Die Gesellschaft „neu denken“

Foto: Durch jamesteohart/Shutterstock
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An vielen Stellen des politischen Feuilletons wurde darüber berichtet und vortrefflich gestritten, was genau die derzeitige Masseneinwanderung von jungen und zumeist muslimischen Männern hierzulande bewirken wird. Allerlei dialektische Auseinandersetzungen wurden geführt –  Pro und Contra sorgfältig abgewogen. Unbestreitbar haben weite Teile der westeuropäischen Männer und Burschen in den letzten Jahrzehnten eine Art von „Verweichlichung“ erfahren, die sie einerseits verständnisvoller, empathischer und gefühlsbetonter gegenüber ihren Mitmenschen- und dort vor allem dem weiblichen Geschlechte gemacht hat, ihnen andererseits aber auch einige der überlebensnotwendigen Verteidigungs- und Behauptungsreflexe abtrainiert hat. Wohlgemerkt, nicht bei allen deutschen Männern trifft diese These zu. Aber doch eine signifikante Anzahl von ihnen sorgt sich heute mehr um ihr gepflegtes Erscheinungsbild, den „fair-getradeten“ Latte Macciato auf dem Weg zur Arbeit – und ob ihr eigenes Tun und Handeln denn auch gerecht, nachhaltig und anti-rassistisch ist, als um ihr eigenes Fortbestehen.

Von cantaloop

Im Umkehrschluss wissen wir, dass solche Interessenkonflikte im Bereich der jungen Muslime kaum bis gar nicht bestehen. Auch bedeutsame Themen wie Umweltschutz, Gender oder gar Rechte von Homosexuellen besitzen dort fast keine Relevanz. Man legt Wert auf ganz andere Attitüden; namentlich: Symbolik, Stärke, Zusammenhalt und natürlich Frömmigkeit. In fast allen Bereichen denkt und handelt der islamisch geprägte Mensch nahezu diametral zu seinem west-europäischen – und dort vor allem gegenüber seinem reizüberfluteten biodeutschen Pendant. Alles andere ist oftmals Taqiyya.

Während in der Koran- und Kampfsportschule Härte, Entbehrungen und Dominanz nebst blinder Gottergebenheit natürlich, als zentrale Werte vermittelt werden, so sorgt man sich innerhalb des deutschen linksgeprägten „Juste-Millieus“ um sehr viel differenziertere und komplexere Angelegenheiten.

Orient und Okzident prallen wieder einmal aufeinander. Nur mit dem wesentlichen Unterschied zu vergangenen Zeitdekaden; nämlich, dass nicht wenige der derzeitigen Abendlandbewohner weder willens noch imstande wären, sich gegenüber dieser rabiat-virilen Männerschaft aus dem Morgenland und deren dominanter Art des Glaubensbekenntnisses angemessen behaupten zu können. Der moderne deutsche Bürger hat große Teile der Verantwortung und Schutzbefugnis an den Staat abgegeben – und verlässt sich blind auf diesen. In muslimischen Kreisen gilt indessen ein tiefes Mißtrauen in die staatlichen Institutionen. Man vertraut ausschließlich seinem Clan. Somit sind beide Seiten suboptimal.

Ein neuer Denkansatz

So weit – so bekannt. Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten der Interpretation. Zum einen können wir den aktuellen Status Quo des praktizierten „Aussitzens“ solange aufrechterhalten, wie wir genug „Mittel“ – in Form von Geld, Unterkünften und sonstiger Gesellschafts-Partizipation für die Neubürger bereitstellen können. Kollabieren diese sozialen Sicherungssysteme eines Tages, werden sich die Angehörigen der Umma, welche bis dahin quantitativ eine veritable Anzahl darstellen, auch mit roher Gewalt das holen, von dem sie glauben, dass es ihnen „zusteht“.

