Studie Yale University indirekt: Gutmenschen sind schlampig

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Vom Gelehrten zum Yalehrten (Foto: Fotolia/DOC RABE Media)

Die Yale-Universität ist die drittälteste Universität der Vereinigten Staaten von Amerika und eine der angesehensten in der Welt. Wie konnte dann das hier passieren? Yale-Studie beweist: „Starker Ordnungssinn macht anfällig für Rassismus und Homophobie.“ Ganz harter Tobak. In der Pfeife geraucht.

von Max Erdinger

Der elitär-amerikanische Wahnsinn: „Laut US-Wissenschaftlern ist die Neigung zu ästhetischer Uniformität eine neue Grundlage für Vorurteile. Es gebe einen großen Zusammenhang zwischen der Abneigung gegen Unordnung und dem Drang, Minderheiten zu diskriminieren.

Alarm! In New Haven studieren Schwachsinnige! Im Umkehrschluß heißt das nämlich, daß die Refugees-Welcome-Klatscher gottverdammte Schlampsäue sind. Kann ja wohl kaum sein, oder? Aber mal Spaß beiseite, meine amerikanischen Freunde: Um sich mit dem Schwachsinn anzufreunden, müsste man erst einmal der Illusion erlegen sein, daß Ordnungsliebe und die Fähigkeit zur Unterscheidung bekämpfenswerte Untugenden seien. Genau so seht ihr aus, Freunde. Nix gibt´s.

Was schreibt die WELT dazu? – Das hier: „Sie haben eine Person in ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis, deren Ordnungsliebe das normale Maß übersteigt? Die Unordnung fast körperlich schmerzt und bei der jeder Gegenstand in der Wohnung seinen festen Platz haben muss, damit sie sich wohlfühlen kann? Dann sollten Sie sich mit ihr vielleicht lieber nicht über (gesellschafts-)politische Themen unterhalten„.

Ich übersetze das mal ins Deutsche: „Du gottverdammte Schlampsau kennst jemanden, der ordentlicher ist als du? Mit dem solltest du dich lieber nicht über Politik unterhalten, nicht daß du auf die Idee kommst, Politik und Ordnung könnten etwas miteinander zu tun haben.“

Die amerikanische Gescheitheit aus Yale in ihrer ganzen Brillanz hingegen weiter: „Abneigungen gegen schief hängende Bilder, unangebrachte Kacheln und nicht aufgeräumte Schreibtische können erklären, warum manche Menschen „sozial abweichende“ Gruppen wie ethnische Minderheiten und Drogenabhängige diskriminieren. Oder andersherum formuliert: Der Drang, Minderheiten und schutzbedürftige Menschen zu diskriminieren, könnte aus einer Abneigung gegen Unordnung entspringen.“

Yale gibt also zu, daß ethnische Minderheiten, sozial abweichende Gruppen und nicht aufgeräumte Schreibtische Unordnung bedeuten könnten. Brillant. Besonders der Konjunktiv. Von selten schöner Dämlichkeit. Gottseidank gibt´s Universitäten in Amerika. Wenn sich ethnische Minderheiten mit sozial abweichenden Gruppen durch die Hinzufügung von unaufgeräumten Schreibtischen zu einem explosiven Dreier verschärfen, so daß Unordnung entsteht, ist der Wunsch nach Ordnung der Vater des Verbrechens. Wer die Bombe entschärfen will, ist ein Spielverderber. Lassen Sie Ihre abgefallenen Kacheln einfach auf dem Boden liegen und sorgen Sie sich lieber darum, nicht für einen diskriminierenden Ethno-Bio-Ordnungs-Rassisten-Chauvinisten gehalten zu werden.

Bad kacheln ist voll nazi! Und hängen Sie endlich Ihre Bilder schief auf! Ihre hängen nämlich auffällig gerade. Nur für den Fall, daß an unserer Studie was dran sein könnte. Immerhin steht sie ja noch im Konjunktiv.

Wir in Yale sagen ja nur: Es könnte sein, daß Sie Minderheiten diskriminieren und homophob sind, weil ihr Bad lückenlos gekachelt ist. Und wenn wir in Yale das als der Weisheit letzten Schluß verkünden würden, dann müssten Sie, anstatt mit der Seife, mit dem Hammer ins Bad marschieren. Selbst schon mal darüber nachgedacht? – Wie? Es wäre wegen der Nässe beim Duschen, meinen Sie? Interessanter Aspekt.

Eine solche intellektuelle Brillanz in Connecticut: „Die Psychologen Anton Gollwitzer, Julia Marshall, Yimeng Wang und John Bargh führten acht Experimente durch, die den Zusammenhang zwischen der „Abneigung gegen unvollständige Muster und der Tendenz zur Stigmatisierung von Individuen“ untersuchten.“

Darf ich mal einen Wunsch äußern, so zwischendurch? Als nächstes würde ich von Euch Yale-hollarä-dulljöh-Jodlern gerne wissen, wie tödliches Katzenfutter und Flugzeugabstürze zusammenhängen und ob Leute mit Flugangst generell dazu tendieren, Tierfutter zu vergiften. Wäre das machbar, Studie bis morgen früh? Herzlichen Dank im voraus.

Resümee der aktuellen Yale-Studie also: Unordentliche Homophile duschen gern in feuchten, versifften und verschimmelten Bädern, weil sie gottverdammte Schlampsäue sind. Gut, daß die Wissenschaft bisher noch jede abstruse Vermutung zu untermauern vermochte. Man nennt so etwas heutzutage, glaube ich, Flexibilität. Oder, wie man in Yale vermutlich positiv formulieren würde: Flexible science.

 

 

 

 

 

 

 

 

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