Reiche und Asylanten zahlen nicht: Charité hat offene Rechnungen in Millionenhöhe

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Universitätsklinikum Charité Berlin (Bild: jouwatch)

Berlin – Zum einen sorgen reiche, ausländische Patienten wegen nicht bezahlter Rechnungen beim Berliner Universitätsklinikum Charité für Millionenverluste. Auf der anderen Seite scheint die Leitung eines der größten Universitätskliniken Europas nicht in der Lage zu sein, den internationalen Patienten ordentliche Rechnungen zu stellen und diese bei Nichtbezahlung anzumahnen.

In diesem Jahr scheint die Bilanz in gehörige Schieflage zu geraten, so die Berliner Morgenpost. Allein im letzten Jahr musste die Charité 3,3 Millionen Euro offene Forderungen gegen ausländische Selbstbezahler ausbuchen. Charité-Chef Karl Max Einhäupl soll im Sommer in einer vertraulichen Sitzung des Beteiligungsausschusses im Abgeordnetenhaus eröffnet haben, dass die direkten Forderungen gegenüber Patienten mit 60 bis 70 Millionen Euro zu Buche stehen.

Die meisten Schuldner stammen aus Russland, Saudi-Arabien, Libyen und Australien

Von den nicht beglichenen Kosten für Operationen und Behandlungen ausländischer Privatpatienten mussten in den letzten fünf Jahren sieben Prozent der Forderungen ganz oder teilweise abgeschrieben werden, so die Charité auf eine parlamentarische Anfrage der FDP. Nach Nationalitäten stammen die meisten säumigen Zahler aus Russland, Saudi-Arabien, Libyen und Australien. Die hohen Außenstände des Krankenhauses seien jedoch auch dem Umstand geschuldet, dass den internationalen Patienten zum Teil keine ordentlichen Rechnungen gestellt wurden und es versäumte, sie anzumahnen.

Ebenfalls musste eingeräumt werden, dass sich das Geschäft mit reichen Arabern oder Russen nicht so entwickelt habe wie erwartet. So wurden von 2010 bis 2016 laut eines Charité-Sprechers 10.128 ausländische Selbstzahler stationär behandelt. Das Klinikum setzte in diesem Zeitraum 130 Millionen Euro mit den betuchten Gästen um. Erwartet wurde ein weitaus höherer Umsatz.

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Der Aufsichtsrat hatte nun nach Informationen aus dem Gremium wegen der vielen offenen Rechnungen darauf gedrängt, erst die Probleme mit den säumigen Zahlern zu beheben, ehe weiter reiche Privatpatienten aus dem Ausland akquiriert werden sollten. Vor einigen Jahren galten Medizintouristen als lukrative Einnahmequelle. Jedoch sei das Charité-Gebäude in einem dermaßen schlechten Zustand, dass die reichen Selbstzahler auf dem Fuß umdrehen und wieder verschwinden würden, so der Vorstandschef. Menschen aus Russland oder den Golfstaaten, die das Geld hätten, sich in Deutschland behandeln zu lassen, seien „andere Standards gewöhnt“.

Offene Rechnungen von Asylanten, Mittellosen und unversicherten Aus-und Inländern

Bei den säumigen Zahlern handele es sich jedoch nicht nur ausschließlich um reiche Selbstzahler, sondern auch um Asylanten und Mittellose. „Die sind auch nicht immer einfach einzubringen. Das sind die problematischen“, so der Controller der Charité.

Oft handele es sich aber auch um unversicherte Aus- oder Inländer, die in der Notaufnahme behandelt würden. Dann sei es noch schwieriger, das Geld bezahlt zu bekommen. (SB)

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