Erdogan erklärt Griechenland den Krieg – so gut wie

Erdogan fordert sein Sudetenland zurück / YouTube/Screenshot

Der türkische Machthaber Recep Tayyip Erdogan bereiste diese Woche Griechenland und forderte die Rückgabe der Ägäis-Inseln. Die Griechen reagierten entrüstet.

von Collin McMahon

Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde die Auflösung des osmanischen Reiches besiegelt, das an Deutschlands Seite im Ersten Weltkrieg gegen UK, Frankreich und Russland um die Weltherrschaft gekämpft und verloren hatte.

„In den vergangenen 94 Jahren haben sich viele Dinge geändert“, sagte Erdogan mit Blick auf den Friedensvertrag. „Wenn wir sie betrachten, glaube ich, dass sich viele Dinge ändern müssen“, so Erdogan in Athen.

Der Revanchist stritt sich vor laufender Kamera mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos. „Dieser Vertrag ist für uns nicht verhandelbar. Er erfordert weder eine Revision noch eine Aktualisierung“, sagte Pavlopoulos irritiert. Das türkische Militär schickt seit Jahren Schiffe und Kampfflieger ins griechischen Hoheitsgebiet, um zu provozieren.

Ob er auch daran denke, die ehemaligen griechischen Kolonien in Anatolien wie Izmir oder Trabzon zurückzugeben, sagte Diktator Erdogan, der die Opposition in seinem Land eingesperrt hält, nicht. 1923 wurden beim Massaker von Smyrna (heute Izmir) etwa 25.000 Griechen getötet und etwa 200.000 vertrieben.

Es war der erste Besuch eines türkischen Präsidenten in Griechenland seit 1952. Drei Jahre später, 1955, wurde die restliche griechische Bevölkerung im „Pogrom von Istanbul“ gewaltsam aus der Türkei vertrieben.

Außerdem forderte Erdogan mehr Rechte für die türkische Minderheit in Griechenland. Insbesondere sollen Muftis nicht mehr von der griechischen Regierung genehmigt werden, sondern vermutlich von Ankara.

Manche Beobachter fühlten sich unweigerlich an den Besuch Hitlers im Sudetenland 1938 erinnert. “Erdogan ist der erste türkische Präsident, der seit 1952 Athen besucht. Und so wie er sich benimmt wird er für die nächsten 150 Jahre der Letzte sein,” so Wolfango Piccoli von Teneo Intelligence gegenüber Reuters.

„Die Türkei kann Europa in drei Tagen erobern“, titelte die AKP-nahe Zeitung Yeni Söz im August. Der Bundesnachrichtendienst hat bereits 2014 die Vermutung geäußert, die Türkei arbeite zusammen mit dem Iran an eigenen Atomwaffen. Die Türkei baut zur Zeit vier Atomkraftwerke, die ab 2020 Plutonium für eine Atombombe liefern können. In den USA werden türkische Vertreter aktuell vor Gericht angeklagt, mit einem Goldbarrentausch die Sanktionen gegen die Atom-Mullahs des Iran zu unterlaufen.

Die EU will dem machthungrigen Möchtegern-Kalifen bis 2020 4,45 Milliarden Euro „Beitrittshilfe“ zahlen. Für sogenannte „Flüchtlinge“ zahlt die EU 2016-2017 weitere 811 Millionen Euro an die Türkei, mindestens 222 Millionen davon entgegen öffentlichen Versicherungen direkt an den Islamisten in Ankara – der auch schon mal Gebietsansprüche im Nordirak bis Mosul, Nordsyrien bis Aleppo und in Thrakien angemeldet hat.

Großmannssucht: Türkische Gebietsansprüche / kurdistan24.net

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Hier unterstützen.

 

 

 

 

 

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