USA erkennen Jerusalem als Hauptstadt an

Foto: Durch Vadim Petrakov/Shutterstock
Der Tempelberg in Jerusalem (Foto: Durch Vadim Petrakov/Shutterstock)

Der amerikanische Präsident hält sich weiter an seine Wahlversprechen. Die USA erkennen Jerusalem als Hauptstadt Israels an, das gab das Weiße Haus bekannt und erteilte die Anweisung, die US-Botschaft dorthin zu verlegen. Der Umzug könnte jedoch noch Jahre in Anspruch nehmen.

Die Nachricht dürfte nicht nur in der moslemischen Welt wie eine Bombe einschlagen. Vor wenigen Tagen hatte die Hamas im Falle, dass Donald Trump seinen Worten Taten folgen lassen würde, mit einer dritten Intifada gedroht (jouwatch berichtete). Die Hamas hat den kommenden Freitag bereits zum „Tag der Wut gegen die Besatzung“ erklärt.

Trump war von der gesamten palästinenser-affinen Weltgemeinschaft vor diesem Schritt gewarnt worden. Der türkische Premier Erdogan verkündete im Vorfeld, er werde die diplomatischen Beziehungen zu Israel aufkündigen. Jerusalem sei für ihn „die rote Linie“, tönte er. Er werde innerhalb weniger Tage einen Gipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in Istanbul einberufen. „Auf diesem Gipfel werden wir die gesamte islamische Welt in Bewegung setzen“, so Erdogan.

Für die staatliche saudische Nachrichtenagentur Spa und islamische politische Führer steht fest: die Anerkennung werde Muslime „auf der ganzen Welt provozieren.

Israel wies die Drohungen des türkischen Premier zurück: „Jerusalem ist die Hauptstadt des jüdischen Volkes seit mehr als 3000 Jahren und Israels Hauptstadt seit 70 Jahren – ungeachtet dessen, ob sie von Erdogan als solche anerkannt ist oder nicht“, erklärten israelische Regierungsvertreter.

Nach einem Gesetz von 1995 ist die USA verpflichtet, ihre Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, es sei denn, die nationale Sicherheit ist gefährdet. Der amtierende Präsident muss alle sechs Monate eine Verzichtserklärung unterschreiben, was alle US-Präsidenten seit Bill Clinton widerspruchslos getan haben. Am Montag war es für Trump wieder soweit, doch diesmal verweigerte er die Unterschrift. (MS)

 

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