IB undercover bei der Antifa: „Wir würden gerne diskutieren, aber keiner hat uns eingeladen“

Das Münchener Gewerkschaftshaus des DGB ignoriert die Proteste der beiden Polizeigewerkschaften und beherbergt immer wieder Veranstaltungen der Antifa. Beim letzten Info-Abend am 14.11. erhielten sie undercover mal wieder Besuch von jungen Patrioten der IB. Ein Erlebnisbericht

von Claudia Rot

Als wir von der Münchner IB neulich beim Antifa-Kongress vorbeischauten, entdeckten wir auf einer Pinnwand eine Veranstaltungsankündigung vom verdi ‚Arbeitskreis gegen Rechts‘ (Für Interessierte: Treffpunkt jeden 2. Dienstag im Monat, 18 Uhr im DGB-Haus):

„Was verbirgt sich hinter den Identitären?“ 

Die Frage hätten wir den Leuten vom ‚Arbeitskreis gegen Rechts‘ gern und leicht beantwortet, aber leider ging unsere Einladung wohl in der Post verloren. Da aber dieses Gespräch zwischen den politischen Lagern irgendwann einmal stattfinden muss, haben wir uns zur Vorbereitung darauf entschlossen, einfach mal so vorbei zu schauen. Das DGB-Haus wird ohnehin schon langsam zur zweiten Heimat für uns.

Insgesamt waren etwa 30 Leute anwesend. Zwei Drittel davon schienen sich gut zu kennen, der Rest bestand etwa zur Hälfte aus IBlern. Und wie immer bei der ideologisierten Linken wechselten sich komische und tragische Momente ab, aber lehrreich war es allemal.

Mit lobenswerter deutscher Pünktlichkeit begann der Vortrag, wobei die zwei vortragenden Männer der jungen Referentin als echte Kavaliere den Vortritt ließen. Sie fing an mit dem „pessimistischen Menschenbild“ der IB, denn das sei das Wichtigste, das man über die Bewegung wissen müsse.

Und das Bild, das die IB angeblich vom Menschen zeichnet, ist wahrhaft gruselig. Gemäß der IB ist nämlich „menschliches Verhalten genetisch vorbestimmt und unveränderbar“ und es gäbe einen „genetischen Zwang, alles Fremde abzulehnen“. Auch wären lt. IB „Kulturen statisch“ und unser Ziel sei eine „weltweite Apartheit ohne Kommunikation zwischen diesen Kulturen“. Ich schaute über den Tisch zu einem von unserem Team. Er hatte sich halb hinter seiner Hand versteckt und trotzdem sagte sein ganzes Gesicht: „Die können diesen Blödsinn doch unmöglich ernst meinen.“

Aber doch: Das tun sie.

Und es kam noch besser. Nach dem Menschenbild kam nun nämlich das Frauenbild der IB an die Reihe. Auch hier ließ die Rednerin ihrer Phantasie freien Lauf: Für die IB sind „Frauen nur Lustobjekte“ und zur Untermauerung dieser These wurde ein Sticker gezeigt mit dem Slogan „Love blowjobs – hate Antifa“.

Über die Verbindung von sexuellen Vorlieben und politischer Ausrichtung machen sich Journalisten schon seit Bill Clinton so ihre Gedanken, aber die Beziehung zwischen dem Sticker und der IB war noch bedeutend vager.

Ich finde, die Vortragenden hätten zumindest mit Photoshop ein Lambda reinbasteln können, um wenigstens irgendeinen Zusammenhang der IB mit dem Aufkleber zu konstruieren /Sarkasmus aus.

Nach der Theorie ging’s weiter mit der Praxis, die entsprechend den klassischen Geschlechterrollen von den Männern auf dem Podium abgedeckt wurde. Man lobte unser Auftreten als „immer professionell“ und dass wir wirklich auf jedem Volksfest eine Aktion durchgezogen hätten. Auch unsere neuen Funkgeräte wurden anerkennend erwähnt und wir Anwesenden fühlten uns schon ein wenig geschmeichelt über all die Aufmerksamkeit, die uns da zuteil wurde.

Das Beste aber war die Bildergalerie die folgte. Man zeigte eine Reihe von Schnappschüssen unserer Aktivisten. Ein paar dieser angeblichen IBler waren mir völlig fremd, ein paar kannte ich sehr gut – und einer saß mitten im Raum mit einem Gesichtsausdruck, als wolle er jeden Moment aufspringen und rufen: „Hey, in Natur bin ich noch viel hübscher, hab einen ordentlichen Job und bin noch zu haben.“

Er hat sich zwar dann doch beherrscht, aber das Gefühl war ansteckend. In dem Moment hatte ich einen ungeheuren – zugebenermaßen vielleicht etwas kindischen – Ehrgeiz, diese Spießerbrigade so sehr zu ärgern, dass ich es auch mal in ihr Who-is-who schaffe.

