Merkels Freude: Mehr als 6 Millionen Afrikaner auf dem Weg nach Europa

Foto: jouwatch
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Der Afrika-Gipfel in Abidjan an der Elfenbeinküste ist Geschichte. Er endete kläglich, da 55 afrikanische und 28 europäische Staatsmänner nicht in der Lage waren, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen, wie sie Millionen Afrikaner davon abhalten können, nach Europa aufzubrechen. Deutschland bleibt Anziehungspunkt Nummer 1. Und die Bundesregierung sendet durch fehlende Abschiebungen, Vollversorgung und die gängige Praxis, nach der Geduldete nach 18 Monaten eine Aufenthaltserlaubnis erhalten können, immer weiter das Signal in die Welt „Ihr Kinderlein, kommet“.

Von Marilla Slominski

Entgegen hoher Erwartungen und großen Statements ist das Versprechen übriggeblieben, 3800 in Libyen gestrandeten afrikanischen Migranten zu evakuieren. Laut einem Bericht, der Bild Zeitung vom Mai dieses Jahres, warten im Augenblick sechs Millionen Migranten in den Mittelmeer-Anrainer-Staaten inklusive der Türkei auf ihre Weiterreise nach Europa.

Eine Million wartet demnach in Libyen, eine weitere in Ägypten, 720.000 in Jordanien, 430.000 in Algerien, 160.000 in Tunesien und 50.000 in Marokko. Weitere 3 Millionen werden nur im Augenblick durch den sogenannten EU-Türkei Deal mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan an der Weiterreise gen Norden gehindert.

Der frühere Botschafter Großbritanniens, Joe Walker-Cousins, der im libyschen Bengasi tätig war,  warnt, dass sich Millionen Menschen in Afrika auf dem Weg nach Libyen und Europa gemacht hätten. Die Bemühungen der EU, die libysche Küstenwache auszubilden, seien zu gering und zu spät. „Ich habe Informationen darüber, dass sich mindestens eine Million Migranten aus Zentralafrika und dem Horn von Afrika aufgemacht haben“, sagt der britische Botschafter Joe Walker-Cousins.

Auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani ist davon überzeugt, dass Europa den Ernst der Lage unterschätze. Wenn nicht jetzt gehandelt werde, werden Millionen Afrikaner in den kommenden Jahren den Kontinent fluten. Das Ausmaß werde biblische Dimensionen haben und werde nicht zu stoppen sein. „Im Augenblick wird versucht, das Problem von einigen tausend zu lösen, doch wir rauche Strategien für Millionen“, stellte Tajani im Sommer in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung Il Messaggero fest.

Nur Tage vor dem Beginn des Afrika-Gipfels forderte Tajani einen „Marshall Plan für Afrika“. Rund 40 Milliarden Euro sollen in die Ausbildung und Jobmöglichkeiten fließen, um die afrikanische Jugend zum Bleiben zu bewegen.

Die demografische Entwicklung des afrikanischen Kontinents sei eine „Bombe“: „Ohne eine Strategie werden wir Terror, illegale Einwanderung und Instabilität haben,“ so Tajani.

In diesem Jahr leben 1.3 Milliarden Menschen in Afrika, 2050 werden es voraussichtlich 2.5 Milliarden sein.

Im Jahr 2050 werden in Nigeria mehr Menschen leben, als in den Vereinigten Staaten. Nigeria wird dann nach Indien und China Platz bevölkerungstechnisch das drittstärkste Land der Welt sein.

60% der Afrikaner sind derzeit unter 25 Jahre alt im Gegensatz zu Europa , hier liegt ihr Anteil bei nur 27 %.

„Von den 24 Ländern mit „geringer menschlicher Entwicklung“ liegen gemäß Index der menschlichen Entwicklung 22 in Afrika. Von den 14 Ländern, deren kaufkraftbereinigtes Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2008 weniger als 1000 US-Dollar beträgt, liegen 13 in Afrika. Subsahara-Afrika (ohne Südafrika) ist die einzige Weltregion, in der die Armut seit 1990 zugenommen hat. Zwar ist das reale Pro-Kopf-Einkommen gestiegen, aber auch die absolute Zahl der Armen wuchs um rund 100 Millionen Menschen an. Mehr als zwei Drittel der Menschen in Subsahara-Afrika verfügen über weniger als zwei US-Dollar pro Tag“,weiß Wikipedia.

CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller stimmte bereits Anfang des vergangenen Jahres den Chor der Warner mit ein: „„Die größten Fluchtbewegungen stehen uns noch bevor: Afrikas Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln. Ein Land wie Ägypten wird auf 100 Millionen Menschen anwachsen, Nigeria auf 400 Millionen. In unserem digitalen Zeitalter mit Internet und Handys wissen alle über unseren Wohlstand und unsere Lebensweise Bescheid…Erst zehn Prozent der in Syrien und Irak ausgelösten Fluchtwelle ist bei uns angekommen. 8 bis 10 Millionen sind noch unterwegs“, so Müller und fordert mehr hilflos mehr Geld für Entwicklungshilfe. Doch solchen Worten folgen nur selten Taten.

„Die Forderung, alle Einwanderer müssten sich nach den europäischen Regeln richten und leben, könnte unrealistisch sein. Viele Einwanderer aus Afrika und dem Nahen Osten haben eine konservative und sexistische Einstellung und Verhaltensweise. Es wird mehr brauchen, als ein bisschen Unterricht in Staatsbürgerkunde, um das zu ändern. Für Inselstaaten wie Japan oder Australien, die vom Pazifik umschlossen sind, mag es möglich sein, die Grenzen streng zu kontrollieren. Doch Europa ist Teil der eurasischen Landmasse und nur das schmale Mittelmeer trennt es vom afrikanischen Kontinent“, stellt Gideon Rachman in einem Artikel in der Financial Times klar.

Die Warnrufe von Politiker und Experten verhallen in Europa ungehört, angesichts der bevorstehenden größten Masseeinwanderung aller Zeiten, die Europa unwiderruflich verändern und zerstören könnte, schalten die Verantwortlichen in den europäischen Regierungssitzen auf Durchzug und lassen die Dinge ganz nach Merkels „Wir schaffen das“ –Devise entspannt auf sich zukommen. Die Bürger können schon einmal damit beginnen, von ihrem alten Europa Abschied zu nehmen.

 

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