 Die andere – und vollkommen neue Möglichkeit wäre es, diese gesamte Entwicklung als einen Impuls zu begreifen, gewissermaßen in Klausur zu gehen, um sich wieder darauf zu besinnen, was dem Fortbestand der eigenen Familie und letzten Endes auch der Gesellschaft dienlich erscheint – nämlich ein „back to the roots“. Eine Zäsur und ein „Input“ der anderen Art eben. Zurück zu den Wurzeln der positiv wehrhaften und verteidigungsfähigen Menschen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten imstande sind, sich angemessen zu behaupten. Ganz ohne die larmoyante Rhetorik der linken und grünen Politiker, welche stets zu Zurückhaltung und unreflektiertem Verständnis für alles und jeden mahnen, sondern das genaue Gegenteil dessen! Offensiv werden. Den künstlich aufoktroyierten Selbsthass endlich über Bord werfen, gleichermaßen ein gesundes, austariertes und neues Selbstbewusstsein, basierend auf Analytik und Sachverstand, natürlich jenseits jeglicher Art von Ausgrenzung und Fatalismus, begründen.

Ultra posse posse obligatur – es gibt keine Verpflichtung zur Selbstzerstörung!

Vielleicht sollten wir nun die Gelegenheit nutzen, es als Chance begreifen – und endlich unsere vertraute Komfortzone verlassen, die zunehmend geprägt ist von einer Vollkasko-, Rechtschutz- und Denunziations-Mentalität, unsere neuzeitlichen Errungenschaften etwas kritischer hinterfragen und sparsamer dosieren, um dann wieder zu beginnen, sinnbildlich mit etwas weniger Full-size-Airbag, Sitzheizung und Multifunktions-Schutzhelm auszukommen. Liberalismus, eine gesunde Härte, mehr Enthaltsamkeit und Zurückhaltung bei manchen Dingen.

Gleichwohl das Wiederentdecken unserer Spiritualität, Traditionen und des großen intellektuellen Erbes. Gesundschrumpfen. Mehr Information aus unserer Vergangenheit abseits von ´33 bis´45 beziehen. Ein bißchen mehr „love ju“ – anstelle von „fack ju“ – Goehte. Die klassische deutsche Literatur und Kultur gibt nämlich sehr viel mehr her, als uns linksgedrehte Medien und Migrantenvertretungen glauben lassen wollen.

Sich Themen und Aufgaben wieder geistig erschließen, die Allgemeinbildung „breiter aufstellen“ – und sich im Anschluss freuen, wenn man den Sinn eines komplexen Sachverhalts final verstanden hat und umsetzen kann. MINT anstreben, anstelle von Soziologie-Wissenschaften. Und dennoch das Handwerk ehren. Sport nicht ausschließlich als launigen Zeitvertreib sehen, sondern auch als Mittel zur Selbstbehauptung. Mens sana in corpore sano – erkannte der römische Gelehrte Juvenal augenzwinkernd schon lange vor den Schergen des dritten Reiches, bevor sein eigenes Volk völlig dekadent, übersättigt und verfettet von den „Barbaren“ überrannt wurde.

Man könnte diejenigen, uns nicht immer wohlwollend gesonnenen Zuwanderer aus Arabien und Afrika leicht mit ihren eigenen Waffen schlagen, wenn man denn wollte. Indem man einfach deren bewährte Rabulistik, geprägt von archaischen Selbstbewusstsein, Behauptungswillen und männlichen Urinstinkten in Teilen übernimmt – und diese neu erlangten Erkenntnisse mit unserem modernen know-how, Innovationsdenken und der Aufgeklärtheit kombiniert. Ohne sich, wie es die „Arier“ anstrebten, deshalb als „besser“ oder „hochwertiger“ zu führen, versteht sich. Nur insoweit, als das wieder eine gewisse Parität zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen vorherrscht – und sich nicht die eine der anderen überlegen fühlt.

Das alltägliche Leben findet schließlich in der Öffentlichkeit statt – und nicht nur in der soziologisch-verbrämten Semantik und Lebenswelt linker Pseudo-Intellektueller, die uns vorgeben, wie wir uns zu verhalten haben. Natürliche Aggression darf nicht ausschließlich negativ konnotiert werden, denn so manches Mal und in die richtigen Kanäle geleitet, ist diese einfach auch überlebensnotwendig.

