Ehemaliger Grenzschützer packt aus: „Wenn ich nicht bereit bin, diese Grenze mit der Waffe verteidigen, dann habe ich auch keinen Staat!“

Foto: Durch Fishman64/Shutterstock
Und flott über die Grenze, ist ja keiner da, der sie schützt (Foto: Durch Fishman64/Shutterstock)

Auf einem Fest treffe ich Heinz*. Heinz war Bundeswehrsoldat und beim Grenzschutz. Wie sieht er die Situation? Was ist eine Grenze und was macht sie aus?

Von Hans Altmann

„Ich bin mit 17 Jahren zum Barras (Bundeswehr) gegangen, danach habe ich für die Zollverwaltung Grenzaufsichtsdienst gemacht, bis 1993 als das Schengenabkommen also die Abschaffung der europäischen Binnengrenze in Kraft getreten ist.“

Damals sei seine Aufgabe klar definiert gewesen. „Wenn ich Patrouille gelaufen bin und habe jemanden aufgegriffen, der über die sogenannten Grüne Grenze ins Land kommen wollte, habe ich ihn gestellt und kontrolliert. Die deutsche Grenze vor unberechtigten Eindringlingen und Einfuhren vom Schmuggelware abzusichern. Dafür habe ich mein Geld gekriegt.“

Wenn sich der „Eindringling“ hätte ausweisen können und grundsätzlich einreiseberechtigt gewesen wäre, zum Beispiel ein Einheimischer oder ein EU-Bürger des Nachbarlandes, habe er ihn passieren lassen. „Allerdings nicht ohne ihm ein Gebühr für die Ordnungswidrigkeit eines versuchten Grenzübertrittes außerhalb der Kontrollpunkte aufzubrummen. Das waren zu meiner Zeit 20 Deutsche Mark.“

„Hatte jemand keine Papiere, die ihn zur Einreise berechtigen, habe ich ihn zurückgeschickt. Ohne Papiere?“ Er lacht: „Den hätte ich sistiert, also mit zur Dienststelle genommen, um die Personalien festzustellen. Wenn nichts gegen ihn vorlag, hätten wir ihn zurückgeschickt. Hätte der sich allerdings bedrohlich verhalten, wären gar mehrere gekommen, hätte jemand womöglich noch ein Messer gezogen – da hätte ich geschossen.“

An Grenzen wird geschossen? Ist das nicht voll Nazi? „Dazu war ich verpflichtet. Ich war verpflichtet, die Grenze zu schützen. Natürlich auch mit der Waffe. Andernfalls hätte ich mich strafbar gemacht.“

Die Diskussion über Äußerungen von Politikern zum Waffengebrauch an der Grenze findet er kindisch.

„Ein Staat definiert sich über Staatsgebiet, Staatsvolk und seine Staatsgrenze. Wenn ich nicht bereit bin, diese Grenze mit der Waffe verteidigen, dann habe ich auch keinen Staat.“

Was aktuell passiere, sei doch ein Witz: „Nach Schengen hat man in Europa die Binnenkontrollen abgeschafft. Dafür sollten die Außengrenzen geschützt werden mit Frontex. So hat man es versprochen. Das macht man aber nicht. Nein, anstatt die Grenzen zu schützen und die Illegalen wieder zurückzubringen, sammelt Frontex sie ein und bringt sie in die EU. Der Grenzschutz stellt Schlepperdienste zur Verfügung, statt seinen Job zu machen.“

Kommt dieser eingeschleuste Trupp dann an die deutsche Grenze, werde er einfach durchgewunken. Papiere oder nicht sei ja egal. „Dann brauch man da auch keinen Soldaten an die Grenze hinzustellen. Bis 2015 stand da ja auch keiner. Erst seit dem Herbst 2015 stellt man da wieder Leute hin. Die aber nichts machen.“

Was hält er denn von den Forderungen die Grenzen generell abzuschaffen?

„Seine Grenze für Jeden zu öffnen, ist weltfremd, ja selbstmörderisch. Bisher hat nur Europa seine Grenzen abgeschafft. Alle anderen Länder der Welt haben ihre noch, wollen sie weder aufgeben noch deren Verteidigung. Gerade wer illegal in muslimische Länder einreist, muss mit drakonischen Strafen rechnen. An allen Grenzen der Welt wird im Zweifelsfalle geschossen. Wenn ich eine Grenze habe, muss ich auch Herr dieser Grenze sein.“

*Name von der Redaktion geändert

 

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