Tatort: Der Mörder ist mal wieder der Nazi

Foto: Screenshot/Youtube
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Ich schaue nur noch selten fern. Zu viel gesehen, meist kann man die Geschichte nach fünf Minuten selber zu Ende denken. Beim Tatort ist das ganz einfach. Zum Beispiel gestern.

Von Volker Kleinophorst

Der Tatort stand eigentlich noch nie so richtig auf meinem Programm. Zu hölzern, unrealistisch und auch schon früher ein bisschen arg moralinsauer. So was schau ich mir nur an, wenn ich drüber schreiben soll. Wie der gestrige „Böser Boden“ zeigte, verpasst man da wirklich nichts.

Die ganz kurze Version:

Deutsche alle Nazis.

Konzerne schlecht, auch Nazis.

Migranten gut.

Migranten nicht gut, Nazis schuld.

Die etwas längere Version:

Ein iranischer Vorzeigemigrant ist tot.

Kommissar Wotan: „Irgendwelche Hinweise auf rechten Terror?“

Anderen Terror gibt es ja beim Tatort nicht, nicht einmal LKWs, Autos, Messer oder „Männer“.

Ein paar Gruppen würden vom Verfassungsschutz beobachtet so seine Kollegin. Das Übliche halt.

Und so ist schon nach knapp vier Minuten klar, wohin eine der beliebtesten Sendungen des Erziehungsfernsehens taumelt.

Der Mörder ist immer der Nazi. Und genau so geht es am Ende auch aus.

Weil einfach klar ist, das der Iraner nicht von seinem Bruder getötete worden sein kann. Auch wenn der wütend war, weil sein Bruder einen Umweltskandal verheimlicht hat, der nicht nur die Dörflern, sondern auch seinen kleinen Sohn, den Neffen des Opfers, massiv vergiftet hat. Denn zwei Schläge mit dem Wagenheber hält so ein Iranerschädel schon aus. Zumindest wenn sie von seinem Bruder kommen. Da müssen schon die fiesen Nazis-Kinder des Öko-Nazi-Bauern nachhelfen und ihn „aus fremdenfeindlichen Motiven“ ersticken.

Dass der getötete Iraner das Dorf vergiftet hat, verständlich, wurde ihm doch durch die bösen deutschen Nazis die Integration so schwer gemacht und seine „Fachkompetenz“ nicht gewürdigt.

Ach ja: Konzerne sind böse und vertuschen hinterher eh Alles. Auch der aufrechte deutsche Kommissar kann da nicht helfen.

Die Zombieeinlage? Wenn einem sonst nicht einfällt.

Tatort ist verschwendete Lebenszeit.

Wandere aus, solange es noch geht!
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