Krass: Mercedes foltert unschuldigen Tesla

(Bild: Screenshot)
Tesla Model 3 (Bild: Screenshot)

Daß sich Automobilhersteller Modelle der Konkurrenz besorgen, um sie ausgiebig zu untersuchen und zu testen, ist branchenüblich. Gerne wird dazu auf Autovermieter wie Sixt zurückgegriffen. So auch in diesem Fall, wie die „Zeit“ meldet.

Ein Ehepaar aus dem fränkischen Ansbach vermietete 3 Teslas via Sixt. Der große Autovermieter fungierte als Vermittler. Einer der amerikanischen Elektrowagen fiel Mercedes in die Hände. Die Mietdauer betrug sieben Wochen. Danach gab Mercedes den Tesla zurück. Der 200.000 Euro teure Amerikaner war sieben Wochen lang gefoltert worden und so sah er auch aus. Teile der Seitenverkleidung waren mit Klebeband befestigt, der Wagen hatte Lackschäden und wirkte, als ob er jahrelang als Minenräumfahrzeug in Afrika eingesetzt worden wäre. Er war völlig ramponiert. Offensichtlich war er sogar komplett auseinandergebaut und wieder zusammengesetzt worden.

Über das Ortungsgerät des Fahrzeugs konnte das fränkische Ehepaar nachweisen, wo sich sein Wagen während der letzten sieben Wochen aufgehalten hatte. Eine Rennstrecke in Barcelona hatte der Tesla besucht, wo er bei Hitze über den Asphalt geprügelt worden ist, um seine Standfestigkeit zu prüfen. Das Mercedes-Entwicklungszentrum in Sindelfingen ließ sich nachweisen, wo der elektrische Ami über die Rüttelstrecke gejagt worden zu sein scheint, was wiederum die mit Paketband angeklebten Seitenverkleidungsteile erklären würde.

Ein Gutachter bestätigte allein Reparaturkosten am Fahrzeug in Höhe von 15.000 Euro. Nicht eingerechnet sind der Wertverlust des Wagens durch die Komplettdemontage und die extremen Belastungen, denen er ausgesetzt worden war. Da die Durchführung von Testfahrten auf Rennstrecken nach dem Mietvertrag untersagt ist, hat Sixt dem Ehepaar inzwischen die reinen Reparaturkosten erstattet. Der Gesamtschaden belaufe sich aber auf 99.000 Euro, so das Ehepaar. Aus Furcht, gegen die Rechtsabteilung von Mercedes den Kürzeren zu ziehen, will es aber darauf verzichten, den Schaden einzuklagen. (ME)

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