AfD fordert: Schluss mit der teuren Energiewende

Energiewende treibt Deutschland an den Rand des Ruins (Bild: JouWatch)

Die Jamaika-Sondierungsgespräche haben gezeigt, dass die etablierten Parteien des Bundestages, die CDU/CSU, die Grünen und auch die FDP, auf der Weltklimarettung durch die Energiewende in Deutschland beharren. Von der SPD war Gleiches zu hören. Nur die drittgrößte Fraktion des Bundestages, die neu gewählte AfD macht Front gegen die unwirtschaftliche und unsoziale Energie-Wendepolitik. Die Medien haben darüber jedoch nicht berichtet.

Von Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Fakten zur Energiewende

 Die physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen der Energiewende werden immer deutlicher sichtbar. Obwohl nach Zeitungsberichten 30 Prozent der Stromerzeugung in Deutschland inzwischen aus regenerativen Quellen kommt, ist der Verbrauch an fossilen Brennstoffen nicht gesunken, sondern sogar noch gestiegen. Deutschland hat bei Starkwind und Sonnenschein immer häufiger einen Überschuss an Ökostrom, der dann zu Spottpreisen oder sogar unter Zuzahlung ins Ausland entsorgt werden muss. Mehr als die Hälfte des Ökostroms wird unter hohen Verlusten in das Ausland exportiert, wie die Dokumentationen von Rolf Schuster über die Erzeugung und Verwertung von Ökostrom zeigen. In diesem Jahr mussten bereits mehr als 100 Millionen Euro für die Entsorgung von überschüssigem Ökostrom bezahlt werden. Mit jeder zusätzlichen Ökostrom-Anlage steigen die Zahlungen weiter.

Die Fachleute vom Stromverbraucherschutz NAEB e.V., ein Zusammenschluss von mehr als hundert Energieexperten aus ganz Deutschland, haben herausgestellt, dass mindestens 45 Prozent unserer Stromversorgung aus den großen konventionellen Kraftwerken kommen muss, um die Frequenz und die Phasenlage im Netz konstant zu halten. Es ist also eine Utopie, Deutschland mit 80 oder gar 100 Prozent Ökostrom versorgen zu wollen.

Auch die prognostizierte Reduzierung der Stromkosten durch den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung ist nicht eingetreten. Im Gegenteil. Jede neue Ökostromanlage treibt den Strompreis weiter in die Höhe. Die geplante Reduzierung von fossilen Brennstoffen ist trotz des Ausbaus der regenerativen Energien nicht eingetreten. Die Emissionen von Kohlenstoffdioxid haben sich sogar erhöht. Die Vorgaben der Bundesregierung für 2020 sind nicht mehr erreichbar. Eine deutliche Reduzierung der Kohlenstoffdioxid-Emissionen bis zum Jahr 2030 dürfte eine Utopie sein.

Auch der Umweltschutz, angeblich ein Anliegen der Grünen, bleibt auf der Strecke. Monokulturen bieten für viele Niederwildarten keinen Lebensraum mehr. Die riesigen Flügel der Windgeneratoren, die inzwischen sich auch über Wäldern und Naturschutzgebieten drehen, erschlagen Vögel und Fledermäuse. Und es sollen noch mehr solcher Mordmaschinen gebaut werden.

Kaum Sachkenntnisse

Bei einer solchen Politik muss man sich fragen: Sind diese Politiker ideologisch so verblendet, dass sie nicht mehr in der Lage sind, mit ihrem Schulwissen eine Sachlage zu überprüfen. Für sie kommt offensichtlich der Strom aus der Steckdose, egal, wieviel Kern- und Kohlekraftwerke wir auch abschalten. Ideologen sind auch beratungsresistent. Sie wissen ja, was richtig ist. Sie brauchen keine Informationen und Kenntnisse über die komplizierten und kostenträchtigen Regelungen, um jederzeit den vom Kunden geforderten Strom auch bereit zu stellen. So wird viel Unsinn verbreitet wie die Behauptung,  Kohlestrom würde die Leitungen für Ökostrom verstopfen. Es wird aber kein Wort verloren über die Kosten des Ökostroms, der vier- bis fünfmal teurer ist als Strom aus Braunkohlekraftwerken.

AfD redet Klartext

Der frisch gewählte AfD-Bundestagsabgeordnete Tino Chrupalla aus Görlitz hat mit seiner Jungfernrede am 21. 11. 2017 im Bundestag Klartext geredet. Er stellte fest, die angekündigten Entlassungen und Werksschließungen in der Dynamo- und Gasturbinenfertigung von Siemens sind die direkte Folge der Energie-Wendepolitik der Bundesrepublik. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das von den Regierungsparteien CDU/CSU, SPD, Grüne  und FDP in den letzten 20 Jahre gestützt und erweitert wurde, treibt die konventionellen Kraftwerke in die Verlustzone. Grund ist der mit der EEG-Umlage subventionierte Ökostrom, der zu Dumpingpreisen unter den Gestehungskosten der konventionellen Kraftwerke über die Börse entsorgt wird. Bei dieser Lage ist keine Aussicht auf den Bau neuer Kraftwerke oder auf Renovierung alter Werke. Die Arbeitsplätze bei Siemens werden überflüssig.

Herr Chrupalla war bis zu seiner Wahl selbstständiger Malermeister. Er zeigt, man braucht kein Spezialwissen und kein Fachstudium, um die unwirtschaftliche und unsoziale Energiewende zu durchschauen. Man braucht aber den Mut, dies gegen die Meinungsmache von Politik und Medien öffentlich auszusprechen. Warum haben die Energiefachleute der Parteien diesen Mut nicht? NAEB hat Kontakt mit einer Reihe von Bundestagsabgeordneten. Im privaten Gespräch geben sie zu, die Energiewende führe zu einem Niedergang in Deutschland. Doch dies öffentlich zu bekennen, würde ins politische Aus führen. Sie würden von der Partei nicht wieder als Kandidat aufgestellt.

Energiewende–Ende ist Alleinstellungsmerkmal

Die AfD hat zwar ein Wahlprogramm mit der Forderung: Schluss mit der Energiewende. Aber im letzten Wahlkampf blieb es um dieses Thema recht ruhig, obwohl es ein Alleinstellungsmerkmal ist. Alle anderen Parteien wollen die Welt mit der Energiewende retten. Doch auch innerhalb der AfD gibt es ganz offensichtlich diese Strömung.

Darüber hinaus profitiert eine unbekannte Zahl von Mitgliedern von der Energiewende als Investoren oder Betreiber von Ökostromanlagen. Diese Profiteure müssen um ihre Renditen fürchten, wenn die Energiewende gestoppt wird. Sie werden eine solche Forderung aus Eigeninteresse nicht mittragen. Es bleibt zu hoffen, dass die AfD in diesem Punkt weiter voll hinter ihrem Wahlprogramm steht. Viele AfD-Mitglieder haben aber auch keine ausreichende Kenntnis von den Kosten und Problemen der Stromversorgung und den Folgen der Energiewende für die Arbeitsplätze in Deutschland. Die Fachleute vom Stromverbraucherschutz NAEB bieten sich an, mit Vorträgen und Seminaren hier Abhilfe zu schaffen. Dieses Angebot geht an alle Parteien.

 

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