Nach dem Rechtsruck jetzt der Rechtsruck – Der AfD-Parteitag im Spiegel der Linksruckpresse

Foto: Collage
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Als vor knapp vier Jahren ein gewisser Bernd Lucke die AfD gründete, spürten die linken Journalisten in unserem Land wieder einmal einen kräftigen Rechtsruck auf der politischen und gesellschaftlichen Ebene. Als der Bernd sich ins Aus schoss und Frauke Petry übernahm, wurde dann ein weiterer Rechtsruck erkannt. Nun, wo auch Frauke Petry sich von der Politik verabschiedet hat, kommt es schon wieder zu einem gewaltigen Rechtsruck innerhalb der AfD, behauptet zumindest die Linksruckpresse.

Mir tun die meisten Journalisten in Deutschland Leid. Immer dann, wenn es um die AfD geht, müssen sie, auf Befehl von oben, ihre Hirne ausschalten und schreiben dann, auf der verzweifelten Suche nach der rechtsradikalen AfD-Rosine völlig orientierungslos durch die Gegend. Das merkt man jetzt auch wieder an den Kommentaren zum Bundesparteitag in Hannover und wenn das so weitergeht mit den vielen Rechtsrucken, dann kommt die AfD irgendwann wieder ganz links wieder raus, schließlich ist unsere Erde eine Kugel.

Mit tun aber auch die eitlen Medienleute in der AfD Leid, die immer noch glauben, man müsse mit der Lügenpresse kuscheln, um endlich anerkannt zu werden. Diese Einstellung könnte der AfD irgendwann einmal das Genick brechen.

Hier die jouwatch-Presseschau, die mit einer „Journalistin“ anfängt, die wir alle lieben und schätzen (Satire off):

Anetta Kahane (Berliner Zeitung)

Heute ist es sowieso egal. Alle berichten über die AfD und ihren Parteitag. Dabei war das Ergebnis vorhersehbar. Die rechte AfD ist nun noch weiter nach rechts gerückt. Die Flügel der Partei haben komische Namen wie liberal-konservativ und völkisch-nationalistisch.

Wirklich? Es gibt doch nur den einen Flügel: den von Björn Höcke. Hier zeigt sich eine politische Falle, denn nun geht es der AfD im Innern genauso, wie sie nach außen strategisch arbeitet. Alles dreht sich am Ende nur um den Lautesten, den Völkischsten, den Rechtesten. Sogenannte moderate Stimmen haben keine Chance.

Nach dem Parteitag bleibt trotz der tiefen Spaltung nur der eine Eindruck: In der Partei dominiert der völkische Rassismus. Und das ist auch irgendwie logisch…

…Die AfD ist zur Projektionsfläche für alle geworden, die schon immer völkisch drauf waren. Ob im Osten oder der alten Bundesrepublik. Es ist egal. Wer heute die AfD anschaut, blickt in das völkische Gesicht Deutschlands.

Bild

Fakt ist: Sayn-Wittgenstein gilt als Strohpuppe des rechten Flügels, die nie dafür vorgesehen war, Chefin zu werden, sondern einzig Pazderski ausbremsen und so den Weg für Gauland frei machte.

Mit ihrer Rede („Ich möchte nicht, dass wir in dieser sogenannten Gesellschaft ankommen“) traf sie den Nerv der Delegierten so sehr, dass sie völlig überraschend aus einer krassen Außenseiterposition heraus fast die Hälfte der Stimmen holte.

Am Ende kandidierte Sayn-Wittgenstein für keinen einzigen Posten des gesamten Vorstands. „Trotzdem ist sie durch diese Aktion bei uns jetzt eine ganz große Nummer“, sagte ein AfD-Landeschef zu BILD. So schnell geht das Karrieremachen in der AfD …

FAZ

…Die Hoffnung konnte lauten, dass nach der Bundestagsfraktion auch die Partei den Weg in die staatstragende Normalspur finden würde. Nach diesem Parteitag ist alles wieder offen. Die AfD erwies sich aufs Neue als der „gärige Haufen“, als den Alexander Gauland seine Partei einmal bezeichnet hat. Und alles, was an dem Wochenende bemerkenswert war, kulminierte in einem einzigen Moment am Samstagabend. Bei der Wahl der Parteivorsitzenden fehlte der Kandidatin des rechtsradikalen Flügels, Doris Sayn-Wittgenstein, eine einzige Stimme…

