Bewährungsstrafe für Hussein F. für Brandstiftung aus „Frust“

Symbolfoto: Pixabay
Wenn es in den Asylheimen brennt...(Symbolfoto: Pixabay)

Hannover – Zwei Jahre Haft auf Bewährung und 250 Sozialstunden – das ist die überaus milde Strafe für den Brandstifter Hussein F. Er hatte im Juni in seiner Flüchtlingsunterkunft Matratzen und Betten angezündet, weil er „Frust“ hatte.

Knapp zwei Stunden zuvor war er wütend ins Rathaus Hemmingen marschiert, hatte eine eigene Wohnung gefordert und gedroht, Feuer zu legen, wenn ihm sein Wunsch nicht erfüllt würde. Dann ließ er seinen Worten Taten folgen. Schaden: 5250 Euro, 66 Feuerwehrleute, 14 Polizisten und sechs Sanitäter waren wegen des Feuers im Einsatz.

Der Libanese hatte mit 18 seine Heimat verlassen und sechs Jahre hatte Hussein F. in Dubai gearbeitet, sich dann für 15.000 Dollar ein Schengen-Visum gekauft und war vor zwei Jahren in den Flieger gen Deutschland gestiegen.

Er hätte ein besseres Leben gesucht, wegen der Gesetzeslage aber nicht arbeiten dürfen. Das hatte er sich anders vorgestellt. Die Tat sei eine Kurzschlussreaktion und ein Hilferuf gewesen, erklärte seine Verteidigerin dem Gericht.

Der Richter zeigte Verständnis: „Wenn Menschen knapp zwei Jahre vor sich hinvegetieren, kommen sie schon mal auf komische Gedanken“, so Richter Koray Freudenberg.

Da er keine Menschen in Gefahr gebracht und seine Mitbewohner gewarnt hatte, entließ er ihn mit einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden wieder auf freien Fuß.

Zum Vergleich drei Urteile gegen Menschen, die schon länger hier leben:

Nach einem Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Meißen müssen zwei Männer ins Gefängnis. Das Landgericht Dresden verhängte jeweils Strafen von drei Jahren und acht Monaten Haft. Die Richter sprachen die 38 und 41 Jahre alten Angeklagten wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Sachbeschädigung schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Spiegel online

Das Landgericht Zwickau schickt drei Männer für mehrere Jahre ins Gefängnis, weil sie Molotow-Cocktails auf eine Flüchtlingsunterkunft geworfen hatten. Der älteste Täter erhielt fünf Jahre wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung…Zwei Brandsätze trafen eine Scheibe, ein Brandsatz die Fassade. Die Fassade und ein Fenster verrußten. Eine Fensterscheibe wurde durch einen geworfenen Blumenkübel beschädigt. Die Polizei fasste bald nach der Tat mehrere alkoholisierte Tatverdächtige, darunter die jetzt verurteilten. Zeit Online

Das Landgericht Potsdam hat den NPD-Politiker Maik Schneider wegen des Brandanschlags auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen zu acht Jahren Haft verurteilt. Zusätzlich erhielt der 29-Jährige am Donnerstag eine weitere Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten für andere rechtsextreme Delikte. Einen weiteren Neonazi verurteilte die Staatsschutzkammer als Mittäter zu sieben Jahren Gefängnis. rbb24

(MS)

 

 

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