Deutschland einig Bildungswüste

Symbolfoto: ESB Professional/ Shutterstock
Weiß jemand, wie böse die AfD ist? (Bild: Symbolfoto: ESB Professional/ Shutterstock)

Das Land der Dichter und Denker verkommt, dank „gelungener Bildungsreformen“, immer mehr. Bei der ZEIT durfte man unter dem Artikel Ein Fünftel der Viertklässler kann nicht gut lesen erfahren, dass die neue IGLU-Studie besorgniserregende Dinge zu Tage förderte.

Von Nils Kröger

Die Leseleistungen deutscher Viertklässler sind im internationalen Vergleich stabiles Mittelmaß geblieben. Nach wie vor zeigt aber nur etwa jedes zehnte Kind in Deutschland besonders starke Leseleistungen, obwohl der Anteil gegenüber dem Jahr 2001 gestiegen ist. Dies geht aus der in Berlin veröffentlichten internationalen Lesestudie Iglu 2016 hervor. In der Rangliste aller Länder rutschte Deutschland ins Mittelfeld. Zeigten 2001 nur vier Länder signifikant höhere Leistungsmittelwerte beim Lesen als Deutschland, waren es 2016 bereits 20 Staaten.

 Für ein Hochtechnologie- bzw. Kulturland kann Mittelmaß kein erstrebenswertes Ziel sein. Da man, wie beim Fußball, nicht die Mannschaft ersetzen kann, sollte man den Trainer wechseln. Würde aber vermutlich zu viel Arbeit bedeuten.

Der Anteil der leistungsstarken Grundschüler in Deutschland, die die höchste Kompetenzstufe V erreichen, stieg von 8,6 Prozent im Jahr 2001 auf 11,1 Prozent in 2016. (…) Allerdings erreichte im vergangenen Jahr knapp ein Fünftel (18,9 Prozent) nicht einmal die mittlere Kompetenzstufe III. Diese Kinder verfügen über ein nicht ausreichendes Leistungsniveau im Lesen. Sie sind mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lernen in der Sekundarstufe I konfrontiert. Bereits in der letzten Studie 2012 hatte sich gezeigt: Es gibt einen deutlichen Anteil von Grundschülern, die so schlecht sind, dass sie auf ihrem weiteren Schulweg erhebliche Probleme bekommen dürften.

Dass, trotz der politisch verursachten Bildungsmisere, der Anteil der leistungsstarken Grundschüler gesteigert wurde, ärgert vermutlich besonders die Parteien, die Gleichmacherei als erstrebenswert halten. Diese können sich aber „stolz“ die 18,9 Prozent ans Revers heften.

Zuletzt hatte eine andere Schulstudie für Schlagzeilen gesorgt, nach der Deutschlands Viertklässler innerhalb der vergangenen fünf Jahre in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung zurückgefallen sind. Beim Lesen – so die Erhebung IQB-Bildungstrend 2016 – blieben die Grundschüler dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau wie 2011. Jeder achte Viertklässler in Deutschland erreichte beim Lesen demnach 2016 nicht einen bestimmten Mindeststandard.

 Woran das, neben den katastrophalen Reformen, wohl liegen könnte?

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.