpunkten. Er lasse sich da auch gerne mal auf eine Diskussion ein. „Ihr kriegt hier, ohne was tun, das Dreifache, was ihr zuhause mit Arbeit verdienen würdet. Und ihr meckert?“

Warum meckern die, frage ich nach.

„Die jungen Männer hören nur auf Mullah oder Schlepper. Da haben die ihre Informationen her. Da werden ihnen die Flöhe ins Ohr gesetzt. Ungläubige. Jeder ist reich. Eigentlich gehört Europa euch.“

Einer habe ihm gesagt, er wolle nach Belgien. Da kriege man mehr Geld. 800 €. Wie ich leicht überrascht feststellte, kein Gerücht. In Belgien gibt es jeden Monat einen 813 € Schluck aus der Versorgungspulle.

Auch jene, die arbeiten wollen, hätten teilweise absurde Vorstellungen.

Ein Syrer habe ihn angesprochen, ob er ihm einen Job besorgen kann? „Ich habe ihn gefragt, was ist eine Schaufel?“ Der Syrer habe gedacht, Schaufel wäre das deutsche Wort für Schaf. „Stell dir vor auf einer Baustelle, sagst du, bring mir die Schaufel. Und er klaut auf der nächsten Weide ein Schaf?“ Findet er zu komisch.

„Ich habe gesagt, du musst Sprache lernen. Kannst du Sprache, hast du Arbeit, hast du Geld, hast du Leben. So läuft das das hier.“ Die Antwort wäre gewesen, er möchte lieber italienisch lernen. Achmed schüttelt den Kopf.

„Viele die hier sind, benehmen sich schlecht. Das sind ja keine armen Bedürftigen. Wer 5.000 € für den Schlepper hat, ist eher Drogenhändler, Krimineller, Extremist. Nicht Alle, aber Viele, vor allem immer mehr. Heute haben nur noch die da unten Geld.“

Und dann wären da noch jene, die den Kindersegen als Einkommensquelle entdeckt hätten. „Einer erzählt mir, 5 Kinder reichen hier zum Leben. Ich sage ihm, du nutzt das deutsche Volk aus. Der lacht und sagt ja, du hast recht.“

Achmed findet es traurig, wie deutsche Gutmütigkeit ausgenutzt wird. Viele seien auch nicht verfolgt, sondern fahren regelmäßig heim. Das sei kein Problem, vor allem, weil die deutschen Ämter das nicht wirklich sehen wollen.

Achmed kommt auf den Mörder von Maria Ladenburger in Freiburg zu sprechen.  „Er macht Verbrechen in Griechenland. Da ist er 16. Zwei Jahre später kommt er nach Deutschland, immer noch 16.“

Ihm ist es merklich unangenehm so über „seine Leute“ zu sprechen. Das ist in seinem Kulturkreis absolut tabu. Doch er lebe schon länger in Deutschland als in seinem Geburtsland, fühlt sich eben auch als Deutscher. Und als Deutscher findet er einiges nicht in Ordnung.

Obwohl wir uns schon lange kennen, spielte die Religion von Achmed nie eine Rolle, doch heute frage ich mal danach. Denn ich wusste es wirklich nicht. Da wird er zugeknöpft. Als ich ihm nochmal absolute Anonymität zusichere, erklärt er: „Da wo ich herkomme, bist du Moslem, wenn du geboren wirst. Ich praktiziere es nicht, aber ich behalte das für mich. Auch wegen Familie.“

Doch das ist ihm wichtig: „Ein Gläubiger tötete nicht, begeht keinen Selbstmord, er vergewaltigt nicht. So habe ich es gelernt.“

Achmed dürfte wählen. Macht er aber nicht. „ Bevor ich nach Deutschland ging, hat mein Vater mir gesagt: In einem fremden Land, musst du dich neutral verhalten.“

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