Dazu passt auch, dass sie im letzten Teil des Vortrags bei den Gegenmaßnahmen jammerten, sogenannte „Outings“ (was für ein niedlicher Name für einen mittelalterlichen Pranger) blieben „bei der IB immer ohne Wirkung“.

Das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung nur bestätigen. Natürlich wünscht sich niemand, Opfer von Antifa-Repressionen zu werden. Aber je hysterischer sie sich aufplustern, desto mehr wächst dieser Wunsch hervorzutreten und laut zu verkünden: „Schaut her, ihr feigen Mitläufer. Ich hab‘ eine andere Meinung. Dazu steh‘ ich!“

Wie auch immer. Es wurde beklagt, die IB könne  „klassisch nicht bekämpft werden“. (gemeint waren Blockaden und das „Abräumen“ von Ständen), weil wir leider immer nur maximal 20 Minuten an einem Ort zum Flyer verteilen bleiben. (Tja, meine liebe Linke, da seht ihr’s, ihr seid eben heut das Establishment und wir die Guerilla). Aber umso gespannter wartete ich auf die Strategien, die man sich stattdessen überlegt hatte:

Es war eine ziemliche Enttäuschung. Laut den Vortragenden ist es unser großes Manko, dass wir „die soziale Frage nicht behandeln“ und das müsse deutlicher herausgestellt werden, um unseren Einfluss zu hemmen.

In dem Moment habe ich mich fast enttarnt, denn ich konnte einfach nur den Kopf schütteln. Selbst als überzeugter Atheist muss man manchmal die Bibel zitiert: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Da hält dieser Arbeitskreis einen zweistündigen Vortrag über die Identitäre Bewegung ohne einmal das Wort ‚Identität‘ auch nur in den Mund zu nehmen und am Schluss trösten sie sich mit ihrem materialistischen Marx-Mantra. Das war echt traurig.

An einer Stelle wurde in vorwurfsvollem Ton erklärt „Sie (=IB) haben eine antikommunistische Tendenz“. Da hätte ich fast laut gelacht. Ja, klar haben wir das. Wir sind schließlich nicht irre.

Das scheint mir überhaupt zurzeit der offensichtlichste Unterschied zwischen uns und dem politischen Gegner zu sein: die Lernfähigkeit. Oder eben der Mangel derselben.

Umso wichtiger scheint es mir, dass wir miteinander ins Gespräch kommen. Da das ja (noch) nicht direkt möglich ist, ich mir jedoch ebenso sicher bin, dass der eine oder andere der Anwesenden diesen Artikel hier lesen wird, möchte ich doch noch gerne auf ein paar Fragen aus der Fragerunde eingehen:

Nein, wir sägen keine Gipfelkreuze erst ab, um sie dann wieder aufstellen zu können. Wir lehnen Gewalt und Zerstörung als politisches Mittel im Gegensatz zu euch entschieden ab.

Bezüglich der amerikanischen Alt-Right: Nein, Richard Spencer und Ben Shapiro gehören nicht in denselben Topf. Oder um es in Euren Kontext zu übersetzen: Sie mögen sich ähnlich inniglich wie einst Stalin und Trotzki.

Und der aggressive Anti-Refugees-Sticker, der für euch „alles klärte“, der ist nicht von uns. Wir bemühen uns nach Kräften, aber wir können unmöglich für alles verantwortlich sein, das Euch aufregt.

Generell fanden wir euren Vortrag trotz dieser und ähnlicher Mängel sehr interessant und er hat uns viel über Euer Denken und Fühlen erklärt. Wenn Ihr so weit seid, Euch mit uns ernsthaft auseinander zusetzen, lasst es uns wissen. Wir treffen uns gerne mal auf ’ne vegane Apfelschorle. 😉

 

 

Wenn sich jemand von der Antifa tatsächlich für einen Dialog mit der IB interessiert, sind sie hier zu erreichen.

Und passend zum ersten Advent kann man dieses Jahr auch mal an die mutigen jungen Leute von der Identitären Bewegung spenden:

www.identitaere-bewegung.de/spenden/
IBAN: DE98476501301110068317

 

Wandere aus, solange es noch geht!
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