Frauen das aggressive Geschlecht

Symbolfoto: Durch PhotoMediaGroup/Shutterstock
Symbolfoto: Durch PhotoMediaGroup/Shutterstock

Die Opfer häuslicher Gewalt, das war doch mal wieder ein Thema für unsere Erregungsmedien. Böse Männer, arme Frauen. Leider total verlogen, ideologisch, propagandistisch. Und einfach falsch

Von Volker Kleinophorst

Es begann mit einer Enttäuschung. Nur 149 Frauen wurden Opfer häuslicher Gewalt. Erst war man noch von 357 ausgegangen und tönte schon herum, jeden Tag wird eine Frau getötet. Da hatte man nach der dünnen Diffamierungssuppe #metoo endlich mal wieder was in der Hand.

Doch dann musst man sich vom BKA, Urheber des Zahlenwerks „Partnerschaftsgewalt 2016“ berichtigen lassen. Die Tagesschau. Die mit dem Faktenfinder, die Fakenews-Checker, mit der Lizenz zur Wahrheit a la Gniffke:

Hatten die nicht gemerkt. Die Tagesschau wohlgemerkt. Die mit dem Faktenfinder…

Ich meinte da schon eine leichte Enttäuschung im feministischen Lager zu verspüren. Denn jedes Opfer stützt ja den weiblichen Opfermythos. Und Opfer kann man „in diesen Zeiten“ ja nicht genug haben.

Aber weiter geht es auch mit 149 toten Frauen. Sind zu Viele (Jeder Ermordete ist einer zu viel)), mehr Frauenhäuser, mehr dies, mehr das. Schon das Titelbild des Zahlenwerks macht deutlich, wer Täter und wer Opfer ist.

Schnell starten solche Geistesgrößen durch, wie diese Kommentatorin auf Tagesschau.de mit den üblichen Relativierungsreflexen:

Schön an gleicher Stelle gekontert:

Häusliche Gewalt natürlich im Tenor immer Gewalt gegen Frauen, auch wenn zu 18,1 % Männer betroffen sind, was ich ziemlich erstaunlich finde.

Männliche Opfer selbst bei Mord und Totschlag immerhin 84 „Menschen“, scheint eine Ansammlung von Einzelfällen zu sein, für 15 Männer endete es tödlich.

Die überwiegende Zahl der Täter seien Deutsche und zwar 68,3 % frohlockt man. Da hat man ihn wieder gestellt, den bösen, weißen, deutschen Mann. Bei den Nichtdeutschen liegen übrigens wenig überraschend die Türken vorn mit 20% (stattlich 20% der Bevölkerung stellen sie ja nicht, denn Türken mit deutschem Pass gehen in die Zahlen ja nicht ein), gefolgt von den Polen (9%) und den Syrern (5%). Nur bei den Deutschen möchte ich eigentlich, wie sich viele gerne mal wissen, wie viele von diesen „Deutschen“ einen Migrationshintergrund haben.

Das ist jetzt sicher fremdenfeindlich, menschenfeindlich, mindestens haarspalterisch das zu fragen. Warum die Frage mehr als berechtigt ist? Wenn der weiße Mann auf dieser Welt für jeden Mist die Verantwortung hat, dann wüsste man doch gerne, was man getan hat und was einem in die Schuhe geschoben wird. So wie der Tenor jeder einzelnen Geschichte zu den Zahlen ist, ja schon die Tonalität des Zahlenwerks selbst, wird allein denen „die hier Alles bezahlen müssen“ jede dieser Straftaten in die Schuhe geschoben. Man möchte aber nicht für das Verhalten irgendwelcher Migrationshintergründler, denen man hier den Pass nachgeworfen hat, den Kopf hinhalten, denen man hier den Pass nachgeworfen hat. Man ist immer so gerne genau. Nur da nicht. Warum wohl? Weil die Ergebnisse nicht zufriedenstellend wären? Damit man es nicht weiß, recherchiert man solche Zahlen lieber nicht. Doch wer hinguckt, braucht die Zahlen nicht einmal:

Da kann ich weiterhelfen. Nach meinen Erfahrungen als Lokalreporter sieht das schon seit Jahren eher so aus. Meist sind viele muslimische Frauen in den Frauenhäusern.

„Die Zahlen sind erschreckend – insbesondere mit Blick auf die vermutete Dunkelziffer“, sagte Bundesfrauenfachministerin Katarina Barley (SPD) auf ihrer Pressekonferenz zu dem Thema, wo es auch nur um Frauen geht. Fast 20% männliche Opfer? Scheißtypen. Lenkt nur ab.

