Anabel Schunke: „Ich werde bis zum Letzten kämpfen“

Anabel Schunke ist nach 30-tägiger Facebooksperre wieder da. Die konservative Kolumnistin, die auch für JouWatch schreibt, wurde am 1.11. für 30 Tage von Facebook gesperrt, weil sie in einem Post sexuelle Übergriffe als „Neudeutsch: den Nafri machen“ bezeichnet hatte. Ein Kommentar

von Anabel Schunke

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist unveräußerlich. Meinung, Kritik an den herrschenden Zuständen lässt sich nicht wegzensieren. Schon gar nicht in einem Land, in dem man weiß, was demokratische Freiheitsrechte sind und in dem ein Teil der Bürger die sozialistische Diktatur und Unterdrückung der Free Speech selbst erlebt hat. Gedanken, Wut, Kritik sind nicht weg, weil man sie von einer Plattform verbannt. Ihr zensiert uns, sperrt uns in den sozialen Medien? Dann weichen wir auf andere Plattformen aus. Dann verbreiten andere für uns das Gesagte. Dann gehen wir in letzter Instanz auf die Straße und kämpfen dagegen an.

Wenn solche Sperren und das Beharren von Facebook auf Aufrechterhaltung dieser Sperre trotz anwaltlicher Intervention eines zeigen, dann, dass man in diesem Land mittlerweile ordentlich die Hosen voll hat. Dass man Angst vor Leuten wie uns hat, die aussprechen, was viele denken und sagen: „Schaut her, der Kaiser ist nackt!“

Der Grund, weshalb man Menschen wie mich sperrt, ist nicht, dass es tatsächlich einen Grund, eine Legitimation gäbe, dies zu tun. Der einzige Grund ist, dass man ein Exempel statuieren will. Dass man Personen in die Schmuddelecke schieben will, damit sie an Glaubwürdigkeit und damit an Einfluss verlieren. Diesen Sperrungen liegen ganz klar ideologische Regeln zugrunde. Auf Twitter wurde ich gesperrt, weil ich schrieb, dass nicht ein Auto in die Menschen in Cuxhaven gerast sei, sondern ein Syrer. Andere werden gesperrt, weil sie darauf hinweisen, dass das Kopftuch ein Instrument der Unterdrückung ist und wieder andere, wenn sie sagen, echte Männer würden zurück in ihr Land gehen und es aufbauen. Es geht um Islam, es geht um Einwanderung. Wer hierfür kritische Worte findet, wird gesperrt, während Pierre Vogel auf seinem Profil mit IS-Pulli posiert und türkisch und arabischstämmige Mitbürger sich in Facebookgruppen Hitler zurück- und Juden den Tod wünschen. Es geht nicht um die generelle Verhinderung von Hatespeech, nicht um strafrechtlich relevante Inhalte, auch wenn Heiko Maas dies kürzlich erst noch bei Maischberger behauptete. Es geht um das, was ideologisch an Meinung nicht gewollt ist und um nichts Anderes.

Und wenn mich eines während meiner Sperren immer wieder schockiert hat, dann die Tatsache, wie viele Leute mit anderen politischen Ansichten eine solche Praxis begrüßen. Habt ihr nichts aus der Geschichte gelernt? Ist euch nicht bewusst, dass sich eine solche Einschränkung der Meinungsfreiheit auch eines Tages gegen euch richten kann? Dass das, was gesellschaftlich als moralisch, als geboten, als politisch anerkannt gilt genauso wie die Mode wechseln kann? Es ist dies der Grund, weshalb das liberale Konzept der Meinungsfreiheit ALLE Meinungen umfasst und nicht nur jene, die gerade en vogue sind. Damit wir uns alle in der Gewissheit wiegen können, dass das, was wir heute sagen, morgen nicht plötzlich falsch und verboten ist. Wer die Zensur von Meinung befürwortet, nur weil es nicht die eigene ist, steht der Diktatur jedenfalls näher als er denkt. Der hat immer noch nicht gelernt, dass sich Menschen in ihren Ansichten unterscheiden und dass es die liberale Demokratie ausmacht, dass sie dieser Unterschiedlichkeit Rechnung trägt, indem sie ihr einen Raum zur Entfaltung bietet, während das autoritäre Regime dazu antritt, Meinungen zu unterdrücken und Menschen zu erziehen.

Blickt man in unsere europäischen Nachbarländer zeigt sich, dass diese schon einen Schritt weiter sind. In Frankreich und Belgien kommt es mittlerweile nahezu tagtäglich zu gewaltsamen Ausschreitungen von Migranten, die kaum noch von der Polizei in den Griff zu kriegen sind. In Polen demonstrieren Tausende gegen eine Islamisierung. Bilder, die wir hier nirgends in den Medien sehen. Aber es rumort in Europa. Der von Huntington bereits Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts beschriebene „Kampf der Kulturen“ nimmt an Fahrt auf. Die One-World-Ideologie zerschellt an der Mauer der gewaltsamen Realität. An der grundsätzlichen Unvereinbarkeit von westlichen Werten und arabischer und afrikanischer Kultur. Am Widerspruch zwischen säkularer Demokratie und islamischen Weltverständnis. An Träumen und Hoffnungen, die gesät worden und Hunderttausende anlockten und die wir nicht zu erfüllen imstande sind.

Von mir aus zensiert uns. Verhindert das Aussprechen dieser Tatsachen, indem ihr es „Hatespeech“ nennt, während ihr die wahre Hatespeech in den sozialen Netzwerken – den antisemitischen Hass und den generellen Hass auf uns Ungläubige durch Vertreter des Islams weiter geflissentlich ignoriert. Die Realität überholt das geschriebene Wort mittlerweile täglich und schaut man auf die Weihnachtsmärkte dieser Tage wird klar, dass längst jeder die negativen Auswüchse Einwanderung zu spüren bekommt. Das einzige, wofür die Zensur sorgt, ist noch mehr Wut, noch mehr Kritik, noch mehr Willen, etwas an den Zuständen ändern zu wollen.

Wir Deutschen sind geduldig. Wir lassen uns aufgrund des eingeredeten Schuldkomplexes mehr gefallen als andere. Aber auch das wird aufhören, wenn die Messerattacken, die sexuellen Übergriffe, die terroristischen Anschläge, der alltägliche Wahnsinn in den Schulen, die Konflikte auf der Straße und die politischen Diskussionen und Forderungen zunehmen.

Die Brandstifter sind nicht Leute wie ich oder meine Kollegen. Nicht der, der auf die Gewalt hinweist, sondern der, der die Gewalt begeht. Es steht jedem frei, ob er auf die Warnungen hören will oder sie als „Hetze“ abtut. Das, was sich verschiebt, ja verkürzt, ist lediglich der Zeitraum, in dem Gegenmaßnahmen noch möglich sind. Ich werde bis zum Letzten für meine Überzeugungen, meine Werte und Freiheiten, ja für mein Land im Rahmen meiner eigenen kleinen bescheidenen Möglichkeiten kämpfen. Und in den Phasen, in denen ihr mir das Wort entzieht, werde ich nichts weiter tun als mit Popcorn dasitzen und dabei zusehen, wie die Realität euch eines Besseren belehrt.

„Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist.“ – Frank Thiess

Anabel Schunke auf Facebook geperrt: „Die Wut wird wachsen“

Anzeige