Ein gedanklicher Austausch ist natürlich nur mit konsensfähigen und säkularen Muslimen, sofern es diese überhaupt gibt, praktikabel. Mit islamischen Fanatikern und Kopftuchfetischisten sollte man nicht diskutieren, es gibt einfach zu viele „Reibungspunkte“. Man kann diese nur isolieren – idealerweise auch innerhalb ihrer eigenen „communitiy“. Auch auf die Gefahr hin, dass Frau Katrin Göring-Eckart und Bischöfin Käßmann dies anders sehen mögen.

Eine Art von „balance of power“ – bei allegorischer „Waffengleichheit“, als Konzept eines störungsfreieren Zusammenlebens. Das unbedingte Verteidigen der vorhandenen Leitkultur als Mittel zum Zweck. Gerne mit grünen und linken Politikern als Opposition, Ideengeber, gleichermaßen auch als vernünftige Kontrollinstanz, um einer konservativen Eindimensionalität entgegenzuwirken – und um den lebensnotwendigen gesamtgesellschaftlichen Diskurs aufrechtzuerhalten. Mehr Liberalismus anstelle von Etatismus. Die Verhältnismäßigkeit wieder herstellen und Bedrohungsszenarien endlich als solche erkennen.

Kulturelle Balance statt Gefälle

In gewisser Weise könnten uns da einige osteuropäische Länder mit ihrem neu gewonnenen Patriotismus als grobe Orientierung dienen. In Ungarn, Tschechien, Polen und insbesondere auch in Russland wird genau das praktiziert, dessen wir verlustig gegangen sind. Eine gewisse Zähigkeit – in Kombination mit universellen Werten, ein wertschätzender Umgang untereinander, plus ein gesundes Mißtrauen allzu „linken“ Ideen gegenüber. Gleichwohl steht im Vordergrund  der Schutz und Erhalt der Liebsten, des eigenen Umfeldes und Mitmenschen, sowie nicht zuletzt natürlich auch des Vaterlandes. So zu handeln und zu leben ist nicht verwerflich, sondern normal – in vielen Teilen der Welt, respektive natürlich in Deutschland.

Plädoyer für den gesunden Menschenverstand

Ein nationales Bewusstsein im gebotenen Rahmen ist nicht per se schlecht und unnötig, auch wenn der grünwählende Gymnasial-Geschichtslehrer oder Uni-Dozent mit Doppelname und Wollpullover dies so predigt – und längst nicht alle Erkenntnisse unserer Vorfahren sind reaktionär, bösartig und „ewiggestrig“. Ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand und für den Selbsterhaltungstrieb muss wieder gefasst werden, mit an die Neuzeit angepassten Vorzeichen. Dann würden uns auch die Millionen von Muslimen, welche zwischenzeitlich hier leben, nicht mehr als weinerliche Weicheier ansehen und uns mehrheitlich verachten, sondern die Beziehung könnte durchaus auf gegenseitigem Respekt und  Wertschätzung basieren. Eingedenk dieser Tatsache könnten sämtliche gesellschaftlichen Parameter neu ausgerichtet werden.

Wir wissen, dass die Mehrzahl der hier lebenden Muslime dieses Land freiwillig nie wieder verlassen wird. Wir werden mit ihnen klarkommen müssen, ob es uns nun gefällt oder nicht. In welcher Weise, können wir als Mehrheitsgesellschaft im Moment noch selbst bestimmen. Sollten die islamisch orientierten Zeitgenossen jedoch die sogenannte „kritische Masse“ erreichen – und da geht man geflissentlich von ca. 20% der Gesamtbevölkerung aus, ist es zu spät. Dann gibt es keinen Diskurs mehr.

Wenn es uns gelänge, deren Stärken, wie beispielsweise auch den Zusammenhalt untereinander, zu nutzen, anstatt uns gegenseitig aufzureiben, wäre zumindest theoretisch viel gewonnen. Ob dies natürlich auch praktikabel wäre, müsste sich zeigen. Letzten Endes gilt: jede Veränderung der biodeutschen Gesellschaft hin zu bewährten Instinkten und vernünftigen Handlungsmaßstäben wäre besser, als diese blinde, paternalistische Ergebenheitshaltung, der leider noch zu viele frönen. Diese führt direkt in den Untergang. Wie schon bei so vielen „Hochkulturen“ zuvor.

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