…Sayn-Wittgenstein trat an das Rednerpult und lobte die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Und sie sagte: „Ich möchte nicht, dass wir in dieser sogenannten Gesellschaft ankommen. Das ist nicht unsere Gesellschaft. Da werden wir ausgegrenzt.“ Sätze wie diese werden von den Delegierten mittlerweile mit fast fünfzig Prozent der Stimmen belohnt. Nicht nur die Gemäßigten, sondern auch die Radikalen waren am Wochenende nur Zuschauer einer führerlosen Partei…

Spiegel

Rechtsruck auf AfD-Bundesparteitag

Die Höcke-Retter

In der AfD stehen mit Jörg Meuthen und Alexander Gauland nun zwei Männer an der Spitze, die sich schützend vor Rechtsaußen Björn Höcke stellen. Die Rechtspopulisten werden noch rechter – als Programmatik wird das auf Dauer nicht reichen…

Die AfD hat sich in Hannover als eine tief zerstrittene Truppe präsentiert. In ihr tummeln sich Rechtsradikale, Völkische, Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, radikale Antimuslime, Neoliberale, National-konservative, ehemalige Mitglieder aus vielen Parteien – eine wilde Mischung, begleitet von einer oftmals ausgeprägten Gehässigkeit. Bislang war der Anti-Merkel-Kurs das Erfolgsrezept bei Wahlen, das wird noch eine ganze Weile so bleiben. Solange Merkel Kanzlerin ist, bleibt nämlich der AfD ihr liebstes Feindbild als einträglichstes Geschäftsmodell erhalten. Davon zeugten einmal mehr viele Reden gegen die Kanzlerin in Hannover. Diese Rhetorik kaschierte oftmals, wie brüchig die innere Statik der Rechtspopulisten eigentlich ist.

Welt

Rechter Sound aus der AfD

Jörg Meuthen, Bundessprecher: „Wir drohen unser Land zu verlieren.“

Alice Weidel, Fraktionschefin und Beisitzerin im Bundesvorstand: „Politik gegen die Politik von Politikern, die unser Land aufgeben und es verscherbeln.”

Albrecht Glaser, Bundesvize: „Deutschland weiß nicht, was es ist und wohin es will.“

André Poggenburg, Landeschef in Sachsen-Anhalt: „Dieses Land hat den Deutschen zu gehören, wem denn sonst?”

Beatrix von Storch, Bundesvorstandsmitglied: „Der Islam gehört ebenso wenig nach Deutschland wie Merkel ins Kanzleramt.“

Kay Gottschalk, Bundesvize: „Wie auf der ,Titanic‘: Der Mittelstand – die schaffen unter Deck – die dürfen die Drecksarbeit machen, während die linksliberalen Medien und die Kartellparteien auf dem Sonnendeck leben und dort entsprechend ihre feuchten ideologischen Träume verfolgen.“

Doris von Sayn-Wittgenstein, Landeschefin in Schleswig-Holstein: „Ich möchte nicht, dass wir in dieser sogenannten Gesellschaft ankommen. Das ist nicht unsere Gesellschaft, da werden wir ausgegrenzt.“

Joachim Kuhs, Schriftführer im Bundesvorstand „Deutschland wird infiltriert von fremden Kulturen.”

Zeit

Dieser Showdown von Hannover legt den wahren Kern der AfD offen und zeigt: Der rechte Rand franst weiter ins Radikale aus. Jene Rückwärtsgewandten, die auch Grundrechte einschränken würden, um Deutschland zu einem muslimfreien Nationalstaat zurückzuentwickeln, treiben alle anderen in der AfD vor sich her. An der Spitze steht jetzt mit Meuthen einer, der sich als Integrator inszeniert, die Dinge in der Partei aber laufen lässt und sich nie festlegt. Mit Gauland rückt ein nationalkonservativer Verfechter des fundamental-oppositionellen Kurses auf. Regieren lassen will er die AfD frühestens, wenn sie auf Augenhöhe mit den „Freiheitlichen“ in Österreich ist.

 

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