Altena – Perle von Buntland

Foto: Durch absolutimages/Shutterstock
Foto: Durch absolutimages/Shutterstock

Was zu erwarten war, Altena wird Integrationsdenkmal. Denn hier ist verwirklicht, was allein die AfD verhindert. Der Endsieg der Herzen. Wann besucht die Kanzlerin den Mustergau?

Von Volker Kleinophorst

Wir befinden uns im Jahr 2017. Ganz Dunkeldeutschland, ist von Nazis durchdrungen, täglich brennt was auch immer, und der Fremdenhass lodert in der Mitte der Gesellschaft. Ein ganzes Land dem Wahn verfallen, der Islam sei gefährlich, ein Millionenheer zum großen Teil unbekannter Menschen nicht pures Gold. Dieses Land ist dem Untergang geweiht.

Ganz Dunkeldeutschland? Nein, ein von aufrechten Gutmenschen bevölkertes Dorf hört nicht auf, Hass und Hetze die Stirn zu bieten. Und es nicht leicht für die Nazis, zu sehen, wie glücklich und bunt man in Altena lebt.

Das ist ungefähr die Zusammenfassung des Artikels: „Altena im Sauerland -Die Stadt, die Flüchtlinge liebt“ auf rheinische-post-online. „Eine Stadt liebt“? Bisschen dick, oder?

Auch in den Kommentaren einiges dabei, wo man es den Afdlern und allen Fremdenfeinden mal so richtig zeigt. Altena, so geht es. Wir wussten es doch.

Nur wie immer realitäts- und faktenfremd und genau wie der rp-online Artikel voller Halbinformationen.

Vorweg: Niemand bestreitet, dass man 200 Leute aufnehmen kann. Den implizierten Gedankensprung, das klappt auch mit Millionen. Ernsthaft. Muss man selbst darüber noch diskutieren?

„Das sauerländische Altena hat mehr Flüchtlinge aufgenommen, als es gemusst hätte. Die meisten sind geblieben, denn die Stadt investiert in Integration.“

Nicht die Stadt investiert in Integration, sie ballert für die sogenannte Integration das Geld raus, was sie ihren Bürgern abnimmt. Bürgermeister: „Aber es sind ja keine Mehrkosten entstanden.“ Mehrkosten vielleicht nicht, Kosten aber schon. Und die tragen die Bürger, oder sie werden über Schulden finanziert. Das weiß der Bürgermeister genau so wie der Redakteur.

 „Altena sieht die Flüchtlinge als Chance. In den 70er Jahren hat die Stadt … etliche Arbeitsplätze verloren – mehr als 14.000 Menschen zogen weg. … Als die Flüchtlingszahlen 2015 deutschlandweit stiegen, witterte Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) eine Chance: Er lud Flüchtlinge ein, nach Altena zu ziehen.“

 Flüchtlinge aufzunehmen, ist für eine Stadt erst einmal eine lukrative Einnahmequelle, besonders eine so abgehängte Stadt wie Altena. Aber nur wenn man von 12 bis Mittags denkt.

Dass Viele geblieben sind, spricht dafür, es mit eher pflegeleichten „Flüchtlingen“ zu tun hat. Ich lebe selber auch auf dem Land. Die „schrägen“ Figuren bleiben hier nicht, die zieht es in die Stadt. Und es muss nicht gleich Hamburg sein. Schon im nächstgrößeren Buchholz sieht es ganz anders aus.

Den Leuten umsonst eine Wohnung zu geben und sie großzügig zu alimentieren, ist keine Integration.

12.000 leere Wohnungen hat nicht jede Gemeinde.

Ja und dann Joseph Anthony, der Altenpfleger werden will:

„Lehrerin Broens bezeichnet ihn als Sprachtalent: „Er hat wahnsinnig viel gelernt.“ Anthony hat mittlerweile eine eigene Wohnung und arbeitet seit August in einer Pflegeeinrichtung. Er bemüht sich, noch besser Deutsch zu lernen, um eine Ausbildung zum Altenpfleger anzufangen – und zu bleiben.“

Und jetzt wollen noch irakische Christen nach Regenbogen-Altena umsiedeln:

„Kritik (die es also gibt), dass er so noch mehr Flüchtlinge holen würde, lässt der Bürgermeister nicht gelten. Die Iraker sind anerkannte Flüchtlinge und können hinziehen, wo sie wollen“, sagt er. Der Stadt entstünden keine Kosten, weil sie Unterstützung über das Jobcenter bezögen.“

Na dann ist es ja umsonst, wenn das Jobcenter zahlt? Wieso war dann eigentlich das Wasser für den Maurer, der Bürgermeister Hollstein im Imbiss attackierte, nicht umsonst?

Eines bleibt zurück, auch in dem sehr „flüchtlingsaffinen“-Forum von RP.

Ein Teil der deutschen Gesellschaft möchte uns Allen ohne jemals darüber auch nur diskutiert zu haben, diesen Karneval der Kulturen aufs Auge drücken. Ein „Altena ist überall.“ Da sind eine Menge Leute nicht zuletzt deswegen dagegen, weil es einfach nicht klappen kann und wird, und nicht bezahlbar ist. Und das ist deren gutes Recht.

Woher nimmt ein kleiner Haufen Durchgeknallter die Legitimation, sich ein neues Deutschland zu basteln, dieses mal bunt statt weiß, und auf die Gräber unserer Vorfahren zu spucken? Ich weiß es nicht!

Natürlich wird in der „Liebesgeschichte“ in keinster Weise erwähnt, wie gut die Superintegrierten mittlerweile Deutsch sprechen, ob sie überhaupt die Voraussetzungen für eine Berufstätigkeit hierzulande mitbringen, ob es in Altena überhaupt Arbeitsstellen gibt. Wenn ja, würde ich ja mal vermuten, wären sicher nicht so viele weggezogen, oder?

Altena stellt keine Lösung dar. Daran können auch solche Texte aus dem Ministerium für Wahrheit nichts ändern. Man versucht mit Macht, die doch immer offensichtlicheren Probleme schön zu reden.

Ich finde, es hätte dieser liebevollen Stadt gut zu Gesicht gestanden, wenn es in Altena auch so eine breite Solidarität mit diesem arbeitslosen Maurer gegeben hätte. Dann wäre es nämlich zu dem „Attentat“ gar nicht gekommen.

Geld ist doch da: Das IFO-Instituts geht von 450.000 € Kosten pro Flüchtling aus, bei 1.000.000 Flüchtlingen macht das 450 Milliarden Euro.

Aber auch beim Endsieg der Herzen muss man eben irgendwo sparen.

Ich bin ja begeisterter Forumsleser. Da wird im Gegensatz zu den gebügelten Artikeln wenigstens mal ein Meinungspluralismus sichtbar. Zwei aus dem wahrlich umkämpften rp-Forum:

A: „Hetzer, Hater, Populist, Nazi, Pegidist, Afdler, Dumm, keine Ahnung, Kopf waschen lassen, und, und, und. Das sind die Argumente der Menschen, die nicht von der Wand bis zur Tapete denken können.“

B: „Ja, so was schmerzt den gemeinen AfD-Troll bis ins Mark. Positive Berichte über Flüchtlinge? Das geht für die gar nicht. Da kommt gleich wieder der Ruf „Lügenpresse.“

Ob Lügen oder Lückenpresse. Dieser Artikel besteht aus Halbwahrheiten und Beschönigungen. Relevante Fragen stellt er nicht. Geld wächst ja eh auf Bäumen.

Der Text ist Potemkinsches Dorf, eine verbale Kulisse.

Wandere aus, solange es noch geht!
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