Und da wirft sie, sicher kenntnisfrei wie üblich den Blick auf ein höchst interessantes Detail, das auch fast subversiv im Zahlenwerk des BKA auftaucht:

„Die tatsächliche Entwicklung im Bereich partnerschaftliche Gewalt kann unter ausschließlicher Bezugnahme auf PKS-basiertes (PKS: Polizeiliche Kriminalstatistik) Zahlenmaterial nur eingeschränkt dargestellt werden, zumal es sich bei den Daten der PKS ausschließlich um Hellfelddaten handelt.“

Hellfelddaten? Das sind aufbereitete Daten, die eigentliche Basis bieten die Dunkelfelddaten. Das ist die harte Währung. Bei der PKS heißt Hellfeld, das es sich bei den Daten allein um die Fälle häuslicher Gewalt handelt, die zur Anzeige gebracht wurden.

Im Dunkelfeld der von Frau Barley erwähnten Welt der Dunkelziffer ist es allerdings so, halten sie sich fest. Professor Dr. Dr. Michael Bock:

„Tatsächlich sind Frauen und Männer in annähernd gleichem Umfang Täter und Opfer häuslicher Gewalt. Dies zeigen Dunkelfeldstudien, die inzwischen in großer Zahl vorliegen … methodisch hinterfragt, kritisch gewürdigt und bezüglich der Haupttendenz der Ergebnisse zusammengefasst worden sind. Danach legen Frauen und Männer nahezu gleich häufig aggressives Verhalten an den Tag. Frauen sogar etwas mehr.

Wie kann es dann sein, dass Alle denken, „häusliche Gewalt“ sei Männergewalt gegen Frauen?

„Dass häusliche Gewalt männliche Gewalt sei, ist ein tief in den Gefühlen und im Weltbild der Menschen verankerter Mythos, der von starken Tabus geschützt wird. Deshalb gibt es auch einen partei-, altersgruppen- und geschlechtsübergreifenden Konsens in dieser Frage.“

Dieser Mythos halte einer erfahrungswissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Doch wie verdreht sich denn nun die Statistik von Dunkelfeld in Hellfeld?

Für Frauen gibt es eine sozial anerkannte Opferrolle für Männer nicht Weil es für Männer demütigend ist Opfer von Frauengewalt geworden zu sein, verschweigen sie es. Auch Frauen scheint die Opferrolle zuerst wenig attraktiv:

„Überwinden Frauen ihre Scham und ihre Angst und machen ihre Opfererfahrungen im privaten Umfeld, bei Hilfseinrichtungen oder bei den Strafverfolgungsbehörden öffentlich, können sich neue Lebensperspektiven auftun, während das „outing“ für Männer eine kommunikative, soziale und rechtliche Katastrophe ist. Man glaubt ihnen nicht und sie werden ausgelacht. Hilfseinrichtungen gibt es nicht. Die wenigen Selbsthilfegruppen und Therapeuten sind nicht in den einschlägigen Listen. Bei Polizei und Gerichten erregen sie erst einmal den Verdacht, selbst provoziert, selbst Gründe geliefert, selbst tyrannisiert zu haben.“

Ergebnisse dieser Art werden in diesem ideologisch verminten Umfeld natürlich bezweifelt, können aber nicht widerlegt werden, weswegen sie gerne ignoriert werden:

„Die großen Dunkelfelduntersuchungen machen Gewalt gegen Männer in einem Ausmaß sichtbar, dass die offizielle Gewaltschutzpolitik in ihrer ausschließlichen Beschränkung auf weibliche Opfer jeder empirischen und moralischen Legitimation entbehrt.“

Und das ist noch lange nicht alles:

„Weitere Lücken des Gewaltschutzes werden jedoch sichtbar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass ja nicht allein Männer Opfer von weiblicher Gewalt werden, sondern in noch weit größerem Umfang auch Kinder. Die vorgängige Identifizierung von häuslicher Gewalt als „Männergewalt gegen Frauen und Kinder“ verschleiert die außerhalb dieses speziellen Kontextes von niemand ernsthaft bestrittene Tatsache, dass Kinder in eher größerem Umfang von ihren Müttern misshandelt werden als von ihren Vätern. Diesen anderen Opfergruppen bleibt also gerade die besonders intensive Aufmerksamkeit und Hilfe versagt, die mit der exponierten kriminalpolitischen Kategorie der häuslichen Gewalt verbunden ist. Sie fristen weiter unter „Gewalt gegen Senioren“ oder „Kindesmisshandlung“ ein Schattendasein.“

Zusammengefasst:

„Die aktuelle Gewaltschutzpolitik im Gebiet der häuslichen Gewalt verweigert sich der Einsicht, dass es nicht nur Männer als Opfer, sondern auch Frauen als Täterinnen gibt. Deshalb wird gegenüber Frauen ein Interventionsbedarf regelmäßig gar nicht in Betracht gezogen. Alle Initiativen zum Schutz und zur Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt sind für Frauen gedacht, gemacht und finanziert, während umgekehrt alles, was für Repression und Prävention getan wird, nur Männer im Blick hat. So ist die ganze institutionelle und personelle Infrastruktur der Gewaltschutzpolitik (einschließlich der Begleitforschung) rein geschlechtsspezifisch angelegt.“

Und natürlich sind die Männer sauer. Zu Recht. Denn sie werden belogen und verarscht:

„Dies ist sowohl in Bezug auf Jungen und Männer kontraproduktiv, denn wenn es irgendeinen nachhaltigen Erkenntnisgewinn der Kriminologie in den letzten Jahrzehnten gegeben hat, dann den, dass das pausbäckige Vertrauen auf Strafe und Repression19 relativiert worden ist, als auch im Blick auf Frauen und Mädchen, denn auch Illusionen und falsche Idealisierungen des „friedlichen Geschlechts“ bringen den Dialog der Geschlechter beim Gewaltschutz nicht weiter.“

Alle  Zitate stammen aus dem Aufsatz: „Selektive Wahrnehmung führt zum Mythos männliche Gewalt. Häusliche Gewalt, ein Problemaufriss aus kriminologischer Sicht“ des 2015 emeritierten Professors Michael Bock, eines überaus renommierten Rechtswissenschaftlers und Kriminologen von der Universität Mainz und ist nicht einmal neu. Bocks wesentlichen Veröffentlichungen zu dem Thema sind aus dem ersten 2000er Jahrzehnt.

Die Genderwissenschaft lehnt der schlaue Professor Bock natürlich wie jeder denkende Mensch ab, bezeichnet das als „totalitäre Steigerung von Frauenpolitik“.

Noch ein paar Zahlenspiele zu männlichen Opfern. Diesmal nicht vom Professor sondern von einem Foristen:

Ein paar persönliche Anmerkungen:

Als ich Kind war, wurden Mädchen schon nicht mehr geschlagen, höchstens mal ne Ohrfeige von Mutti. Jungens schon. Mutti schlug öfter als Vati. Natürlich nicht so hart, weswegen man es eher übersah. Vatis Gewalt wurde „wart mal bis der Papa kommt“ auch von Mutti instrumentalisiert. Gegen Vatis durchaus etwas härtere Gangart ging Mutti selten vor. In der Erziehung herrscht Mutti totalitär, Vati ist doch die meiste Zeit gar nicht da.

Und diese Dunkelziffer zu „Frauenangriffen“ ist meiner Meinung nach noch viel höher. Was in keine Statistik eingeht, es gibt auch noch jede Menge Männer, die schon mal von einer Frau attackiert wurden, das dann „gelöst“ haben, die weder einen Therapeuten brauchen noch ein Männerhaus. Doch wenn man manchmal so quatscht, ist man immer wieder überrascht, wie oft das vorkommt.

Ich selbst von drei Frauen attackiert worden und ich bin groß, kräftig und echt nicht der nette Typ. Zwei waren Partnerinnen, denen was nicht gepasst hat, was ich sagte. Beide hatten das in anderen Partnerschaften schon gemacht, hatten ein Muster. Die dritte war mir vollkommen unbekannt, wurde hinterher in die Psychiatrie geschafft. Sie hatte mich vor einer Party beim Rauchen vor der Tür aus dem nichts angegriffen. Die Narbe, die sie mir mit ihren Fingernägeln in die an der rechten Wange geritzt hat, kann man selbst nach 25 Jahren noch erkennen.

Ich bin heute noch froh, dass die „sanfte Elfe“ mir nicht einen Fingernagel ins Auge gerammt hat.

Was natürlich stimmt. Es sind 149 Frauen an häuslicher Gewalt gestorben und 15 Männer. Nicht schön, nicht wünschenswert. Männer die ihre Frauen schlagen, habe ich schon immer verachtet. Doch wären Frauen körperlich genau so stark wie Männer, wären Opferzahlen vollkommen ausgeglichen, da bin ich mir sicher. Frauen haben aber eben andere Waffen.

Du kannst einen Mann mit einer Frau töten, wie mit einer Axt.

Zu dem erbärmlichen Süppchen was auf dem weiblichen Opfermythos gekocht wird, ist damit ja Alles gesagt.

Oder liebe Fake-News-Finder?

Das Schlusswort zu diesem brisanten Thema hat eine Frau:

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

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