Als Tourist in Syrien – Auch Homs kehrt zurück zur Normalität

Als Tourist in Syrien 2017, Homs - Rückkehr zur Normalität. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Als Tourist in Syrien 2017, Homs - Rückkehr zur Normalität. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Der Norweger Christian Lindgren war im Oktober in Syrien, um sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Seine Reiseberichte zeigen ein deutlich abweichendes Bild von dem, das die öffenlich rechtlichen Medien präsentieren. Die Fotos, die er in ganz Syrien gemacht hat, gehen momentan viral und kriegen viel Beachtung weltweit. Heute folgt der zweite Teil seines Reiseberichts als Tourist in Homs. 

Von Christian Lindgren
Übersetzung von Bianca Hoe

In Homs begann der Syrienkrieg, als sogenannte „moderate Rebellen“ an einem Kontrollpunkt zehn Soldaten der syrischen Armee töteten und weitere 19 Soldaten gefangen nahmen. In der Nacht des 3. Februar 2012 begannen Regierungstruppen daraufhin mit dem Artilleriebeschuss, um die Rebellen zu vertreiben.

Am 15. März begannen die Proteste zunächst in der südlichen Stadt Daraa, aber in Homs eskalierte die Situation und aus Protesten wurde Krieg.

Der größte Platz in Homs ist wieder aufgeräumt. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Der größte Platz in Homs ist wieder aufgeräumt. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Rund 70 Prozent von Homs wurden zerstört, bevor die Stadt wieder unter Regierungskontrolle stand. In Homs sieht man die meisten Zerstörungen in ganz Syrien, aber der Wiederaufbau hat begonnen und sogar der alte Souq (Markt), der während der Kämpfe völlig zerstört wurde, ist bald wieder soweit, seine Tore zu öffnen. Ein paar Läden sind sogar schon wieder geöffnet und alle anderen folgen in Kürze.

Links: Der alte Markt wird bald wieder geöffnet. Rechts: Einige Teile sind bereits wieder offen und laden zum Einkaufsbummel ein. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Links: Der alte Markt wird bald wieder geöffnet. Rechts: Einige Teile sind bereits wieder offen und laden zum Einkaufsbummel ein. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Geschäfte im alten Markt sind wieder offen. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Einige Geschäfte im alten Markt sind wieder offen. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Die Natur breitet sich in zerstörten Häusern aus, Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Die Natur breitet sich in zerstörten Häusern aus, Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Ein Taxifahrer winkt erfreut. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Ein Taxifahrer winkt erfreut. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Der am meisten zerstörte Teil der Stadt. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Der am meisten zerstörte Teil der Stadt. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Links: Familien kehren zurück, um ihre Häuser wieder aufzubauen. Rechts: Kinder können wieder lachen. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Links: Familien kehren zurück, um ihre Häuser wieder aufzubauen. Rechts: Kinder können wieder lachen. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Das Leben in Homs kehrt allmählich zur Normalität zurück, und der Wiederaufbau geht zügig voran. Kinder lernen wieder in Schulen, traditionelle Restaurants sind geöffnet, Einwohner kehren zurück, um ihre Häuser wieder aufzubauen und Schaschlick-Stände in den Straßen locken mit verführerischen Düften.

Fleisch vom Grill lockt mit herrlichen Düften. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Fleisch vom Grill lockt mit herrlichen Düften. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Zwei kleine Mädchen warten am Grillstand auf ihren Vater. Fleisch vom Grill lockt mit herrlichen Düften. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Zwei kleine Mädchen warten am Grillstand auf ihren Vater. Fleisch vom Grill lockt mit herrlichen Düften. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Homs ist die Stadt, in der die Einheimischen die schlimmsten Geschichten erzählen, da sie monatelang unter islamischen „Rebellen“ und deren Regeln leben mussten. Die Geschichten handeln von Vergewaltigungen, Enthauptungen, Entführungen ihrer Kinder und anderen Ereignissen, die jeden Horrorfilm übertreffen.

In der Akrameh al-Makhzumi Grundschule wurden im Krieg fast 50 Schulkinder bei einem Selbstmordattentat getötet. Die erste Bombe ging am Schultor hoch und als die Leute dorthin eilten, um zu helfen, explodierte eine zweite Bombe.

Die Schule ist heute komplett umgebaut und wieder in Betrieb.

Schulkinder in Homs, Syrien. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Schulkinder in Homs, Syrien. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Grundschulkinder, Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Grundschulkinder, Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Jungs und Mädchen gehen in dieselbe Klasse. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Jungs und Mädchen gehen in dieselbe Klasse. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Die Schulausbildung in Syrien ist kostenlos und vom 6. bis 15. Lebensjahr (1. bis 9. Klasse) Pflicht. Englisch und Französisch werden ab der ersten Klasse unterrichtet, und die jungen Schüler beeindrucken durch hervorragende Englischkenntnisse, weitaus besser als in meinem Heimatland Norwegen.

Wenn Eltern ihre Kinder an der Schulausbildung hindern oder sie verweigern, werden sie mit 6 Monaten Gefängnis bestraft.

Lehrerinnen in Homs, Syrien. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Lehrerinnen in Homs, Syrien. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Lehrerzimmer in Homs, Syrien. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Lehrerzimmer in Homs, Syrien. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Westlich gekleidete junge Frauen auf den Straßen von Homs. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Westlich gekleidete junge Frauen auf den Straßen von Homs. Fotos: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Die Außenbezirke von Homs sind immer noch fast völlig verwüstet, aber in das Zentrum ist das normale Leben zurückgekehrt. Einheimische gehen einkaufen, in Straßencafés gibt es Shishas, Händchen haltende, junge Paare laufen umher und man sieht junge Männer, die europäischen Fußball auf großen Bildschirmen beobachten. Auch ich habe hier unter anderem zwei schöne Shirts gekauft.

Das Leben in Homs normalisiert sich. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com
Das Leben in Homs normalisiert sich. Foto: Christian Lindgren unusualtraveler.com

Man sieht, daß die am meisten zerstörte Stadt in Syrien wieder zum Alltag zurückkehrt.

Glaubt noch jemand, daß Syrien ein Land voller Ruinen ist, so wie das die Mainstream-Medien immer noch behaupten?

In Homs und dem Tal der Christen leben mehr als 200 000 Christen. Ich besuchte  in Syrien sowohl Krak des Chevaliers als auch das Tal der Christen.“

Mehr Bilder und Informationen finden Sie auf: http://unusualtraveler.com/homs/

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